PFAS, PFC (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)

 

Was sind PFC (PFAS)?

Perfluorierte Verbindungen

 

Unter dem Begriff per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) wird eine Untergruppe der organischen Fluorverbindungen verstanden, bei denen alle oder weitgehend alle Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst durch Fluoratome ersetzt sind (siehe Abb. 1). Eine ältere Bezeichnung für diese Substanzklasse lautet perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC). Da es sich bei der polaren Kohlenstoff-Fluor-Bindung um eine der stabilsten Bindungen in der organischen Chemie handelt, weisen die PFAS eine höhere thermische und chemische Stabilität auf als analoge Kohlenwasserstoffverbindungen.

Eine Untergruppe der PFAS sind die sogenannten perfluorierten Tenside. Diese Bezeichnung ist jedoch nur im deutschen Sprachraum üblich. Es handelt sich um Substanzen mit einem amphiphilen Charakter. Während die fluorierte Kohlenstoffkette lipophil ist, besitzt die Kopfgruppe hydrophile Eigenschaften. Dadurch sind sie, wie andere Tenside, in der Lage, die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen herabzusetzen. Die derzeit am meisten diskutierten Stoffgruppen der perfluorierten Tenside sind die perfluorierten Alkylcarbonsäuren (PFCA), die perfluorierten Alkylsulfonsäuren (PFSA) und die Fluortelomeralkohole (FTOH)

PFOS-Verbindungen („PFOS related compounds“) sind eine große Gruppe von anthropogenen Chemikalien, die alle Derivate der Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) sind oder in der Umwelt in diese umgewandelt werden können. In der Abbildung 1A ist das Anion der Perfluoroctansulfonsäure, das Perfluoroctansulfonat, grafisch dargestellt. Bei den perfluorierten Alkylcarbonsäuren (PFCA) handelt es sich um Chemikalien, die eine Carbonsäuregruppe direkt an der perfluorierten Kohlenstoffkette tragen. Als Beispiel ist in Abbildung 1B die Perfluoroctansäure (PFOA) gezeigt. Auch der Begriff PFOA wird als Gruppenname für die eigentliche Säure und ihre Salze verwandt.

Bei den Fluortelomeralkoholen handelt es sich um verschiedene Chemikalien, die neben der fluorierten Kohlenstoffkette noch kohlenstoffgebundene Wasserstoffatome und eine OH-Gruppe aufweisen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

 

 

 

 

Umweltbundesamt warnt: Kinder und Jugendliche haben zu viele PFAS im Blut"

"Kinder haben zu viele PFAS Chemikalien im Blut" (MDR, 06.07.2020)

"Kinder haben zu viele Chemikalien im Blut"  (NTV 06.07.2020)

"Viele Kinder haben laut Studie zu viele Chemikalien im Blut" (Welt, 06.07.2020)

 

 

Abbau von PFAS in der Umwelt dauert Jahrzehnte (Chemienews, 21.01.2021)

 

PFC ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien – auch bekannt als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) oder PFT (perfluorierte Tenside). Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 3000 verschiedene Stoffe. PFC kommen nicht natürlich vor. Chemisch gesehen bestehen die organischen Verbindungen aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. Am häufigsten werden perfluorierte Carbon- und Sulfonsäuren sowie deren Vorläuferverbindungen verwendet. Als Vorläuferverbindungen werden Stoffe bezeichnet, die zu diesen persistenten perfluorierten Stoffen abgebaut werden können.

Aufgrund unterschiedlicher chemischer Eigenschaften werden PFC in langkettige und kurzkettige PFC unterteilt. Als kurzkettige PFC gelten beispielsweise perfluorierte Carbon- und Sulfonsäuren (sowie entsprechende Vorläuferverbindungen) mit weniger als sieben beziehungsweise sechs perfluorierten Kohlenstoffatomen. (Umweltbundesamt)

Zitat "ökologisches Baustofflexikon":

"PFOS (Perfluoroctansulfat) gelten als krebserzeugend beim Menschen... Einsatzgebiete sind Textilien, textile Bodenbeläge, Ledermöbel, Papier, Verpackungen, Anstrichstoffe, Reinigungsmittel..."

Zitat: Umweltbundesamt "Schwerpunkt PFAS"

PFAS verteilen sich in der Innenraumluft durch Verflüchtigung aus Erzeugnissen, zum Beispiel aus Imprägniersprays. Ausdünstungen aus Schmutz abweisend behandelten Teppichen oder Heimtextilien haben PFAS-Gehalte in Innenräumen zur Folge.

