Gesundheitsrisiken in Gebäuden

 

 

 

 

 

Überblick über mögliche(!)  

"gesundheitlich belastende Faktoren in Gebäuden"

Physikalische Belastungen

Gesundheitliche Auswirkungen

Sonderform von Raumbelastungen: Fogging (schwarze Wohnungen)

Allgemeine Empfehlungen

 

Es handelt sich hier nur um einen Überblick möglicher Belastungen  ohne Anspruch auf Vollständigkeit - mit teilweiser Verlinkung zu unseren "Diskussionsseiten" zu diesen Themen.

Bei konkreten gesundheitlichen Belastungen empfehlen wir ausdrücklich die Beauftragung qaulifizierter Fachleute für eine umfassende Raumprüfung und die Abstimmung der Messergebnisse mit dem behandelnden  (optimal Umwelt-) Mediziner.

Adressen für entsprechende "Spezialisten" benennen  wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten (Informationen dazu) - wir unterstützen auch bei Vorlage entsprechender Prüfberichte mit einer umfangreichen Emissionsdatenbank beim Versuch, festgestellte Belastungen den möglichen "Verursachern" zuzuordnen.

 

Baustoffe von heute- Schadstoffe von morgen?

 

 

 

Physikalische Belastungen

v   Elektromagnetische Strahlen

v   Radioaktivität aus Boden und Baustoffen

v   Asbest und andere (möglicherweise) lungengängige Fasern; (Zellulose, andere Faserdämmstoffe)

v   Feinstaub

v   Lärm

v   Licht/Farbe

v   Luftfeuchtigkeit/Raumklima

v   Temperaturschwankungen  Sommer/Winter; Nacht /Tag

v   Radon (+Thoron) Belastungen: (zweithäufigster Lungen- Krebsverursacher)

 Bei  Planung bereits zu beachten (Lüftungskonzept, Dichtheit der Bodenplatte, Abschirmfolien....)

v   Belastungen durch Nanopartikel   (immer mehr sogenannte „antibakterielle“ Produkte, meist mit Nanosilber; Titandioxid)

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Chemische, organische, biologische Belastungen

Ø  Formaldehyd,  VOCs allgemein

Ø  Weichmacher

Ø  Toxine aus Flammschutzmitteln (Polystyrol u.a.)

Ø  Halogenorganische Stoffe, PCBPAK, PCP, Lindan und andere Holzschutzmittel….

Ø  Isocyanate (Bauschäume u.a.)

Ø  Insektizide, Biozide

Ø  Allergenisierende Isothiazolinone

Ø CO2 Belastung (bei nicht ausreichender Lüftung)

Ø Schadstoffe aus Trinkwasserleitungen

Ø Legionellen

Ø  Fungizide

Ø  sonstige Gifte, Schwermetalle als Folge von Schäumen, Kleber, Lacke, Lösemittel, Werkstoffen (Teppichrücken, Wohntextilien, Möbel, Böden, Stäuben ...), Leitungen    (siehe auch Umweltinstitut München-Schadstoffe)

Ø  Milben und deren Exkremente (Hausstauballergie)

Ø  Schimmelpilze/Sporen /Stoffwechselprodukte

Unerwünschte Folgen von Schimmel können  erhebliche Geruchsbelästigung,  allergische Reaktionen und  – eventuell sogar lebensbedrohliche – Vergiftungen sein.              

Im Extremfall befallen und zerstören Schimmelpilze (z. B. Aspergillus fumigatusKörpergewebe mit tödlichem Ausgang.

 

In manchen Fällen muss auch die frühere Nutzung von Gebäude (z.B. Wäscherei, Druckerei, Reifenlager, Farbenherstellung,...) und Grundstück  (z.B. Tankstelle, Lagerung von Schadstoffen, radioaktiven Material...) überprüft werden, um gezielt nach möglicherweise daraus resultierenden außergewöhnlichen Belastungen zu suchen. 

Beispiel: Nitrosamine  (krebserzeugend) dazu Analytik

 

Schadstoffe (Styrol, Formaldehyd, 2-Chlor-Propan Gas) können auch aus Fassaden- und Dachprodukten inneraumwirksam werden - Beispiele

 

Nahezu alle der hier aufgelisteten Stoffe haben wir bereits in Bauprodukten und Gebäuden- auch Schulen teilweise in wesentlich erhöhten Konzentrationen wiedergefunden!

Siehe auch "mögliche Belastungen" am Beispiel Bodenbeläge

 

Literaturquelle unter anderem: "Schadstoffliste Umweltinstitut München"  

 

 

 

 

 

 

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Gesundheitliche Auswirkungen von Raum- Schadstoffen- und Belastungen

Abhängig von der Art der Belastungen finden sich zwar teilweise je nach Schadstoff unterschiedliche Symptome (z.B.: Sick Building Syndrom) bei den Betroffenen – 

 

viele "ähnliche" Symptome treten aber bei den meisten Schadstoffen immer wieder auf, was deren Zuordnung bzw. Ursachenerforschung extrem schwierig macht.

