MOAH (aromatische Kohlenwasserstoffe)

 

MOAH finden sich in technischen Mineralölen und stellen in Innenräumen ein gesundheitliches Risiko dar – sie äußern sich vor allem aber auch durch einen  unzumutbaren Geruch.

Unter Mineralölen versteht man eine komplexe Mischungen von Kohlenwasserstoffen (C10 - C50), die überwiegend aus fossilen Quellen stammen.

Mineralöle technischer Qualität enthalten neben gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen MOSH (mineral oil saturated hydrocarbons) auch aromatische Bestandteile (MOAH, mineral oil aromatic hydrocarbons). Die MOAH-Fraktion ist ein komplexes Stoffgemisch mit unterschiedlicher und größtenteils unbekannter Toxizität, anders als etwa die strukturell verwandten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).  (Quelle Eurofins)

(Siehe zu PAKS auch EGGBI "Raumschadstoff PAK")

MOAH finden sich in zahlreichen Schmiermitteln und anderen Erdölprodukten – sie können sich aber auch unteranderem in

·         Lebensmitteln,

·         mineralölhaltiger Wellpappe,  

·          "gelber Vaseline" (Petrolatum) wiederfinden – in letzterem Fall abhängig von der bei der Herstellung erfolgten Reinigung der Rohvaseline (diese erfolgt unterschiedlich intensiv  mit Schwefelsäure, Bleicherden, Aktivkohle….)

Aussage Stiftung Warentest: "Die höchsten Belastungen haben die Vaselinen mit bis zu 9% MOAH! ...Kein Wunder, Vaseline besteht ausschließlich aus Mineralöl, es enthält zum größten Teil gesättigte Kohlenwasserstoffe - MIneral-oil Saturated Hydrocarbons, kurz MOSH. "

In elektrischen Aussenleitungen wird Petrolat gerne als zusätzliche "Isolierung" (Längswasserdichtheit) eingesetzt – diese Kabel sind aber ausschließlich für die Außenanwendung geeignet (auch laut Herstelleraussage in den technischen Merkblättern)

und stellen in Innenräumen ein massives Risiko

·       von unzumutbarer Geruchsbelästigung dar –

·       das gesundheitliche Risiko hängt vor allem vom Umfang der MOAH Belastung des dabei verwendeten Petrolats ab.


Substanzen wie Mineralöl (MOAH, MOSH) stehen schon seit längerer Zeit im Verdacht, krebserregend zu sein.

 

Bei Geruchsbelastungen der Innenräume durch MOAH belastete Bauprodukte,

(z.B.   Wellpappe, Petrolat- gefüllte Leitungen, die entgegen der Abweisung der Hersteller auch in Innenräumen eingesetzt worden sind,)

sollte der Verarbeiter unverzüglich zu einem Austausch der Produkte und eventuelle Geruchssanierungen der Räume aufgefordert werden,

Allein die Geruchsbelastung verstößt bereits gegen die MVV-TB (Musterverwaltungsvorschrift technische Baubestimmungen):

A 3 Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz   Seite 53 

A 3.1 Allgemeines

Gemäß § 3 und § 13 MBO1 sind bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden und durch pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse keine Gefahren oder unzumutbaren Belästigungen entstehen.

 

Weigert sich der Verantwortliche (Architekt, Bauträger, Verarbeiter) die Belastung abzustellen, so empfehlen wir eine zusätzliche Untersuchung der "riechenden" Produkte auf toxische Inhaltsstoffe.

Liegt neben der "Geruchs- Belästigung" eine gesundheitliche Gefährdung durch erhöhte Schadstoffkonzentrationen (wie z.B. . MOAH) vor, so kann bei weiterer Weigerung auch eine Strafanzeige wegen "Körperverletzung" erstattet werden.

Auf jeden Fall ist aber in solchen Fällen unmittelbar ein Anwalt empfohlen!

Analytik

Praktiziert wird eine fachgerechte Analytik derzeit vor allem in den Bereichen Lebensmittel, Lebensmittelverpackungen (Recycling- Papier/ Karton, Zellulose) und Kosmetik - im Bereich Bauprodukte wird die Identifikation von MOAH derzeit noch weitgehendst ignoriert - die Vorgangsweise wäre aber grundsätzlich übertragbar.

Lebensmittel:

Derzeit wird die Routineanalytik von MOSH und MOAH unter Verwendung einer online gekoppelten Flüssigchromatographie-Gaschromatographie-Flammenionidationsdetektion (HPLC-GC-FID) durchgeführt.

Diese sich in Ringversuchen als geeignet erwiesene Methode wird von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlen und derzeit konventionsgemäß von vielen Laboren eingesetzt. Zudem ist die Methode in der DIN EN 16995:2017 zur Analytik von pflanzlichen Fetten und Ölen und Lebensmitteln auf Basis pflanzlicher Öle festgelegt.

Aktuell wird eine weitere, von Spack et al. (2017) publizierte Alternativmethode diskutiert, in der ein Gaschromatographie-Massenspektrometer (GC-MS) zur Bestimmung von MOSH/MOAH eingesetzt wird". ("Lci-koeln")

 

"Im Wesentlichen geht es darum, die Mineralölkohlenwasserstoffe aus der Probe zu extrahieren und mit einem geeigneten Verfahren zu analysieren. Gekennzeichnet ist die MOSH/MOAH-Analytik durch eine Vielzahl an Prozessschritten, darunter zahlreiche Aufreingungs- und Trennschritte, um MOSH und MOAH aus der Matrix, sprich den natürlichen Bestandteilen der Probe, herauszulösen, in eine analysierbare Form zu überführen und anzureichern, sodass eine empfindliche Messung möglich wird.

 

Dazu werden zunächst störende Matrixbestandteile wie Triglyceride flüssigchromatographisch (LC) abgetrennt. Quantifiziert werden MOSH/MOAH mittels Gaschromatographie mit Flammenionisationsdetektion (GC-FID). Sie werden i.d.R. getrennt voneinander, wohl aber zeitgleich analysiert, und zwar in einem Zwei-Kanal-GC-System. In Abhängigkeit von der Matrix sind Schritte zur Probenaufarbeitung zu ergänzen, um die resultierenden Chromatogramme von störenden, natürlich vorkommenden Substanzen zu bereinigen. Einige Proben sind vor der LC-Trennung zu epoxidieren.

 

Damit wird das Ziel verfolgt, die Polarität ungesättigter Polyene zu erhöhen, um ihre Affinität zum Säulenmaterial zu steigern und sie aus der Zielfraktion (MOAH) herauszuhalten. Abhängig vom Matrixgehalt ist die MOSH-Fraktion einer weiteren Aufreinigung zu unterziehen. Dazu wird diese Fraktion über aktiviertes Aluminiumoxid (ALOX) geleitet, dass mit n-Alkanen, z.B. pflanzlichen Ursprungs, wechselwirkt und sie zurückhält. Auf den Punkt gebracht: Die Bestimmung von MOSH/MOAH erweist sich, so man sie manuell ausführt, als überaus arbeits- und zeitintensiv." (Laborpraxis Vogel.de)

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