 

Auswahl wichtiger perfluorierter Verbindungen:

 

Aufgrund ihrer thermischen und chemischen Stabilität, ihrer Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Verwitterung sowie der schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisenden Eigenschaften fanden PFOS-Verbindungen in einer Vielzahl von Industrie- und Konsumprodukten Anwendung. Im Gegensatz zu PFOS werden PFOA-Verbindungen im Wesentlichen nur als Prozessierungshilfe (Emulgatoren) in der Herstellung von Fluorpolymeren eingesetzt. Eine Verunreinigung der Umwelt ist somit insbesondere durch Emissionen während des Herstellungsprozesses und als Verunreinigung in Polymeren sowie anderen Anwendungen zu befürchten.

Die vorgenannten Substanzen lassen sich in vielen Umweltmedien und Organismen nachweisen und sind aufgrund ihrer Persistenz und Akkumulation teilweise verboten. Vor diesem Hintergrund werden verstärkt Ersatzprodukte entwickelt und eingesetzt. Eines ist das sogenannte ADONA (Ammoniumsalz der Perfluor-4,8-dioxa-3H-nonansäure; siehe Abbildung 1D), das anstelle von PFOA als Prozessierungshilfe im Rahmen der Fluorpolymerproduktion eingesetzt wird. (LGL Bayern)

Mehr Infos - Umweltbundesamt Schwerpunkt PFAS

 

 

PFC und "Gütezeichen für Bauprodukte"

 

Für unsere Zusammenfassung Gütezeichen für Bauprodukte und Gebäude sind wir derzeit dabei, verschiedene Label- Vergabestellen zu befragen, in welchem Ausmaß PFAS/PFC bei ihren Produkt-Bewertungen einfließen.

Derzeit kennen wir kein Gütezeichen, für welches eine Untersuchung auf diese Stoffe erfolgt; sie zählen zwar zu den "Ausschlußkriterien" -  die Labelstellen begnügen sich aber mit den Aussagen der Hersteller.

Siehe dazu "Volldeklaration durch Hersteller".

Analytik- Möglichkeit für Feststoffe: DIN 38414-14

 

 

  • DIN 38414-14:2011-08
  • DIN 38414-14:2011-08
  • DIN 38414-14:2011-08
  •  

Wo komme ich mit PFAC (PFC) in Berührung?

Eingesetzt werden die Stoffe  unter anderem - dies vor allem auch auf Grund ihrer  "schmutzabweisenden" aber auch antistatischen Eigenschaften in Bodenbelägen, Teppichen, aber auch in Kunststoffrohren - unter anderem für die Automobil, Luft und Raumfahrtechnik. (Beispiel: "Aptubing.com")

 

PFBS - Einsatz als Antistatikum:

reach BW PFBS (Punkt 2: Informationen zur Anwendung)

 

Umweltbundesamt:  PFAS- unsere ewigen Begleiter

Umweltbundesamt:  PFC

 

PFAS in Tapeten, Lacken, Beschichtungen...

 

"PFAS können nicht nur direkt über Lebensmittel aufgenommen werden, sondern auch über die Luft, Hausstaub und andere Konsumgüter. Da die Substanzen wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften haben, werden sie in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Geschirr, Textilien wie Outdoor- und Arbeitskleidung, Papier, Pizzakartons, Teppiche, Wachs, Schmiermittel, Pestizide sowie Baustoffe, zum Beispiel spezielle Lacke und Farben.

Ausdünstungen von Schadstoffen in Farben und Lacken, Teppichen und Tapeten können Augen, Nase und Haut reizen."   Textquelle

 

Fluorverbindungen in den meist nicht deklarierten "Additiven" der Kunststoffproduktion

In der Kunststoffproduktion wird eine Vielzahl von Additiven eingesetzt, deren chemische Zusammensetzungen in der Regel dem Verarbeiter, und erst recht dem Endkunden, unbekannt sind. Lediglich aus den technischen Datenblättern der Additivhersteller kann geschlossen werden, mit welchen chemischen Stoffen zu rechnen ist. Fluorverbindungen gehören definitiv dazu, sowohl als Tenside, als auch in der Form von Polymerpartikeln. Polymere können zum Beispiel aus Teflon® bestehen und als Pulver mit Partikelgrößen im unteren Mikrometerbereich eingesetzt werden (Beispiel: Zonyl® Fluoradditive). "bund-net (Fluorstudie, Seite 26)

(Datenbank zu Additiv- Identifizierung)

 

 

PFAS finden sich auch in Antibeschlagmittel für Brillen.

