Recycling von Bauprodukten

 

Gesundheitliche Bewertung von Recycling-Bauprodukten

 

Siehe dazu auch Eigenpublikation: Recyling von Dämmstoffen

 

Seiteninhalt

Kunststoff- Verpackungsmaterial, Schaumstoffe und PE Folien

Zellulose- Dämmstoffe, Tapeten, Verpackungsmaterial u.a. aus Altpapier

Kunststoff - Fenster

"Schulen aus Plastikmüll"

 

 

Pressebericht: 20.09.2019  Chemiekeule in Kunststoffverpackungen

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Im Interesse allgemeiner Ressourcenschonung betrachten wir grundsätzlich das Recycling von Produkten als unverzichtbar. Im Baubereich ist aber unbedingt darauf zu achten, dass durch Recyclingmaterialien unkontrolliert Schadstoffe in Gebäude eingebracht werden können, die teils

 

 

 

PE Folien, Kunststoff - Verpackungsmaterial und Schaumstoffe

Schaumstoffrecycling - Zitat:

"Bisherige Recycling-Konzepte für PUR-Weichschäume konzentrieren sich darauf, den Kreislauf bei der Produktion von Neuware betriebsintern zu schließen, wo die Rezepturen bekannt sind…"

Grundsätzlich finden wir das Recycling von produktionsgleichen internen Abfällen ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

"Mit dem innovativen Verfahren können auch Schäume verschiedener Hersteller mit unterschiedlicher Rezeptur gemeinsam recycelt werden. Das ermöglicht es, einen beträchtlichen Teil der alten Matratzen nicht zu verbrennen, sondern für andere Belange stofflich zu nutzen...(https://www.dbu.de/123artikel36027_2430.html)

Die Verwendung von Schäumen unterschiedlicher Hersteller und "Rezeptur" entzieht dem "Produkt" die Grundlage "ständig gleicher Konsistenz" und erhöht damit das Risiko, dass auch schadstoffbelastete Recyclingprodukte mit verwendet werden.

Häufig werden Recycling- Kunststoffprodukte intensiv eingefärbt, da durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien ansonsten ein diffuses, stets wechselndes  "Farbspektrum" zu erwarten ist; bei Baufolien bewegen sich diese Einfärbungen meist zwischen dunklem Blau und intensivem Schwarz.

Von keinem dieser Hersteller konnten wir bisher nachvollziehbare Emissionsprüfberichte erhalten.  

 

Besonders bedenklich ist der Einsatz von

Recyclingkunststoffen (vor allem für Verpackungen):

"Experten der Forschungsgruppe PlastX des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) http://isoe.de haben mehr als 1.000 Chemikalien in Kunststoffprodukten nachgewiesen, wobei drei von vier Produkten schädliche Substanzen enthalten. Darüber hinaus ist ein Großteil der Substanzen in diesem Chemiekalienmix nicht identifizierbar, wie die Wissenschaftler in ihrer in der "Zeitschrift Environmental Science & Technology" publizierten Studie ausführen.Pressetext

siehe dazu auch: Schulen aus Platikmüll - Ziegeln

 

PE - Folien

Bei unserer Suche nach einfachen schadstoffarmen Baufolien stiessen wir auf die Tatsache, dass die meisten sogenannten "PE Folien" teils bis zu über 90 % aus Recyclegranulaten bestehen und die Hersteller nicht bereit (oder in der Lage) sind, Aussagen zu möglichen Emissionen zu machen. Siehe "PE Folien - gesundheiltich unbedenklich?"

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Zellulose - Dämmstoffe, Tapeten, Verpackungsmaterial u.a. aus Altpapier

Schadstoffprüfungen für Gütezeichen mit max. 1x jährlicher Wiederholungsprüfung (zudem meist nur auf einzelne Schadstoffgruppen beschränkt, ohne Prüfung auf Weichmacher u.a.) können hier auf keinen Fall "ausreichend" eine durchgehende Schadstoffarmut nachweisen.

