Raumschadstoff PCB

 

Seit 1978 verboten - aber noch immer präsent

Siehe dazu auch:

atändig aktualsierte Zusammenfassung von Informationen aus der EGGBI Schriftenreihe:

"Publikation Raumschadstoff PCB mit Hinweisen zu Vorkommen, Grenzwerten, Messmethoden, Sanierung und Presseberichten von Schadensfällen"

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TV Bericht:  "das vergessene Gift"  (SWR, 18.07.2018) zum Sendebeitrag/ Mediathek

 

Beiträge aus dieser Seite:

PCB und Schulen/ Kitas

Erfolglose PCB Sanierungen von Schulen

PCB am Arbeitsplatz -Dortmunder ENVIO Skandal

PCB in Lebensmitteln

PCB Grenz-Richt-Orientierungswerte

Erfassung von PCB Werten

Gesundheitsgefährdung durch PCB

Bagatellisierung des Gesundheitsrisikos PCB

Argumente mancher(!) Gesundheitsämter

Umweltbelastungen und medizinische Untersuchungen

Positives Beispiel - sofortiges Handeln an einer Schule

Quellen für PCB in Gebäuden

Sekundärbelastungen durch PCB

Sanierung - siehe Publikation PCB

 

Dezember 2016: US Bundesstaat Washington fordert Schadenersatz von Monsanto

 

PCB - Stoffbeschreibung

PCB (polychlorierte Biphenyle)-  nicht zu verwechseln mit dem Holzschutzmittel PCP (Pentachlorphenol)

1921 erstmals hergestellt, ist der Einsatz teilweise bereits seit 1976 (Ministerialrat der EG in offenen Systemen) verboten.

PCB sind eine Gruppe von insgesamt 209 chemischen Verbindungen (sog. PCB-Kongenere) aus Biphenyl und Chlor.

Diese Verbindungen wurden industriell hergestellt und wegen technisch interessanter Eigenschaften vielfältig verwendet. 

Einsatzgebiete

PCB sind schwer entflammbar, beständig und widerstandsfähig gegen Säuren und Laugen. Sie wurden deswegen z.B. als elektrische Isolatoren in Transformatoren und Kondensatoren, als Weichmacher in Kunststoffen, in Dichtungsmaterialien für Gebäudedehnungsfugen sowie in Hydraulikanlagen in erheblichem Umfang eingesetzt.

Trotz des inzwischen durchgesetzten Stoffverbotes  geraten Polychlorierte Biphenyle (PCB) immer wieder in die Schlagzeilen:

Skandale um die Belastung von Schulgebäuden oder die Kontamination von Tierfutter sind Beispiele für die traurige Karriere einer Substanzgruppe, die einst hoch gelobt und in zahlreichen Bereichen gerne eingesetzt wurde. Erst als man sie in hohen Konzentrationen z. B. in Fischen und in der Muttermilch nachweisen konnte, wurde man auf ihre Gefahren für Umwelt und Gesundheit aufmerksam. In den letzten Jahren sind zudem die dioxinähnlichen PCB besonders ins Blickfeld geraten. Textquelle und mehr dazu

 

Krebserzeugendes PCB in Schul- und Universitätsgebäuden

Viele Schüler und Studenten atmen in Deutschland täglich mehr krebserzeugendes PCB ein, als es die Weltgesundheitsorganisation für tolerabel hält. PCBs, polychlorierte Biphenyle, wurden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung gemeinsam mit Asbest als krebserzeugende Substanzen in die höchste Gefahrengruppe eingeordnet. Seit 1978 ist die Beimischung in Baustoffen verboten. Doch PCBs gasen auch nach Jahrzehnten noch aus belasteter Fugenmasse und Farben aus. Verwendet wurden sie in Deutschland vor allem beim Bau öffentlicher Gebäude. Nach Recherchen des Fernseh-Wirtschaftsmagazins "Plusminus" vom NDR im Ersten zeigt sich, dass sogar nach einer PCB-Sanierung Raumluft weiterhin teilweise hoch mit PCB belastet ist, obwohl diese Räume offiziell "frei gemessen" wurden. 

