Strengere "Richt- bzw. Grenzwerte" für Formaldehyd ?

 

Forderung nach neuen "Grenzwerten", "Richtwerten"

EGGBI Publikation Raumschadstoff Formaldehyd

siehe auch  Formaldehyd in älteren Fertighäusern

 

Seit langem fordern internationale Institutionen wie z.B. natureplus strengere Grenzwerte für Formaldehyd - vor allem auch in Schulen und Kindergärten.

Siehe dazu natureplus Pressebericht 2006! sowie natureplus Newsletter März 2015

2006 stellten aber unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission am Umweltbundesamt noch fest: unterhalb von 0,1 ppm (= 120 µg/m³) bestünde kein "nennenswertes"(!) Krebsrisiko.

Quelle: Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden (UBA, Umweltbundesamt, Seite 53) 

Neue Literaturquellen

Auch mit der Publikation eines "neuen" Bundesgesundheitsblattes im August 2016 als Ergebnis einer Literaturrecherche (kein eigenes Forschungsprojekt) im Auftrag des Umweltbundesamtes 2016 kam es zu keiner wesentlich gesetzlich relevanten "Verschärfung" der empfohlenen Richtwerte,

- offensichtlich statt bisher 120 µg/m³ (0,1 ppm) nunmehr ein Richtwert1 von 100 µg/m³, 

obwohl auch hier unter anderem eine Studie erwähnt wird, bei der bei Formaldehydkonzentrationen über 60 µg/m³ bereits ein um 39% erhöhtes Risiko von Asthma festgestellt wurde. (Quelle: Rumchev KB, Spicket JT, Bulsara MK,Philips MR, Stick SM;2002:Domestic exposureto formaldehyde significantly increse the the rsik of asthma in young children.Eur Respir J 20:403-406)

 

In zwei Metaanalysen wurde ebenfalls festgestellt, dass pro 10 µg/m³ Zunahme Formaldehyd eine Erhöhung des Asthmarisikos um 3% bis 17 % (je nach Studienquellen) zu erwarten ist. (Seite 1034 Bundesgesundheitsblatt- August 2016). 

"Nach Auffassung des Ausschusses sollte eine Konzentration von 100 µg Formaldehyd/m³ Innenraumluft auch kurzzeitig, bezogen auf einen Messzeitraum von einer halben Stunde, nicht überschritten werden, da bei empfindlichen Personen oberhalb dieser Konzentration eine sensorische Reizwirkung auftreten könnte".  (Seite 1044-UBA)

Diesen Wert dennoch als Interventionswert für Schulen festzulegen, in denen Kinder, aber auch Lehrer viele Stunden am Tag verbringen, erscheint uns nicht nachvollziehbar.

Siehe dazu auch "Glaubwürdigkeit gesetzlicher Grenzwerte"

Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass sich erhöhte Formaldehydwerte nicht nur in Fertighäusern älterer Generation - sondern immer wieder auch in Kitas und Schulen selbst in Neubauten  findet, und damit die Gesundheit der Kinder  auf unverantwortliche Weise aufs Spiel gesetzt wird. (Siehe Presseberichte zu Belastungen in Schulen und Kitas)

 

Grundsätzlich in Frage zu stellen sind

spätestens seit der Einstufung von Formaldehyd als "krebserzeugend"

unter Berücksichtigung optimaler Präventionssorgfalt  

 

zahlreiche Formaldehyd "Grenzwerte" diverser Gütezeichen.

 

Siehe dazu auch: Gütezeichen für Baustoffe aus "gesundheitlicher" Sicht

 

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Aktuelle Richt und Orientierungswerte für Innenraumluft und Bauprodukte

 

 Formaldehyd in der Innenraumluft

 

(Quellen: AGÖFTÜV;  S-Cert;  Umweltbundesamt-UBA, siehe auch BNB, WHO und LEED)

 

 

Weitere Aussagen zu Formaldehyd in der Raumluft:

"Ausgehend von einer NOAEC von 0,63 mg/m3 für Reizwirkungen beim Menschen, eines Faktors von 1 für die Zeitextrapolation sowie eines Faktors von 5 für die interindividuelle Variabilität leitet der Ausschuss einen Richtwert I (Vorsorgewert) von 0,1 mg Formaldehyd/m3 Innenraumluft ab. Nach Auffassung des Ausschusses sollte die Konzentration von 0,1 mg Formaldehyd/ m3 Innenraumluft auch kurzzeitig, bezogen auf einen Messzeitraum von einer halben Stunde, nicht überschritten werden." Bundesgesundheitsblatt 2016 · 59:1040–1044

 

"Konzentrationen größer 0,06 mg/m³ (=60 µg/m³ = 0,05 ppm) als 24 h Mittelwert bzw. größer 0,1 mg/m³ (=100 µg/m³) als Kurzzeitwert geben dabei zu Besorgnis Anlass. Anzumerken ist, dass die Konzentration an Formaldehyd stark von Temperatur und Luftfeuchte abhängig ist." (IBO Wien)

 

 

 

Strenge Anforderungen an die Formaldehydwerte in der Raumluft International:

(Aufstellung auf Seite 11 der Präsentation "Consens")

 

Definition für "sehr gute Raumluft":

Frankreich (VGAI = Valeur de qualité d`air interieur=Innenraum Richtwert, Langzeit) 10 µg/m³;

Kalifornien (CREL = Chronic Reference Exposure Level, Langzeit) 9 µg/m³

 

"befriedigend":

Frankreich (VGAI Kurzzeit) 50 µg/m³

Kalifornien (REL, 8 Std.) 55 µg/m³

 

 

Offizielle österreichische Richtwerte

 

In einer vom Umweltministerium und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Richtlinie zur Bewertung der Innenraumluft werden Orientierungswerte für die Innenraumluft für diverse Parameter festgelegt. 

 

Klassifizierung der Innenraumluftqualität in Hinblick auf Schadstoffe laut Akademie der Wissenschaften/ BMLFUW

 

Substanz           Bezeichnung              Raumluftkonzentration [mg/m³]           Bemerkungen

 

Formaldehyd     WIR – wirkungsbezogener              0,06                           24h-Mittelwert

                             Innenraumrichtwert                           0,10                         Halbstunden-Mittelwert

Quelle

 

 

 

Formaldehyd in/ aus Baustoffen

 

Gesetzliche Anforderungen an Bauprodukte 

 

Mit Wegfall der AgBB Prüfungen seit Ende 2016 für die bauaufsichtliche Zulassung verschiedener Produktgruppen auf Grund des Urteils des Europäischen Gerichtshofes bleibt die Frage offen, welche Werte zukünftig möglicherweise das "zuständige" CE Zeichen, soferne es in absehbarer Zeit überhaupt gesundheitliche Aspekte ernsthaft berücksichtigen wird, vorgeben wird.

 

Aktuell scheint es für Bauprodukte keine gesetzlich bindenden "Grenzwerte" bezüglich Formaldehyd mehr zu geben – viele Bauunternehmen, Baustoffhändler und Möbelhersteller orientieren sich bei Holzwerkstoffen daher an

"freiwilligen" Gütezeichen und

Einstufungen.

 

Sie sind letztendlich haftbar für ein "wohngesundes Produkt Gebäude" entsprechend den Landesbauordnungen, und somit de facto auch für die Einhaltung entsprechender maximaler Raumluftwerte, wie sie bereits in vielen Ausschreibungen (vor allem Kitas, Schulen) aber auch von diversen Gebäude-Zertifikaten gefordert werden.

 

(Quellen- Stand 12/2016: Eurofinsnatureplus;  SHI-TÜV , eco InstitutIBR; EU EcoLabel;  französische VOC VerordnungBlauer Engel; Goldenes M;)

 

1.1.1     Messmethode –Grenzwerte Beispiel E1 Klassifizierung:

 

Unterschiedliche Messmethoden verwirren den Verbraucher, da sie auch unterschiedliche "Messwerte" bzw. Bezeichnungen mit sich bringen. Bevorzugt wird unsererseits die Prüfkammeruntersuchung (ergibt Werte wie in der Tabelle µg/m³; gelegentlich eingesetzt wird aber auch noch immer die Gasanalysemethode mit der Ergebnisangabe in mg/m²/h.