Sicherlich sind diese Risiken auch ein Grund, warum die RAL-UZ 36 (Blauer Engel für Zellulosedämmstoff) inzwischen nicht mehr publiziert wird.

https://www.blauer-engel.de/de/fuer-unternehmen/vergabegrundlagen 

Noch finden sich allerdings im Internet entsprechende «Hinweise»; https://nachhaltiges-bauen.de/baustoffe/Zellulosed%C3%A4mmung) und bedauerlicherweise wurde Zellulose in das Zertifkatsverfahren von "natureplus" aufgenommen. (Wie erfolgt hier die permanente, nachvollziehbare "Rohstoffkontrolle" eines Recyclingmaterials?)

 

Erstaunlicherweise fordert aber der Blaue Engel  für Tapeten trotz der "großen Oberflächenbelegung" durch Tapeten weiterhin

RAL-UZ 35Tapeten und Raufaser überwiegend aus Papier-Recycling

mindestens 600 kg Altpapier pro 1000 kg gefertigten Neupapiers, davon müssen mindestens 50% Altpapier der unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten (Sorten 1,2,4 und Sondersorten 5, ausgenommen 4.07) bestehen.

Raufasertapeten müssen sogar zu 100 % aus Altpapier bestehen.     (Stand September 2019)

Angesichts der mehrfach festgestellten hohen Schadstoffkonzentrationen in Altpapier können wir solche Produkte auf keinen Fall empfehlen.

Das Forschungsprojekt

"Ausmaß der Migration unerwünschter Stoffe aus Verpackungsmaterialien aus Altpapier in Lebensmitteln“ durchgeführt von 4 international anerkannten, namhaften Instituten im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2012)ergab beispielsweise sehr hohe Belastungen von Zeitungspapier mit Mineralölen (Bericht: Punkt 5.1.3 und 5.1.15 Seite 60 ), daneben fanden sich erhöhte Anteile von Weichmachern, Schwermetallen in diversen unterschiedlichen Altpapierchargen. 

Interessant finden wir bei den Kriterien für Tapeten das Verbot zahlreicher kritischer Stoffe durch "Herstellernachweise":

"Nachweis:

Der Antragsteller weist die Einhaltung der Anforderung durch Vorlage von Erklärungen der Lieferanten von chemischen Additiven gemäß Anlage 3 zum Vertrag nach RAL-UZ 35 nach. Die Erklärungen müssen vom Leiter der Produktentwicklung des jeweiligen Unternehmens oder einer vergleichbaren technischen Abteilung unterschriebensein. Auf Verlangen der RAL gGmbH sind die relevanten Sicherheitsdatenblätter bereitzustellen."

 

 

EGGBI Stellungnahme dazu:

Bei einem Altpapieranteil von 100 % wird es kaum möglich sein, von den sicher nicht mehr feststellbaren "Lieferanten" (den unterschiedlichsten Zeitungsherstellern beispielsweise) solche Nachweise einzufordern. 

Obwohl die Aussage geprüft nach RAL UZ 35 auf dem Logo ausdrücklich bei entsprechender Nachforschung auf der Homepage des Blauen Engers nur auf den Schutz der „Ressourcen“ verweist und nicht mit „schützt Umwelt und Gesundheit“ wirbt, wissen wir aus unseren Beratungen, dass der Verbraucher solche „Feinheiten“ kaum unterscheidet bzw. erkennt, und mit einem „Blauen Engel“ immer auch Gesundheits- Verträglichkeit verbindet. 

Hersteller-Eigenaussagen (Deklarationen) und diverse "Gütezeichen" ersetzen aus unserer Erfahrung 

keine Nachweise permanenter externer Wareneingangskontrolle mit entsprechenden permanenten(!) Schadstoffprüfungen. 

Die Glaubwürdigkeit von "Herstelleraussagen" zur Unbedenklichkeit hat sich in der Vergangenheit (teilweise auch mit massiver öffentlicher Unterstützung - siehe (Beispiele jahrzehntelanger Ignoranz )  ja wiederholt "bewiesen".