In einer Analyse für das Bundesumweltamt wird kritisiert, dass die Belastung der Raumluft mit PCB nach einer wissenschaftlich längst überholten PCB-Richtlinie bewertet wird. Diese orientiere sich an veralteten toxikologischen Erkenntnissen aus dem Jahr 1994. Schon 2003 senkte die Weltgesundheitsorganisation die täglich tolerable Aufnahmemenge von PCB um den Faktor 50. Doch das hatte bis heute keine Auswirkungen auf die in Deutschland nach wie vor gültige PCB-Richtlinie. Die Konsequenz: Nach aktueller Gesetzeslage sind Arbeiter mit Schadstoffkontakt besser vor der Aufnahme hoher PCB-Konzentrationen geschützt als Nutzer öffentlicher Gebäude. Schülern, Studenten, Lehrern und Professoren wird zugemutet, in Räumen zu arbeiten, die nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation um den Faktor 50 zu viel PCB enthalten.

Eine Anfrage von "Plusminus" zur veralteten PCB-Richtlinie wurde diesen Monat auf der Bundesbauministerkonferenz behandelt. Doch keine der gestellten Fragen konnte die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz beantworten. Das Gremium, das die PCB-Richtlinie damals ausarbeitete, sei zwischenzeitlich aufgelöst worden, heißt es. Eine fachlich fundierte Stellungnahme sei daher nicht möglich. Die inhaltliche Aktualität der Richtlinie wolle man überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen veranlassen. Quelle: NDR 23.03.2016

(Link zu Sendezeiten und Sendung)

WDR - PCB Das Gift in der Nachbarschaft

Verwendungsverbot

Im Jahr 1989 wurde die Verwendung von PCB in Deutschland mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich verboten (frühere PCB-Verbotsverordnung, heute Gefahrstoffverordnung bzw.Chemikalien-Verbotsverordnung). Die Verwendung PCB-haltiger Kondensatoren ist seit dem Jahr 2000 grundsätzlich untersagt, bis spätestens zum 31.12.2010 mussten PCB und PCB-haltige Geräte bis auf geringfügige Ausnahmen beseitigt sein (ChemVerbotsV, Abschnitt 13 des Anhanges zu §1).

Verdächtige Produkte dürfen bis zum Beweis des Gegenteils (Nachweis eines Gehalts unterhalb bestimmter Grenzwerte) nicht in den Verkehr gebracht werden. Die ChemVerbotsV enthält auch zu diesem Komplex bestimmte Ausnahmeregelungen.

 

Quellenangabe:

bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz

 

 

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PCB und Schulen- Kitas

Siehe dazu auch allgemeine Seite: Schadstoffe in Schulen und Kitas  und

Bagatellisierung des Gesundheitsrisikos PCB

Umweltbelastungen und medizinische Untersuchungen

 

 

Eine besondere Fürsorgepflicht sehen wir bei den Betreibern von Schulen und Kitas.

Hier wird oft über Jahre versucht, Eltern mittels "Prüfberichten" (meist "ausgewählter Vertrauensgutachter" der Betreiber)

  • mit Argumenten wie Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zu beschwichtigen (zu diskutieren wären dabei die Prüfbedingungen, Labormethoden, zu enge wirtschaftliche Bindung des Gutachters) 
  • aber auch mit Zusagen verstärkter Lüftung , öfterer Reinigung und ohnedies geplanter Neubauten (wann? - Neubau hilft sicher den "aktuellen" Schülern nicht mehr)

zu vertrösten.

 

Eine eindrucksvolle Dokumentation zu PCB - Vergiftungen von Schülern und Lehrern erstellt 2008 der ehemalige Schuldirektor (selbst dauerhaft gesundheitsgeschädigt) im hessischen Braunatal Wolfgang Krug in seiner Zusammenfassung: 

Kinderhirn in Not

Der ARD berichtete dazu im Oktober 2016:

 

„Wolfgang Krug war Direktor an einer Grundschule im hessischen Baunatal. Er erkrankte an Krebs und viele seiner Kollegen auch. Wie sich später herausstellte war das Schulgebäude so stark mit verschiedenen Schadstoffen belastet, dass es abgerissen werden musste. Einer der Stoffe, der sich heute noch im Blut von Wolfgang Krug nachweisen lässt, ist der Weichmacher PCB. Seit 1978 ist PCB in Deutschland verboten. Allerdings steckt der krebserregende Stoff noch in zahlreichen öffentlichen Gebäuden. Er gelangt aus Fugenmassen und Farben in die Raumluft. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat PCB in die höchste Gefahrengruppe eingeordnet.