 

Hinweis zur Gasanalysemethode:

 

"Der Gasanalysewert kann bedingt zur Umrechnung genutzt werden, der hier berechnete Kammerwert ist aber auf Grund der grundsätzlichen Problematik der Korrelation von abgeleiteten Materialkennwerten zur Kammer-Methode nicht gesichert bewertbar". (WKI Rechenmodell Seite 35)

 

Grenzwert für Holzwerkstoffe E Klassifizierung:

 

Formaldehyd-Emissionsklasse E1 für Holzwerkstoffe (EN 13986/ E1 siehe WKI Seite 24)

·         Prüfraummethode (Prüfkammer):

Ausgleichskonzentration < 0,1 ppm = 124 µg/m³

·         Gasanalyse-Methode:

Emission    < 3,5 mg/m²h

 

Der für E1 festgelegte Höchstwert von 0,1 ppm = 120 µg/m³ überschreitet wesentlich die EGGBI Anforderungen an "verträgliche" Holzwerkstoffe.

 

 

Siehe dazu auch Kapitel Kennzeichnung 

 

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AgBB und Formaldehyd

 

Bis März 2015 

 

hatten die AgBB Richtlinien (unter anderem als Grundlage für zahlreiche bauaufsichtliche Zulassungen) auf Grenzwerte für Formaldehyd verzichtet –

 

sie definierten

aber   einen generellen Grenzwert für kanzerogene Stoffe (allerdings in den Richtlinien "wörtlich" und inhaltlich kaum nachvollziehbar nur für VOC/SVOC).

 

Zitat AgBB:

Kanzerogene Stoffe: Es findet eine erneute Überprüfung der Abgabe von kanzerogenen Stoffen der EU-Kategorie 1 und 2 bzw. 1A und 1B unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Bedeutung für den Raumnutzer statt. Nach 28 Tagen darf kein Kanzerogen der EU-Kategorie 1 und 2 bzw. 1A und 1B 0,001 mg/m³ übersteigen.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/355/dokumente/agbb-bewertungsschema_2012.pdf


 

Der Ausschluss von Aldehyden bei dieser Produktbetrachtung erschien uns gerade in Bezug auf

 

Formaldehyd  

 

keinesfalls nachvollziehbar, da wir gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Formaldehyd selbst noch nach 30 Jahren in Fertighäusern älterer Generation (verursacht durch Spanplatten) vielfach feststellen mussten.

 

Hätte die zitierte AgBB Anforderung aber generell für VOC  (auch VVOC)  gelten, würde dies bedeuten, dass ab der Neueinstufung als krebserzeugend für Formaldehyd ein wünschenswerter Grenzwert von 10 µg/m³ (= französisches VOC Label, Klasse A+; liegt ohnedies realistischer Weise wesentlich über den üblichen natürlichem Formaldehydgehalt von unbehandeltem Holz) ohnedies bereits festgelegt wäre!

 

Neuregelung ab März 2015:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/355/dokumente/agbb-bewertungsschema_2015_2.pdf

 

Die zu hinterfragende  Ausnahme für Formaldehyd  (wesentlich "freundlichere" Behandlung als die der natürlichen Holzbestandteile "Terpene") ändert sich auch durch die  Neufassung des AgBB Schemas 2015 nicht ausreichend:

 

Obwohl ab 1.4.2015 als Cancerogen der Gruppe 1B (H350) und mutagen 2 (H341) kennzeichnungspflichtig, wurde hier eine bemerkenswerte Ausnahme gemacht:

 

"Formaldehyd: Cancerogene der Gruppen 1a und 1 b dürfen zwar nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 nach 3 Tagen nicht mit mehr als 10 µg/m³ sowie nach 28 Tagen nicht mit mehr als 1 µg/m³ emittieren - Formaldehyd inzwischen als Cancerogen der Kategorie 1b eingestuft wird, fällt aber nicht in die Bewertung der Cancerogene. Hier wurde ein NIK-Wert von 100 µg/m³ festgesetzt."