 

 

Konsequenzen für Baustoffberatungen:

 

Bei der Beratung der besonderen EGGBI Klientel mit dem Anspruch "Schaffung eines möglichst emissions-armen Lebensraums" 

sehen wir daher abgeleitet grundsätzliche Vorbehalte für den Einsatz von Produkten, deren Schadstoffbelastungen nicht durchgängig überprüft werden kann

Zu groß ist aus unserer Sicht das Risiko, durch möglicherweise(!) vorbelastete Sekundärrohstoffe (Beispiel: Zellulose, Kunststoffgranulate, Altholz) gesundheitsgefährdende, zumindest aber sensibilisierende Stoffe in die Gebäude einzubringen.

Hier läge es an den Herstellern, solche Bedenken nachhaltig und glaubwürdig auszuräumen.Bisher konnten wir aber auch von "natureplus geprüften" Zellulose - Dämmstoffherstellern keine Prüfberichte erhalten!

 

Siehe dazu unseren Diskussionsbeitrag:   

Dämmstoffrecycling

 

Aussage des Umweltbundesamtes zu Recycling von Bauprodukten:

"Auch Kunststoffe und Holzwerkstoffe, mineralische Baustoffe und Dachdeckungsmaterialien können unerwünschte Stoffe enthalten. Über das Recycling können auch bereits verbotene Stoffe beigemischt werden. Bisher wird vor der Vermarktung eines Produkts oft nicht ausreichend bewertet, ob es Schadstoffe freisetzt."  https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/bauprodukte 

 

 

Hinweise zu Cradle to Cradle

Gütezeichen für Baustoffe aus "gesundheitlicher" Sicht

 

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Kunststoffenster

Wie bei vielen anderen "Bauprodukten" wird auch hier manchmal mit dem Nachhaltigkeitsargument "Recycling" sogar ausdrücklich "geworben".

Obwohl Hart PVC keine Weichmacher "benötigt", fanden wir aber auch in der Vergangenheit in Kunststoffenstern bedenkliche Inhaltsstoffe - verursacht durch den Einsatz kaum "kontrollierbarer" Recyclinggranulate mit unterschiedlichsten Farbstoffen, Schwermetallen bis hin zu Weichmachern, Flammschutzmitteln.

Daher empfehlen wir auch hier, möglichst auf "Recycling"-Produkte zu verzichten (Ausnahme: firmeninternes Recycling von Rein-Hart-PVC aus produktionsbedingten Schnitt- Abfällen der eigenen Profile").

Da auch die weiteren Verarbeitungsmittel (Dichtmassen etc.) belastet sein können, bevorzugen wir Produkte, die als "Ganzes" emissionsgeprüft sind (solche sind bereits auf dem Markt) , da den Verbraucher letztendlich vor allem interessiert, ob aus dem fertigen "Gesamtprodukt" Fenster gesundheitsrelevante Emissionen zu erwarten sind.

 

Ein weiterer Hinweis:

Bei der Anlieferung sind Kunststoffenster mit Schutzfolien versehen, die in der Vergangenheit teilweise "massive" Weichmacheremissionen verursachten.

Derart geschützte Fenster sollten möglichst nicht in den künftigen Wohnräumen bis zum Einbau gelagert werden, die Schutzfolie sollte möglichst rasch nach dem Einbau entfernt und entorgt werden, um "Sekundär - Konterminationen" im Raum (unter anderem im Putz) ausschließen zu können.

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Schulen aus Platikmüll - Ziegeln

 

Kritisch ist auf jeden Fall in diesem Zusammenhang ein vielbeworbenes UNICEF Programm zu sehen, in welchem mit Plastikabfällen, alten Autroreifen... Ziegel für Schulen in den Entwicklungsländern hergestellt werden.