Laut Bundesumweltamt befindet sich in jeder dritten Schule PCB-haltiges Material. Das Gift gast immer weiter aus. Besonders verdächtig sind Waschbetonbauten aus den 60er und 70er Jahren. Sanierung ist oft auch keine Lösung wie der Fall der Diltheyschule in Wiesbaden zeigt. Hier wurde direkt nach der Sanierung immer noch zu viel PCB in der Raumluft gemessen.

Schüler und Lehrer in Deutschland müssen 50 Mal mehr PCB in der Raumluft aufnehmen, als die Weltgesundheitsorganisation WHO für hinnehmbar hält. Und die Kontrollbehörden schauen zu.“

 

Siehe dazu auch PCB- Probleme (zahlreiche PCB Beispiele ab Seite 19) in der Zusammenfassung des Diplombiologen Hans-Ulrich Hill "Schadstoffe an Schulen und öffentlichen Gebäuden"

 

 

1.1  Auflistung ausgewählter Presseberichte

1.1.1     Konkrete PCB- Beispiele der letzten Jahre  

An zahlreichen Schulen werden definitive Sanierungen jahrelang verschleppt- Kinder und Lehrer damit einem unverantwortbaren Risiko ausgesetzt, nur selten wird unmittelbar nach "Bekanntwerden" mit einer Sanierung begonnen.

 

Pressemeldungen

01.12.2019 Markgröningen, "PCB Belastung Landernschule seit 2016 bekannt?"

29.11.2019 Brilon, Heinrich-Lübke-Schule; "PCB in Schule- Eltern fordern Information"

19.11.2019 Düren, "PCB Klassen in Düren müssen saniert werden"

12.11.2019 ULM FL Schule – Wusste Stadt schon seit 2011 davon?

06.11.2019 Geldern, Schadstoffe in Hauptschule

05.11.2019 Gronau, PCB und PAK an weiteren Schulen in Gronau

11.10.2019 Overath- Vilkerath, "PCB- Politik empört über fehlende Informationen"

24.09.2019 Gronau , Angst vor PCB

14.08.2019 Hallerndorf, nicht alle Schadstoffe werden ausgebaut"

04.07.2019 Viersen, PCB in Paul-Weyers-Schule

01.07.2019 Hockenheim, erhöhte PCB und Formaldehydwerte

07.06.2019 Brilon, Petrinum "Asbest, Schimmel und PCB"

23.05.2019 Ludwigsburg, Esslingen, Tübingen SWR Bericht

23.05.2019 Universität Tübingen (PCB im KIT)

17.05.2019 Wesselinger Schulen mit PCB belastet (vorbildhafte Reaktion: siehe dazu Wesseling Schulzentrum )

01.05.2019 Moers "Vergebliche Sanierversuche"

30.04.2019 Heidelberg   "Schwangere und Stillende dürfen gewisse Räume nicht mehr betreten"- aber "Normalbetrieb" geht weiter

28.03.2019 PCB an Esslinger Schulen auch hier werden Prüfberichte den Eltern verweigert!

31.12.2018 Öhringen- PCB im Gymnasium

01.12.2018 Schulzentrum Geretsried seit 1993 PCB Belastung bekanntSanierung(?) erst 2019

06.06.2018 Hilden- Die Stadt hat Hausaufgaben nicht gemacht RP Online

04.04.2018 PCB an Pädagogischer Hochschule (PH) Littweiler, Freiburg: "Schwangere und Stillende dürfen gewisse Räume nicht mehr betreten"- aber "Normalbetrieb" geht weiter.