PFAS erkennen: 

Die Inhaltsstoffe von Antibeschlagmitteln werden leider oftmals nicht auf der Verpackung, auf der Angebotsseite im Internet oder im Beipackzettel aufgelistet. Ohne diese Informationen können Verbraucher jedoch nicht erkennen, ob es sich um ein schadstoffhaltiges Produkt handelt oder nicht. Fehlen solche Angaben, sollten Kunden die Nebelkiller für Brillengläser nicht kaufen.

Wenn in der Liste der Inhaltsstoffe der Namensbestandteil „-fluor“ oder „-fluoro“ auftaucht, sind wahrscheinlich PFAS enthalten. Auch Begriffe wie „hydrophob“ oder „wasserabweisend“ in der Beschreibung können ein Hinweis auf PFAS sein.

• Allergiker sollten besonders achtsam sein:
 Wasserhaltige Antibeschlagmittel können außerdem Konservierungsstoffe enthalten, die teilweise Kontaktallergien hervorrufen. Menschen, die darauf bereits allergisch reagiert haben, sollten in jedem Fall die Inhaltsstoffe mit ihrem Allergiepass vergleichen. Denn Teile der behandelten Brille berühren schließlich längere Zeit die Haut.

Pressebericht 05.01.2021

PFAS in der Textilindustrie

 

PFC finden wegen ihrer besonderen Eigenschaften – wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil – in vielen Verbraucherprodukten wie Kochgeschirr, Textilien und Papier Anwendung.

Der Textilindustrie kommen vor allem die wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften zugute. So werden PFC gern in Outdoor-Kleidung und Arbeitskleidung eingesetzt und die PFC-haltigen Imprägniermittel helfen, dass auch nach mehrmaligem Waschen diese Eigenschaften in den Textilien bestehen bleiben. Auch im Heimtextilbereich werden PFC für schmutzabweisende Teppiche verwendet.

Die gleichzeitig fett- und wasserabweisenden Eigenschaften werden außerdem in der Lebensmittelverpackungsindustrie geschätzt und somit kommen PFC beispielsweise in Pappbechern oder Pizzakartons zum Einsatz.

Bei der Herstellung von Fluorpolymeren wie zum Beispiel Polytetrafluorethylen (PTFE) werden PFC als Hilfsmittel verwendet, so dass Spuren dieser Verbindungen im fertigen Produkt, wie antihaftbeschichtetem Kochgeschirr, enthalten sein können.

Weitere (und nicht vollzählige) Anwendungsgebiete der PFC sind:

  • Feuerlöschschäume (siehe dazu Pressebericht - Grundwasservergiftung)
  • Wachse/Schmiermittel (z.B. Skiwachse)
  • Pestizide
  • Baustoffe (z.B. Wetterschutzfarben und – lacke, zum Schutz vor Verschmutzung von Häuserfassaden)

 

Flüchtige PFC, zum Beispiel aus Imprägniersprays verteilen sich über Luftströmungen in die Atmosphäre. PFC können auch an Partikel adsorbieren und so über weite Strecken in der Luft transportiert werden. Über Niederschlagsereignisse gelangen PFC wiederum in Boden und Oberflächengewässer.

Der Mensch nimmt PFC hauptsächlich über die Nahrung oder über verunreinigtes Trinkwasser auf. Auch erhöhte Konzentrationen von PFC in der Innenraumluft, beispielsweise durch Teppiche mit schmutzabweisender Ausrüstung, tragen zur PFC-Belastung des Menschen bei.

 

PFAS in Bodenbelägen

Teppiche 

"Teppich

Sieht nach Naturfasern aus, und das stimmt auch. Hilft aber alles nichts, denn die schmutzabweisende Beschichtung wird mit Hilfe von PFC erzeugt.

Was tun?

Wenn du keine PFC zu Hause in deiner Luft haben möchtest, solltest du im Laden nach PFC-freien Teppichen fragen. Und falls du nachimprägnieren möchtest, sollte das Imprägnierspray natürlich auch PFC-frei sein!" https://www.umweltbundesamt.de/pfc-planet

Bedauerlich allerdings, dass der Händler kaum weiss, ob der Teppich PFC frei ist!

Die Hersteller sind in der Regel nicht bereit sind, wirklich umfassende Schadstoffprüfberichte zur Verfügung zu stellen, Label Vergabestellen teilweise zwar "Ausstattungen wie antibakteriell, schmutzabweisend, antistatisch"  verbieten", sich aber mit Herstellererklärungen zufrieden geben, anstatt glaubwürdige Prüfberichte einzufordern oder selbst entsprechend zu prüfen! Dies gilt im übrigen nicht nur für Teppiche, sondern auch für auch für zahlreiche andere Bodenbeläge!