Schulen aus Plastikmüll (Spendenaufruf der UNICEF für eine "Kooperationsaktion" mit einem südamerikanischen Konzern Concepto Plasticos im Juli 2019):

"Zu viel Müll und zu wenig Bildung – aus beiden Problemen hat UNICEF jetzt ein innovatives Projekt gemacht: Wir wandeln Kunststoff-Abfälle in wertvolle Baumaterialien für Schulen um und ermöglichen Kindern so den Zugang zu Bildung in einer sauberen Umgebung.

Helfen Sie uns, möglichst viele Klassenzimmer in der Elfenbeinküste zu bauen und benachteiligten Mädchen und Jungen eine Perspektive zu geben!"  Spendenaufruf

 

Unter "positive Nachrichten" wird publiziert: 

Material von der Müllhalde

Conceptos Plasticos hat bereits mehr als 500 Tonnen Kunststoff recycelt, das auf einer Fläche von 4.000 Quadratkilometern verbaut wurde. Das Baumaterial wird von den lokalen Entsorgungsunternehmen und Gemeinden geliefert. Recycelt wird dabei vor allem Plastik, Elektroschrott und alte Autoreifen. Die unterschiedlichen Materialien werden geschmolzen und dann in Form gegossen. Ein feuerfester Stoff wird ebenfalls hinzugefügt, damit die künftigen Hauser brandgeschützt sind. Ausserdem sind die Häuser erdbebensicher, da es ein erhöhtes Risiko in diesem Teil Südamerikas gibt.

(Unser Kommentar dazu: "alte Autoreifen – möglichst mit krebserzeugenden Nitrosaminen?"; "feuerfester Stoff": hormonell wirksame "Flammschutzmittel?")

 

Passend dazu eine Veröffentlichung der Goethe Universität Frankfurt, September 2019: 

"Bedenklicher Schadstoffmix

In Zusammenarbeit mit Kollegen der Goethe-Universität Frankfurt http://uni-frankfurt.de und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegen http://ntnu.no haben die Fachleute in 34 Alltagsprodukten aus Kunststoff die Chemikalien hinsichtlich ihrer Gesamttoxizität und ihrer Zusammensetzung untersucht - unter anderem Produkte wie Joghurtbecher, Trink- und Shampoo-Flaschen aus acht verschiedenen Kunststofftypen.

"Wir fanden in drei von vier getesteten Produkten schädliche Substanzen, darunter Chemikalien, die toxisch auf Zellen wirken oder endokrine, also hormonähnliche Effekte hervorrufen", berichtet Lisa Zimmermann, Erstautorin der Studie. In den Plastiktypen Polyvinylchlorid (PVC) und Polyurethan (PUR) fand sich eine größere Zahl von Chemikalien und die Effekte waren bedenklicher als etwa die in Polyethylenterephthalat (PET).

1.400 Chemikalien enthalten

"Es waren insgesamt mehr als 1.400 Chemikalien in den Produkten enthalten. In einzelnen Produkten fanden wir sogar mehr als 100 verschiedene Substanzen. Von diesen 1.400 Substanzen konnten im Labor nur 260 identifiziert werden. Etwas mehr als 80 Prozent aller nachgewiesenen Substanzen konnten wir mithilfe chemischer Analysen nicht identifizieren"." (Pressetext, 17.09.2019),

 

Wir haben die Firma, die diese "Ziegel" herstellt ( conceptosplasticos.com )

und mit sozialer und ökologischer Konzeption wirbt,

im Juli 2019 ebenso wie die UNICEF um Antwort gebeten, wie sie mit dieser Problematik der Schadstoffbelastung umgeht.

Auf keinen Fall sollte mit unserem "Wohlstandsmüll" die Gesundheit von Kindern in den Entwicklungsländern durch langfristige hormonelle Schädigungen (Weichmacher, Flammschutzmittel aus Plastikabfällen) und durch krebserzeugende Nitrosamine aus alten Autroreifen geopfert werden.

 

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Es handelt sich hier um die Wiedergabe von uns zur Verfügung gestellten Informationen – Korrekturwünsche werden nach Möglichkeit umgehend berücksichtigt, für die Meldung von sachlichen Fehlern und nicht funktionierender Links sind wir dankbar.

 

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