Recycling von Bauprodukten

 

Gesundheitliche Bewertung von Recycling-Bauprodukten

Im Interesse allgemeiner Ressourcenschonung betrachten wir grundsätzlich das Recycling von Produkten als unverzichtbar.

Bei der Beratung der besonderen EGGBI Klientel mit dem Anspruch "Schaffung eines möglichst emissions-armen Lebensraums"

 

  • junge Familien mit besonderen gesundheitlichen Ansprüchen (Kleinkinder, Schwangerschaft, Familienplanung)
  • Allergiker
  • Chemikaliensensitive  (MCS
  • Kitas und Schulen

sehen wir aber grundsätzliche Vorbehalte für den Einsatz von Produkten, deren Schadstoffbelastungen nicht durchgängig überprüft werden kann

Zu groß ist aus unserer Sicht das Risiko, durch möglicherweise(!) vorbelastete Sekundärrohstoffe (Beispiel: Zellulose) gesundheitsgefährdende, zumindest aber sensibilisierende Stoffe in die Gebäude einzubringen.

Hier läge es an den Herstellern, solche Bedenken nachhaltig und glaubwürdig auszuräumen. Schadstoffprüfungen für Gütezeichen mit max. 1x jährlicher Wiederholungsprüfung (zudem meist nur auf einzelne Schadstoffgruppen beschränkt, ohne Prüfung auf Weichmacher u.a.) können hier auf keinen Fall "ausreichend" eine durchgehende Schadstoffarmut nachweisen.

Sicherlich sind diese Risiken auch ein Grund, warum die RAL-UZ 36 (Blauer Engel für Zellulosedämmstoff) inzwischen nicht mehr publiziert wird.

https://www.blauer-engel.de/de/fuer-unternehmen/vergabegrundlagen 

(noch finden sich allerdings im Internet entsprechende «Werbungen»; z.B.: http://www.umwelt-und-betrieb.de/baumarkt/baust_pinfo.html ).

 

Erstaunlicherweise fordert aber der Blaue Engel  für Tapeten trotz der "großen Oberflächenbelegung" durch Tapeten weiterhin

RAL-UZ 35Tapeten und Raufaser überwiegend aus Papier-Recycling

mindestens 600 kg Altpapier pro 1000 kg gefertigten Neupapiers, davon müssen mindestens 50% Altpapier der unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten (Sorten 1,2,4 und Sondersorten 5, ausgenommen 4.07) bestehen.

Raufasertapeten müssen sogar zu 100 % aus Altpapier bestehen.     (Stand Oktober 2015)

Angesichts der mehrfach festgestellten hohen Schadstoffkonzentrationen in Altpapier können wir solche Produkte auf keinen Fall empfehlen.

Das Forschungsprojekt

"Ausmaß der Migration unerwünschter Stoffe aus Verpackungsmaterialien aus Altpapier in Lebensmitteln“ durchgeführt von 4 international anerkannten, namhaften Instituten im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2012)ergab beispielsweise sehr hohe Belastungen von Zeitungspapier mit Mineralölen (Bericht: Punkt 5.1.3 und 5.1.15 Seite 60 https://www.foodwatch.org/uploads/media/2012-12-03_foodwatch-Exzerpt_BMELV-Studie_ger.pdf), daneben fanden sich erhöhte Anteile von Weichmachern, Schwermetallen in diversen unterschiedlichen Altpapierchargen. 

Interessant finden wir bei den Kriterien für Tapeten das Verbot zahlreicher kritischer Stoffe durch "Herstellernachweise":

"Nachweis:

Der Antragsteller weist die Einhaltung der Anforderung durch Vorlage von Erklärungen der Lieferanten von chemischen Additiven gemäß Anlage 3 zum Vertrag nach RAL-UZ 35 nach. Die Erklärungen müssen vom Leiter der Produktentwicklung des jeweiligen Unternehmens oder einer vergleichbaren technischen Abteilung unterschriebensein. Auf Verlangen der RAL gGmbH sind die relevanten Sicherheitsdatenblätter bereitzustellen."

 

EGGBI Stellungnahme dazu:

Bei einem Altpapieranteil von 100 % wird es kaum möglich sein, von den sicher nicht mehr feststellbaren "Lieferanten" (den unterschiedlichsten Zeitungsherstellern beispielsweise) solche Nachweise einzufordern. 

Obwohl die RAL UZ 35 auf dem Logo ausdrücklich nur auf den Schutz der „Ressourcen“ verweist und nicht mit „schützt Umwelt und Gesundheit“ wirbt, wissen wir aus unseren Beratungen, dass der Verbraucher solche „Feinheiten“ kaum unterscheidet bzw. erkennt, und mit einem „Blauen Engel“ immer auch Gesundheits- Verträglichkeit verbindet. 

Hersteller-Eigenaussagen (Deklarationen) und diverse "Gütezeichen" ersetzen aus unserer Erfahrung somit keine Nachweise konstanter Wareneingangskontrolle mit entsprechenden permanenten(!) Schadstoffprüfungen. 

Die Glaubwürdigkeit von "Herstelleraussagen" zur Unbedenklichkeit hat sich in der Vergangenheit (teilweise auch mit massiver öffentlicher Unterstützung - siehe Beispiel WOOLIT)  ja wiederholt "bewiesen".

Diskussionsbeitrag:   Dämmstoffrecycling

 

Aussage des Umweltbundesamtes zu Recycling von Bauprodukten:

"Auch Kunststoffe und Holzwerkstoffe, mineralische Baustoffe und Dachdeckungsmaterialien können unerwünschte Stoffe enthalten. Über das Recycling können auch bereits verbotene Stoffe beigemischt werden. Bisher wird vor der Vermarktung eines Produkts oft nicht ausreichend bewertet, ob es Schadstoffe freisetzt."  https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/bauprodukte 

 

 

Hinweise zu Cradle to Cradle

Gütezeichen für Baustoffe aus "gesundheitlicher" Sicht

 

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