20.12.2017. Realschule Brühl - gesundheitliches Risiko nicht "wahrscheinlich"! (Kölner Anzeiger)

09.09.2017 Krebs-Gift in Weddinger Schulzimmer entdeckt (BZ)

trotz "Sanierung" sind die Werte gestiegen!)

24.08.2017 17Jahre lang PCB Sanierung in Duisburg verzögert (NRZ)

19,07,2017 UNI Köln – Uni informierte erst nach 4 Monate über erhöhte PCB (Kölner Stadtanzeiger)

14.07.2017 Gift in Sporthalle Espelkamp (Westfalenblatt):

Hier wird eine Sanierung trotz Werten zwischen 540 und 2230 Nanogramm/m³ davon abhängig gemacht, ob die erforderlichen Förderungen gewährt werden. Kosten entscheiden über "Gesundheitsschutz! (07.09.2017)

26.06.2017 CB Sanierung wird teuer (Reitberg)

14.06.2017 PCB in Heidgarten Schule

07.04.2017 Kalletal: PCB  Gemeinschaftsschule ist mit Gift belastet 

07.04.2017 Ludwigsburg:  PCB Schadstoffe in der Raumluft

13.04.2017 Lebenstedt: Krebsgift PCB in Werkräumen

11.02.2017 Glinder Schulzentrum: Asbest, Mineralwolle, PCB

07.01.2017 Gießen: PCB Belastungen - in 10 Fällen muss saniert werden 

13.01.2017 Badorf: Flammschutzmittel und Weichmacher in Grundschule   Chronik

Grundsätzliche Informationen zu Schadstoffen an Schulen und Kitas 

ältere Presseberichte:

Kita Max und Moritz Bad Bodendorf mit Asbest und PCB belastet (05.09.2016)

Böblingen: "Schadstoffe im Kindergarten" (14.09.2016)

Gießen: "In zehn Schulen sind PCB Sanierungen nötig" (21.07.2016)

PCB Problem Undenheimer Grundschule (25.02.2016)

Konstanz- PCB im Kindergarten (14.04.2016)

"Wenns mal wieder länger dauert" Duisburg (10.09.2015)

PCB ist nicht in den Griff zu bekommen (Lehrte, 08.03.2015)

Düsseldorf - neuer Fall von PCB Belastung in Schule (2014)

PCB Belastung ans der MPS Breidenbach (Januar 2014)

Herderschule Gießen - PCB- die Angst haben sie uns nicht genommen (23.08.2013)

Marienschule Köln Euskirchen: "Hohe PCB Werte in der Sporthalle" (26.09.2012)

Marienschule Köln Euskirchen: "Auffallend hohe Raten an Erkrankten" (05.09.2012)

Etzelwang - Verschleppung der PCB Sanierung (9.02.2004)

Nettekoven, Kindergarten: Belastung mit PCB (22.03.2002)

 

Eduard Sprangerschule München, PCB Problem:

"bekannt seit mindestens 2011" 

ZDF "GIft im Klassenzimmer"

"2015 weiterhin belastet"

2019 - noch immer belastet- "schwangere Lehrerinnen werden versetzt - Schüler müssen bleiben"

Siehe dazu auch "Auflistung über 340 allgemeiner Schadstoff- Schadensfälle an Schulen und Kitas" 

 

http://www.eggbi.eu/

1.1.2     Allgemeine Berichte zu PCB Belastungen an Schulen

Gift im Klassenzimmer (München; ZDF. 20.11.2016)

PCB - das Gift in der Nachbarschaft (WDR 08.06.2016)

Krebserzeugendes PCB in Schulen und Universitäten (23.03.2016)

PCB: Billiger Baustoff mit Spätfolgen (Das Erste: 23.03.2016)

PCB Belastungen in Schulen weiterhin ein Problem (06.10.2015)

PCB Belastung in Schulen - die tickende Zeitbombe (18.08.2014)

PCB und der "Giftkrieg"

Gesundheitsgefährdung durch PCB Belastungen in unseren Schulen (2009)

Handeln statt beschwichtigen - Schadstoffbelastungen in Köln (2001)

1. Was sind PCB? 2. Die Toxizität der PCB. 3. Grenzwerte und ihre Auslegung. 4. Strategien zur Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen.