 

Es bleibt zu hoffen, dass es sich bei dieser „Ausnahme“ nur um eine vorübergehende Positionierung handelt und sich – analog wesentlich anderslautender internationaler Richt- und Grenzwerte für Formaldehyd auch in D bereits mittelfristig wesentlich strengere „Grenzwerte“ für einen nach wie vor sehr relevanten Innenraumschadstoff mit mutagener und krebserzeugender Eigenschaft durchsetzen können. (Siehe auch offensichtlich vergebliche Hoffnung auf besseren Verbraucherschutz: "Die Baubiologen Hamburg")

 

 

 

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Blauer Engel und andere Gütezeichen

1.1      Allgemeine Aussage zu Formaldehyd Grenzwerten bei Bauprodukten

 

Hier findet sich in den meisten Basiskriterien diverser Gütezeichen bereits unter "allgemeinem Stoffverbot", "allgemeinen stofflichen Anforderungen" derzeit noch(!) immer:

ein genereller Ausschluss von Stoffen mit der Einstufung H350 bzw. R45.(Beispiel Blauer Engel für Linoleum: RAL UZ 120 – Kriterien Anhang 1) - dies würde "Formaldehydhaltige Produkte" generell ausschließen.

Offensichtlich wurde hier die Neueinstufung von Formaldehyd noch nicht "realisiert".

Da ein solcher grundsätzlicher Ausschluss gerade für Naturbaustoffe  (vor allem Holz) nicht realistisch und sinnvoll wäre (siehe "natürliches" Formaldehyd) wird hier eine generelle Überarbeitung dieser Richtlinien unumgänglich sein - für den Verbraucher wird dies aber nur nachvollziehbar werden, wenn die als "Ausnahme" zu bezeichnenden Formaldehydgrenzwerte glaubwürdig entsprechend der unbestrittenen grundsätzlichen Toxizität auf ein Mindestmaß (analog natürlichem Formaldehydanteil von Naturprodukten) reduziert werden. 

Eine eventuelle "Interpretation", diese Stoffverbote bei diversen Gütezeichen bezögen sich nur auf "zugesetzte Stoffe" (Formaldehyd wird üblicherweise nicht als Stoff zugesetzt, sondern ist bereits Bestandteil diverser Kleber, Farben Lacke u.a.) erscheint für den Verbraucher gewiss nicht nachvollziehbar - ihn interessiert sicherlich ausschließlich, welche gesundheitsschädlichen Stoffe aus einem Bauprodukt "herauskommen", und nicht deren Herkunft.

 

Auch der beim „Blauen Engel“ genannte neue "erhöhte" Höchstwert für Formaldehyd von 80 µg/m³ (in der RAL UZ-76 für Bau und Möbelplatten ) bis 2016 waren es noch "nur: 60 µg/m³) erscheint angesichts von Formaldehydwerten anderer Gütezeichen und auch beispielsweise der französischen VOC Verordnung, Kennzeichnung A+ (10 µg/m³) für eine Bewerbung als „emissionsarm“ zumindest außerordentlich „großzügig“ – dies vor allem angesichts der EU Neueinstufung von Formaldehyd

 als „krebserzeugend und mutagen 2

Quelle: RAL-UZ 76       bis 2016         ab 2016

 

In der RAL UZ 38 für Möbel wird sogar ein Wert von 0.1 ppm = 120 µg/m³ (!) toleriert:

"Für die Herstellung der Produkte gemäß Abschnitt 2 können Holzwerkstoffe mit dem Umweltzeichen RAL-UZ 76 eingesetzt werden. Sofern die eingesetzten Holzwerkstoffe nicht mit dem Umweltzeichen nach RAL-UZ 76 ausgezeichnet sind, dürfen sie im Rohzustand, d.h. vor einer Bearbeitung oder Beschichtung, eine Ausgleichskonzentration für Formaldehyd von 0,1 ppm im Prüfraum nicht überschreiten."

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Gesundheitliche Auswirkungen

 

Humantoxische Bewertung (Zitate):

Wirkungsmechanismus:

·         Die lokale Reizwirkung, akute und chronische Schädigungen an direkt kontaktierten Geweben und die genotoxischen Eigenschaften werden auf die hohe Reaktivität des Moleküls zurückgeführt [C - 4 / Greim / 2000 S. 1].