Ein Nachweis wäre im Rahmen der Laboranalytik jederzeit möglich (Verfahren HPLC-MS/MS DIN 38414-S14)!

 

Weitere Bodenbeläge

Auch in anderen Bodenbelägen können  sich diese Stoffe als unerwünschte Kunststoff- Additive, Antistatika, Flammschutz finden. Sie werden in der Regel nicht deklariert; vor allem für Kleinkinder, die sich vorwiegend im Bodenbereich aufhalten, sind entsprechende Raumluft und eingeatmeter Hausstaub (Abrieb) besonders relevant.

 

Zusammenfassung

 

Einsatzbereiche für fluorierte Polymere sind:

 

• Beschichtungen von Textilien, Tapeten, Papier, Karton, Leder

Sprays zur Oberflächenimprägnierung

• Beschichtung von Kunststoffen: Kaffeebecher und Einmalgeschirr aus Polystyrol

Oberflächenbeschichtungen, Lacke, Polituren

UV-härtende Beschichtungen

Antibeschlagmittel für Brillen

 

 

Auch als Zusatzstoffe oder Hilfsstoffe können fluorierte Polymere, zum Beispiel in Form feinverteilter Partikel eingesetzt werden:

 

Oberflächenglättung und Glanz für Farben und Beschichtungen

• Netzmittel für Wachse, Polituren, graphische Anwendungen

• Antischaummittel

• Antikleb- und Hautschutzwirkung bei Lippenstiften, Cremes, Haar-Conditioner (Auszug aus Studie des BUND)

 

Perfluorierten Alkyle finden sich aber auch bereits im Trinkwasser - dies veranlasste das Umweltbundesamt, "Richtwerte" für diese Stoffe im Trinkwasser zu erstellen.

 

Bewertung von perfluorierten Substanzen im Trinkwasser

 


 

Siehe dazu auch:

EGGBI- mögliche Schadstoffe in Bodenbelägen

Deutsche Umwelthilfe: "Keine Schadstoffe in Teppichböden"

 

 

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Endverbraucherprodukte im Textilbereich

Endverbraucherprodukte für den Textilbereich sind vor allem Sprays zur nachträglichen oder auffrischenden Imprägnierung und sogenannte „Wash-Ins“, Zusätze für die Imprägnierung in der Waschmaschine.

Eine umfangreiche Auflistung konkreter belasteter Produkte bietet der BUND in seiner "Fluorstudie (Kapitel 4)

 

 

Umweltbelastung für viele Jahrzehnte

 

21.01.2021

Gesundheitsschädliche PFAS - nach wie vor im "Einsatz"

Abbau in der Umwelt benötigt Jahrzehnte

Obwohl hier erneut nachgewiesen wird, dass PFAS über Jahrzehnte nicht abgebaut werden können, finden sich diese Stoffe nach wie vor in einer Reihe von Produkten des täglichen Bedarfs , aber auch in Bodenbelägen (schmutzabweisend, auch als Antistatika...),in Wetterschutzfarben und "wetterfesten Textilien".

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Perfluorierte Tenside (PFT)

Perfluorierte Tenside (PFT)

Eine Teilmenge der PFC ist unter der Bezeichnung PFT (perfluorierte Tenside) bekannt und betrifft verschiedene PFC, die aufgrund ihrer Tensid-Eigenschaften bei der Herstellung zahlreicher Industrie- und Konsumgüter verwendet werden, da sie schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisend und außerdem hitzestabil sind.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses standen anfangs vor allem zwei PFT-Stoffgruppen, die Perfluoroctansäure (PFOA) und die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), die auch weltweit im menschlichen Blut nachgewiesen werden können: Der Körper scheidet beide Verbindungen nur langsam wieder aus.

 

Chemische Eigenschaften

PFT in Muttermilch und Nahrung

Verwendung

Analyseparameter bei perfluorierten Tensiden (Eurofins)

PFTs in der Nahrungskette (Universitätsbibiliothek Erlangen-Nürnberg)

 

 

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Gesundheitliche Bewertungen an Hand einiger Beispiele

Umweltbundesamt warnt: Kinder und Jugendliche haben zu viele PFAS im Blut"

"Als besonders kritisch beurteilen die Wissenschaftler die perfluorierten Alkyle. Dies sind fluorhaltige organische Verbindungen, die als langlebige Umweltschadstoffe gelten und sich in den Geweben des Menschen anreichern. Laut ersten Studien sind haben perfluorierte im Körper eine karzinogene Wirkung."