 

Den Betreibern ist oft nicht bewusst, dass sie sich bei Nichtbeachtung ihrer Fürsorgepflicht auch "strafbar" machen können -

so kam es beispielsweise in Nürnberg zur Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Anfangsverdachtes der fahrlässigen Körperverletzung gegenüber den Verantwortlichen (erhöhte PCB Werte in Blutproben von 41 Schülern!)   Pressemeldung die Welt; siehe auch Position 3.7. Protokoll Nürnberg PCB in Nürnberg   Nürnberger PCB Skandal  PCB in der Georg Ledebour Schule

 

 

 

1.1.3     Empfehlung Mediation

 

Bei Auseinandersetzungen zwischen Schulträger und Eltern ist in manchen Fällen eine Mediation sinnvoll:

Beispiel Neuss:

"Umweltgift PCB aus Schulen verbannt" (Neuss 31.10.2015)

Mediation zur PCB Sanierung

Schüler und Lehrer sind PCB Belastungen ausgesetzt (Neuss,19.08.2012)

 

Wir empfehlen bei Schadstoffbelastungen an Schulen und Kitas eine möglichst offene Kommunikation, um jahrelange Auseinandersetzungen in den Medien, mit enormer Verunsicherung von Kindern, Eltern und Lehrern zu vermeiden.

Unsere Empfehlungen:

Konfliktfreie Vorgangsweise bei Schadstoffproblemen an Schulen/ Kitas

Hinweise für Elternbeiräte, Personalvertreter, Schulleiter bei Schadstoffproblemen an Schulen

Tagebuch- Gesundheitsprobleme bei Schadstoffen an Schulen

 

 

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Ich bedanke mich für die zahlreichen Ergänzungen und Informationen sowie Literaturquellen zu diesem Thema bei den EGGBI Netzwerkpartnern und bei externen Fachleuten (Umweltbundesamt, POPs Environmental Consulting, Schwäbisch Gmünd, Germany, Christine Herold, Tübingen)

 

 

 

 

Erfolglose PCB Schulsanierungen

 

1 Erfolglose, teure Sanierung Epe

Pressebericht 03.09.2019

Eigentlich stehen nur noch die nackten Wänden – und jetzt müssen auch die noch verschwinden. Trotz aufwendiger Schadstoffsanierung und einem vorangegangenen Test zeigt sich jetzt, dass die Raumluft in der ehemaligen Sophie-Scholl-Schule (heute: Teilstandort der Euregio-Gesamtschule) PCB-Konzentrationen enthält, die die Grenzwerte weit übersteigen. Die Folge: Die Verwaltung schlägt den Abbruch des „Rohbaus“ vor.

09.10.2019 Abriss beschlossen

2     Erfolglose Sanierung Wesseling

Pressebericht 21.08.2019  "erfolglos"

Pressebericht 22.11.2019  "Abriss"

Die Stadt hatte den Gebäudeschadstoff schon im April entdeckt. Gegenmaßnahmen wie eine Grundreinigung und regelmäßiges Lüften führten zunächst dazu, dass sich die PCB-Werte halbierten. Mitten in den Sommerferien dann der Rückschlag: Die Werte lagen bei etwa 7.000 Nanogramm pro Kubikmeter. Ab 3.000 Nanogramm gilt PCB als gesundheitsgefährdend.

Schulbehörde, Kommune und Gesundheitsamt reagierten daraufhin vorbildhaft (Link -"es geht auch anders").

 

 

Trotz der vielfachen negativen Erfahrungen mit Lüften, Wischen, "Absperren" gibt es noch immer "Fachleute" die in der Hoffnung auf langfristige Sanier- und Prüfaufträge mit erfolglosen "Probesanierungen" definitive Entscheidungen verzögern und Kinder und Lehrer damit in vielen Fällen über längere Zeiträume weiteren Belastungen aussetzen.