·         Bei akuten Intoxikationen kann sich durch schnelle Umsetzung von F. zu Formiat eine metabolische Azidose ausbilden [D – 296 / Pandey / 2000].

·         Die Auslösung der allergischen Reaktionen vom Typ IV wird wahrscheinlich durch Reaktion von F. mit Proteinen der epidermalen Langerhans-Zellen vermittelt [C - 70 / ACGIH / 2001 S. 14].

·         Die im Tierversuch beobachtete Tumorbildung in der Nase wird primär mit der zytotoxischen Wirkung des F. und der hierdurch verursachten Steigerung der Zellproliferation, die mit einer erhöhten Zahl an DNA-Protein-Crosslinks korreliert, in Zusammenhang gebracht. Dieser Mechanismus wird auch für den Menschen als wahrscheinlich angesehen [C - 4 / Greim / 2000 S. 3, 32]. Neben der Typ IV-Reaktion wurden auch allergische Reaktionen vom Typ I (unspezifische IgE-Antikörper) und vom Typ II (F.-spezifische Antikörper) beobachtet. F.-Antikörper fand man bei Patienten, die bei medizinischer i.v.-Behandlung wiederholt Spuren von F. aufnahmen.

Ein Fallbericht beschreibt eine anaphylaktische Reaktion bei einer Person mit Kontaktdermatitis nach parenteralem F.-Kontakt. Aus beruflicher Erfahrung wurde berichtet, dass akute allergische Reaktionen meist durch Exposition über den Luftweg induziert und hauptsächlich an der Gesichtshaut sichtbar werden (periorbitales Ödem), während die chronische Form sich bevorzugt als Ekzem an Händen und Armen manifestiert. [C - 70 / ACGIH / 2001 S. 14]      http://www.noxen.de/publik/12/wirk.html 

Risikogruppen:

·         Asthmatiker

·         Personen mit signifikanten Lungenfunktionsstörungen aufgrund chronischer Lungenerkrankungen

·         Personen mit chronischen Hauterkrankungen oder akuter Dermatitis [C - 24 / NIOSH / S. 2]

·         Personen mit bestehender Sensibilisierung gegenüber F. [C – 140 / NEGCD / Nr. 2003:11 S. 48] 

·         Personen mit geschwächtem Immunsystem

·         Kleinkinder, Schwangere als besondere Risikogruppe

Weiterführende Links:

US Behörden stufen Formaldehyd als krebserzeugend ein

Toxcenter:        Schädigung der Atemorgane (Seite 7)   Kinder extrem empfindlich (Seite 11)


 

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Formaldehyd an Schulen und Kitas

 

 

Bewertung von Formaldehydbelastungen an Schulen

Die vor allem bei Formaldehydproblemen an Schulen, Kitas häufig angeführte "Unterschreitung des "Grenzwertes" von 100 µg/m³ (in vielen Fällen wird von nicht informierten "Gutachtern und Gesundheitsämtern" noch immer von einem inzwischen überholten Richtwert von 124 µg/m³ gesprochen) muss in Zusammenhang gebracht werden, dass dieser Wert als "Kurzzeitwert" zu definieren ist  (WHO) und daher nicht für permanente Belastungen in Klassenzimmern toleriert werden sollte.

Nicht nachvollziehbar sind vielfache "Lösungen" durch verstärktes Lüften bzw.

Bagatellisierungen von Belastungen an Schulen und Kitas - selbst bei Überschreitungen des Richtwertes durch Gutachter wie zum Beispiel öffentliche   Aussagen eines Amtsarztes im Oktober 2016 (!) wie:

 

" Bei leichten Überschreitungen der Grenzwerte wie beispielsweise in der Nieskyer Oberschule sei der Schadstoff in der Raumluft über seinen Geruch wahrnehmbar und könne zu leichten Symptomen wie Kopfschmerzen führen. Krebserregend wirke das Formaldehyd aber erst in höheren Konzentrationen.

 

"Gesundheitliche Spätfolgen durch das Formaldehyd seien nicht zu erwarten, 

es sei auch umstritten, ob allergische Reaktionen auf den Stoff über die Luft ausgelöst werden könnten. (???)