 

  • Kopfschmerzen, Nasenbluten
  • trockene oder gereizte Schleimhäute - dadurch unter anderem
  • Reizhusten
  • geschwächtes Immunsystem - damit unter anderem 
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Nervosität, Aggression, Hyperaktivität)
  • geringe Konzentrationsfähigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Hauterkrankungen (möglicherweise auch Neurodermitis?) 
  • vermehrter Juckreiz
  • Auftreten von Allergien  (unter anderem durch die häufig eingesetzten Isothiazolinone, aber auch Schimmel...)
  • Asthma
  • chronische Bronchitis
  • Ohrgeräusche
  • andauernde Müdigkeit
  • vermehrte Gedächtnis-, Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Taubheitsgefühle in den Gliedmassen
  • Depressionen
  • Magen- Darmstörungen
  • Schädigung des Immunsystems
  • Störungen der Leber- und Nierenfunktion
  • Asbestose
  • Augenbrennen
  • "pelziges" Gefühl auf der Zunge

 

 

Manche Schadstoffe können aber auch

 

  • Krebs auslösen oder stehen zumindest im "Verdacht" Krebs auszulösen (Formaldehyd, Butanonoxim, Benzol, Furfural, Weichmacher, PAK…) und/ oder
  • können nachgewiesen zu hormonellen Veränderungen mit Langzeitfolgen führen (FlammschutzmittelWeichmacher…) 

 

Ein besonderes gesundheitliches Risiko besteht     

 

Dazu (nur) ein Auszug chronischer Erkrankungen, die auf Schadstoffbelastungen zurückzuführen sein können(!), in manchen Fällen aber zumindest durch solche in den Symptomen wesentlich verstärkt werden können.

 

 

Grenzwerte, Orientierungswerte, Interventionswerte zu einzelnen Schadstoffen (ohnedies für Allergiker, Sensitive, Schwangere, kein Maßstab!) können keinen Aufschluß geben über

Wechselwirkungen bei Auftreten von mehreren dieser Schadstoffe gleichzeitig und werden oft "industriefreundlich" über Jahrzehnte zu großzügig angelegt. 

Eine umweltmedizinische Bewertung von Grenzwerten und damit auch Bewertung von Prüfberichten stellt daher stets nur einen "Versuch" einer Symptomzuordnung dar; diese Problematik zeigt einen enormen Forschungsbedarf im Bereich Umweltmedizin auf.

Leider fehlt es an politischem Willen, die Mittel für solche Forschungen (industrieneutral!) ausreichend zur Verfügung zu stellen, die Industrie selbst zeigt verständlicherweise(?) wenig Interesse, solche Forschungen zu unterstützen.

 

Für einen Arztbesuch sinnvoll sind zumindest mehrtägige Aufzeichnungen der Beschwerden, wie wir sie vor allem bei Problemen am Arbeitsplatz, in Schulen, Kitas unbedingt empfehlen.:

Im Oktober 2017 wurde die Liste der Berufskrankheiten ergänzt um  "Kehlkopfkrebs, verursacht durch PAK)

 

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"Fogging Effekt - Schwarze Wohnunngen" - eine Sonderform von Raumbelastungen

 

"Der rußähnliche Schmierfilm tritt innerhalb weniger Tage oder Wochen auf und zeigt sich als einzelne Flecken bis hin zu großflächigen Verschmutzungen, die aussehen als hätten Schwelbrände stattgefunden. Der schwarze Staub setzt sich hauptsächlich oberhalb der Heizkörper, an Gardinen und Vorhängen, auf Fensterrahmen, Kunststoffflächen und elektrischen Geräten, sowie an Innenflächen der Außenwände ab.

Häufig sind Wohnungen betroffen, die renoviert oder gerade erst errichtet und bezogen wurden. Meist sind diese Räume mit Teppichböden und Raufasertapete ausgestattet. Aus diesen Produkten aber auch aus Kunststoffoberflächen von Einrichtungsgegenständen können schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC) in die Raumluft gelangen, die sich bei immer luftdichteren Gebäudehüllen im Innenraum anreichern und zum „Fogging“ Phänomen beitragen können. Insbesondere Weichmacherverbindungen, langkettige Alkane, Alkohole, Fettsäuren und Fettsäureester spielen hierbei eine Rolle. Sie können aus

 

  • Farben und Lacken,
  • Fußbodenkleber,
  • PVC-Bodenbelägen,
  • Vinyltapeten,
  • Kunststoff-Dekorplatten und
  • Holzimitat-Paneelen, Laminat entweichen.

SVOC gasen zwar weniger stark in die Innenraumluft aus, dafür aber über einen längeren Zeitraum.

Das heißt, wenn eine Renovierung im Sommer stattgefunden hat, so können die ersten Schwarzstaub-Erscheinungen auch erst in der Heizperiode auftreten. In dieser Zeit wird häufig weniger gelüftet, so dass die SVOC-Konzentration in der Innenraumluft ansteigen kann. Die SVOC können sich mit vorhandenen Schwebstaubpartikeln verbinden und sich dann als schmierige Beläge in der Wohnung absetzen.