 

3     Erfolglose "Sanierversuche Moers"

 

1.Mai 2019

Pressebericht "PCB Testraum stellt "Fachleute" vor Rätsel…

Moers. An der Anne-Frank-Gesamtschule in Moers ist eine PCB-Sanierung geplant. Vor dem Start wird das Vorhaben in einem Klassenzimmer geprobt. Die Messergebnisse bleiben trotz Entfernung des Schadstoffes unerwartet hoch.

Allen entsprechenden Erfahrungen zum Trotz wurde und wird  auch hier wieder versucht, eine PCB belastete Schule zu sanieren – vergessen wird dabei immer wieder die mögliche Intensität von Sekundärbelastungen, die in den Wänden sich in den letzten Jahrzehnten ergeben hat.

Immerhin wird auch hier über die zusätzlich steigenden Belastungen im Sommer hingewiesen.

Woher die "Experten" nach wie vor angesichts der Probesanierungen ihren Optimismus nehmen: "die gute Nachricht "das Gebäude ist sanierfähig" nehmen ist nicht nachvollziehbar – immerhin können immer wieder Firmen mit solchen "Probesanierungen" gutes Geld verdienen.

 

Beunruhigend für die besorgten Eltern der Kinder:

Da für schwangere Frauen besonders niedrige Grenzwerte zu beachten sind, wird Unterricht mit Lehrerinnen oder Schülerinnen, die Kinder erwarten, in ein anderes Gebäude ausgegliedert.

 

Auch viele Kinder leiden bereits zunehmend unter Chemikalien- Sensitivität, Unverträglichkeiten, geschwächtem Immunsystem und Allergien und sind für Belastungen besonders anfällig – sie wären daher ebenfalls besonders "schützenswert!"

 

 

4   Erfolglose "Sanierversuche" Beispiel München

 

Seit 2011 Diskussion über PCB Sanierungen in der Eduard-Spranger- Schule München:

 

Bester Beweis der Unzulänglichkeit dieser Methoden sind aus den "Zusammenfassungen" der Prüfergebnisse dieser Schule ersichtlich:

 

Auf einer Seite der Homepage der Stadt München findet man solche "Zusammenfassungen" von Prüfberichten (nicht die eigentlichen Prüfberichte!)

 

Aus der Gegenüberstellung in dieser Zusammenfassung aus 2018 lässt sich der "Misserfolg" der bisherigen Sanierungen und Lüftungen ableiten - zwar gab es in manchen Räumen Verbesserungen - die Werte variieren teils stark zwischen 2017 und 2018 - am Beispiel Gruppenraum 111 ist aber abzulesen, dass sich hier die PCB Werte nach der Sanierung und trotz angeblich ständig zitierten "verstärkten Lüften und Reinigen" in einem Jahr sogar wieder verdoppelt haben!

 

Nicht berücksichtigt sind dabei die bisher nie veröffentlichten PCB 118 Werte.

 

5     Erfolglose Versuche Zollbergschule Esslingen

 

Hinhaltetaktik – fragwürdige Aussagen des Gesundheitsamtes trotz anderslautender Aussagen von Gutachter und  arbeitsmedizinischen Dienst; erste Sanierversuche und verstärktes Lüften brachten erwartungsgemäß keinen wirklichen Erfolg - Pressebericht

Siehe auch EGGBI Stellungnahme


6     Nach 18 Jahren (!) - Abriss einer PCB belasteten Schule ijn Neuss

2001 wurde die PCB Belastung festgestellt - 2012 wurde im Blut der Lehrer PCB gefunden;
Mehr als weitere 7 Jahre dauerte es, bis  nun die Schule "rückgebaut" wird.

Pressebericht 08.10.2019

Es zeugt sich hier die gleiche Verantwortingslosigkeit der Behörden wie beispielsweise in München!

Belastungen werden jahrelang geleugnet, dann bagatellisiert - und erst wenn der Druck zu groß wird, wird mit meist ungeeigneten Methoden versucht zu sanieren. Erst nach vielen Jahren gesundheilticher Belastungen von Lehrern und Schülern wird am Ende dann doch "abgerissen".