Sicher sei lediglich, dass dies bei Hautkontakt möglich ist." Zitat Sächsische Zeitung, Aussage Amtsarzt des Gesundheitsamts Landkreis Göritz

 

Damit stellt er sehr "eigenmächtig" sämtliche Richtwerte für die Innenraumluft grundsätzlich in Frage.

 

Siehe dazu auch Auflistung von Schadstoffbelastungen an Schulen und Kitas

und

Besondere Dringlichkeit der Sanierung bei Schulen, Kitas, Sportstätten und "Kinderzimmer"

 

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Kennzeichnung von Holzwerkstoffplatten nach Formaldehydgehalt

Seit 2012 gibt es noch eine zusätzliche Kennzeichnung für unbeschichtete, beschichtete oder furnierte Holzwerkstoffe:

E1 Plus

 F 0

Der Holzwerkstoff wurde mit formaldehydfreien Klebern hergestellt. (Das stattdessen verwendete Bindemittel enthält gebundene Isocyanate; diese werden in der gebundenen Form als ungefährlich angesehen; sie sind jedoch in Produktion und Verarbeitung problematisch)

 E1

Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen (s.u.) nicht mehr als 0,1 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen.

 E2

Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen nicht mehr als 1,0 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen.

 E3

Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen nicht mehr als 1,4 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen

 

 E1 Plus

Diskutiert(?) seit 2012 

Grenzwert 80 µg/m³ (entspricht 0,065 ppm) Siehe auch Link 1

Link 2 Link 3  Link 4

Siehe dazu Umrechnungstabelle

 

Auch E1 Plus entspräche nicht den Anforderungen der meisten "Gütelabels".

Einen Überblick über die aktuellen Kennzeichnungen (Seite 19) sowie weitere Infos zu Formaldehyd finden Sie in einer Präsentation von Dr. Zwiener auf "wecobis": Formaldehyd in Bauprodukten und der Innenraumluft

Weitere Infos zur Kennzeichnung

Siehe dazu auch Emissionen aus Holz- und Holzwerkstoffen

 

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"Natürliches Formaldehyd"

Auch unbehandeltes "Naturholz" emittiert geringe Mengen von Formaldehyd, die allerdings in der Regel aus gesundheitlicher Bewertung nicht für das Raumklima als relevant betrachtet werden.

Zitat:

 

"Die nachfolgende Auflistung zeigt die Formaldehydabgabe von natürlich gewachsenem Holz- die Emissionswerte sind bei allen Holzarten derart gering, dass sie für die Belastung von Innenräumen vernachlässigt werden können. (Werte liegen im ppb Bereich: 1 ppb = 0,001 ppm. E1 Richtwert im Vergleich: 0,1 ppm!      

 

Die in der Literatur (1) angegebenen Werte für Formaldehyd-Abgabe von natürlich gewachsenem Holz in der Prüfkammer sind nach DIN V ENV 717-1 zwischen 0,009 ppm bei Eiche und bis 0,002 bei Buche; Douglasie, Fichte und Kiefer liefern Werte zwischen 0,003 und 0,004 ppm."

1) Meyer, B. und Boehme, C. 1994: Formaldehyd-Abgabe von natürlich gewachsenem Holz. Holz-Zentralblatt 120, 1969ff    Quelle)

 

Quelle  

Seite 17 von "Holzwerkstoffe in Innenräumen" (technische Dokumentation der LIGNUM)

Siehe auch: Formaldehyd Emission from solid wood

 

 

 

Kritische Raumbelastungen 

 

entstehen vor allem durch den Einsatz von formaldehydhaltigen Klebern und Lacken -  seit vielen Jahren fordert natureplus auf Grund der Einstufung als "krebserzeugend" bereits strengere Grenzwerte für Formaldehyd. (Pressedienst).

 

Aussagen und Gütezeichen beispielsweise zu vollkommen "formaldehydfreien" Holzprodukten sind daher grundsätzlich sehr kritisch zu hinterfragen. (Richtig wäre: "formaldehydfrei verleimt").

 

 

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