Zitat aus "109 Industriechemikalien im Blut neugeborener Babys", 19.03.2021

 

"Die lange Halbwertszeit der perfluorierten und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Körper von mehreren Jahren (ungefähr vier bis fünf Jahre für Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS)) bedarf der sorgfältigen Beobachtung in der Zukunft. Denn die Stoffe können in höheren Konzentrationen die Leber schädigen, sie haben sich im Tierversuch als krebsauslösend und schädlich für die Fortpflanzung erwiesen." Bundesinstitut für Risikobewertung, 05.03.2014

 

Internationale Allianz für Gesundheit und Umwelt HEAL

Brüssel

"Wie sich PFAS-Chemikalien auf Frauen, Schwangerschaft und die menschliche Entwicklung auswirken"

 

"Die Exposition gegenüber PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen), einer Klasse von mehr als 4.700 weit verbreiteten synthetischen Chemikalien, stellt eine globale Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt dar. Die Internationale Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe (FIGO), die Health and Environment Alliance (HEAL) und die University of California in San Francisco (UCSF) haben sich zusammengetan, um sofortige Maßnahmen gegen diese „Forever Chemicals“ zu fordern, um die reproduktive Gesundheit zu schützen."    Mehr Infos

 

 

 

 

Beispiele:

Perfluoroctansäure (PFOA)

Pentadecafluoroctansäure

CAS: 335-67-1

"PFOA wird als Ursache einiger gesundheitlicher Probleme beim Menschen vermutet, wie hohe Cholesterinwerte, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Hodenkrebs, Nierenkrebs und schwangerschafts-induzierter Bluthochdruck. Tierversuche zeigten außerdem nachteilige Entwicklungsstörungen. Für den wissenschaftlichen Beirat der US-EPA gibt es „Hinweise auf mögliche Karzinogenität, die aber nicht ausreichen, um das karzinogene Potenzial zu beurteilen“. In der Europäischen Union wird PFOA rechtsverbindlich als krebserzeugend (Kategorie 2) und reprotoxisch (Kategorie 1B) eingestuft."

PFOA wird als „besonders besorgniserregender Stoff" (SVHC = Substance of Very High Concern) angesehen. Es wird als persistente, bioakkumulative und toxische Substanz („PBT“) eingestuft, da es sich in der Umwelt anreichern und in Organismen bioakkumulieren kann. Dies führt dazu, dass kein sicheres Expositionsniveau festgelegt werden kann. Daher sollen die Emissionen von PFOA minimiert werden.

 

Gefahrenhinweise - H-Sätze:

H302+H332: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder bei Einatmen.
H318: Verursacht schwere Augenschäden.
H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen.
H360D: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
H362: Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.
H372: Schädigt die Organe bei längerer oder wiederholter Exposition.
-------- Betroffene Organe: Leber

Gestis Stoffdatenbank

Perfluordecansäure (PFDA)

CAS: 335-76-2

Nonadecafluordecansäure
Perfluordecansäure
Nonadecafluorcaprinsäure
Perfluorcaprinsäure

Gefahrenhinweise - H-Sätze:

 

H301: Giftig bei Verschlucken.
H315: Verursacht Hautreizungen.
H319: Verursacht schwere Augenreizung.
H335: Kann die Atemwege reizen.
H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen.
H360Df: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
H362: Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.

Gestis Stoffdatenbank

 

Perfluorbutansulfonsäure (PFBS)

CAS: 375-73-5

Einsatz unter anderem:

Katalysator, Flammschutzmittel, Additiv/Reaktant für Polymerisationsreaktionen, Antistatikum

Oberflächenbehandlung von porösen harten Oberflächen wie z.B. Keramiklfliesen, Beton, Mörtel, Granit, Ton. Schiefer, Kalkstein, Marmor 

Textilien, Leder: wasser- und schmutzabweisender Schutz

Kunststoffe: Antistatikmittel

Elektrische und elektronische Erzeugnisse, Kunststofferzeugnisse, Bekleidung, Schuhe und Teppiche.

Gefahrenhinweise - H-Sätze:

H315: Verursacht Hautreizungen.

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

H319: Verursacht schwere Augenreizung

H335: Kann die Atemwege reizen.

Textquelle

 

Ammoniumperfluoroctansulfonat

Ammoniumheptadecafluoroctansulfonat

CAS: 29081-56-9

Gefahrenhinweise - H-Sätze:

H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H360D: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
H372: Schädigt die Organe (alle betroffenen Organe nennen) bei längerer oder wiederholter Exposition (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H332: Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H362: Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.

H411: Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

 

Gestis Stoffdatenbank

 

 

 

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