Schmierige Beläge können aber auch beim Vorbeiströmen des luftgetragenen Staubes auf weichmacherhaltigen Oberflächen auftreten. In diesem Fall spricht man vom „Klebefilm-Effekt“.  Quelle: Umweltbundesamt

 

Verstärkt wird der Effekt häufig auch durch zusätzliche "Raumbelastungen" wie beispielsweise Duftkerzen.

 

Gesundheitliche Bewertung

Eine gesundheitliche Gefährdung geht von den Schwarzstaubablagerungen selbst nach unserem derzeitigen Informationsstand zwar nicht aus,

sie sind aber der Indikator für das Vorhandensein von SVOCs in der Raumluft - vor allem Weichmacher, mit teilweise auch langfristigen, hormonellen Auswirkungen.

 

Handlungsempfehlungen bietet die Broschüre

"Attacke des schwarzen Staubes"

 

Begriffsdefinition:

Der Begriff Fogging leitet sich aus dem englischen Wort Fog für Nebel ab.

Der Begriff, der gerne verwendet wird, stammt ursprünglich aus der Automobilbranche. Man bezeichnete mit „Fogging“ das Bilden eines Films auf der Windschutzscheibe in Neufahrzeugen als Folge von Ausgasungen schwerer flüchtiger Kunststoffbestandteile. (Siehe auch Schadstoffe in Neuwägen)

 

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Empfehlungen

Wir empfehlen bei gesundheitlichen Beschwerden mit dem Verdacht auf das „Sick Building Syndrom“ eine umfassende Raumluftmessung entsprechend allgemein anerkannten DIN Normen auf die oben benannten- und durchaus vielfach ähnliche Beschwerden auslösenden  „Verdachtsstoffe“,

dies auch, um möglicherweise nicht sofort erkennbare hormonellen Belastungen  (Flammschutzmittel, Weichmacher u.a.) ebenfalls sicher ausschließen zu können.

Die für Belastungen möglichen Quellen und damit möglichen Symptome finden sich unter anderem sehr übersichtlich auf der Seite des Umweltinstituts München unter:

http://www.umweltinstitut.org/archiv/archiv-verbraucherschutz/fachinformationen/schadstoffliste.html

 

siehe auch: Umfang von Raumluftprüfungen 

technische Anforderungen an Raumluftprüfungen

steuerliche Abschreibmöglichkeiten, Förderungen bei Sanierungen

 

Erst nach Vorlage umfassender Prüfergebnisse macht es auch Sinn, ein umfassendes Sanierkonzept zu erarbeiten.

 

EGGBI kritisiert bereits seit Jahren, dass Behörden bei gesundheitlichen Beschwerden in Schulen und KITAS meist "sehr einseitig" nur auf Formaldehyd und VOCs (Raumluftprüfung) bzw. Weichmacher, Flammschutzmittel - auf PCP und/oder PCB, auf Schwermetalle  (Staubuntersuchung)  überprüfen lassen – zudem bevorzugt ohne Einbeziehung der Eltern, die häufig gerne bei der Auswahl der Gutachter und bei der Erstellung des Prüfauftrages sich beteiligt sähen (Sorge vor Abhängigkeit mancher Gutachter von regelmäßigen kommunalen Mess-Aufträgen und entsprechende Interpretation von Prüfergebnissen) 

obwohl nachgewiesen auch zahlreiche weitere Belastungen Ursache für die in vielen Fällen nahezu identischen Symptome des Sick-Building Syndroms sein können!

 

Siehe dazu über 200 gesammelte Presseberichte über Auseinandersetzungen von Eltern, Lehrern und Behörden bei Schadstoffproblemen an Schulen und Kitas.

 

Wir raten Eltern bei Gesundheitsproblemen der Kinder, deren Ursache möglicherweise auf die KITA oder Schule zurückzuführen sind, unbedingt einen Umweltmediziner aufzusuchen, da eine medikamentöse Behandlung, wie sie in der Regel bei Kopfschmerzen, Schleimhautentzündungen, Reizung der Atemwege etc. von vielen Hausärzten durchgeführt wird, in diesen Fällen eine zusätzliche, kontraproduktive Belastung des Körpers darstellen kann. 

Sehr oft  kommen  Behörden erst nach Einbeziehung der Medien ihrer diesbezüglichen Fürsorgepflicht nach. 

Leider fehlen uns derzeit auch noch Nachweise, dass diverse "Nachhaltigkeitszertifikate" für Gebäude   (DGNB, BNB, Leed) eine gesundheitlich "ganzheitliche Betrachtung" in ihren Bewertungen "transparent" für gesundheitsbewusste Bauherren, vor allem aber  auch für Allergiker, Chemikaliensensitive integrieren - bzw. entsprechende "umfassende" Schadstoffmessungen als Grundlage für eine Zertifizierung einfordern.

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