 

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PCB am Arbeitsplatz

 

In vielen gewerblichen Gebäuden, Bürohäusern, Behörden, Schulen finden sich immer wieder wesentlich erhöhte Belastungen mit PCB – auch hier wird gerne solange "bagatellisiert", bis Nachweise eingetretener, teils irreversibler gesundheitlicher Schäden nicht mehr ignoriert werden können.

Eine wesentliche Verbesserung für am Arbeitsplatz Erkrankte bietet die

Berufskrankheitenverordnung vom 1.Februar 2018: 

"Wissenschaftliche Stellungnahme zur Berufskrankheit Nr. 1302 „Erkrankungen durch Halogenkohlenwasserstoffe“ - Erkrankungen durch Polychlorierte Biphenyle - Allgemeiner Teil"

Auf Seite 6 sind Belastungsquellen von Relevanz aufgelistet.

Darunter auch:

"längerer Aufenthalt in Gebäuden, bei deren Bau PCB-haltige Materialien eingesetzt wurden"  Link zur Verordnung

Beispiel – Chronik jahrelanger Auseinandersetzungen:

 

PCB Skandal Dortmund- ENVIO

 

Gutachterkrieg in Dortmund 

Ein unerfreuliches Schicksal drohte von Anfang an auch den Mitarbeitern von ENVIO im Dortmunder- vieljährigen PCB Skandal.

Presseberichte:

06.06.2010  Envio Mitarbeiter extrem PCB belastet

02.12.2011  Grüne greifen Bezirksregierung scharf an

09.05.2012  Prozess beginnt ("Envio Manager vor Gericht")

09.05.2012  Prozessauftakt

09.05.2012  Ex Envio Chef weist Vorwürfe zurück

Auch hier trafen wir wieder auf ähnliche Gutachter wie in Giessen, München, für die PCB in Gebäuden offensichtlich kein "akutes" gesundheitliches Risiko darstellt.

Gekämpft wurde hier mit allen Mitteln - auch "Bilanztricks" zum Ausbluten der Firma waren in den Medien im Gespräch.

10.05.2012 PCB verseucht- selbst schuld!

04.07.2012 starke Aussage des "Gutachters!": "PCB im Blut macht nicht zwingend krank!"

"Die Verteidiger der Firma nahmen die Ausführungen mit sichtlicher Zufriedenheit zur Kenntnis."

 

05.07.2012  "Gutachter liefert viele Allgemeinplätze, wenig Verbindliches"

20.07.2014 "Vertuschung im größten deutschen Giftmüllskandal geht weiter"

 

27.08.2014  Der Gerichtsprozess ist für die Opfer noch lange nicht verloren

22.04.2015  Gemüse stark PCB belastet - "Bürger sollen ihr Gemüse nicht essen"

 

22.07.2015

Dank "hervorragender Gutachter" sollte der Prozess möglicherweise ohne Urteil eingestellt werden -

"Hintergrund der Gespräche sind eindeutige Signale von Seiten des Dortmunder Landgerichts. Danach ist eine Verurteilung wegen Körperverletzung durch PCB wohl vom Tisch. Das wäre dann auch das Aus für mögliche Schmerzensgeldansprüche der Ex-Envio-Arbeiter." (Pressebericht Juli 2015)

 

12.10.2015  Envio hat die PCB belastete Firma bereits im April verkauft

15.01.2015  Attacken gegen den Gutachter

21.01.2016 Bürgerinitiative "Wahrheitsfindung im Envio Prozess"

Nicht nur ehemalige Mitarbeiter der Firma- auch eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren um ihre Rechte. (Chronik und Messberichte)

26.10.2016 WDR: "Envio - ein Wirtschaftskrimi":

Eine Chronik bietet der WDR mit zahlreichen interessanten Aspekten!

02.11.2016

Die Ankündigung einer "möglichen" Einstellung des Verfahrens vom Juli 2015 wurde zwar im November 2016 widerrufen.

Im April 2017 wurde aber der Prozess eingestellt- gegen eine lächerliche Schadenszahlung an die Betroffenen.

Informationen der Stadt Dortmund

Die Stadt Dortmund zeigt "Verständnis" für die Sorgen und Nöte......

 

04.04.2017 Urteilsverkündung:

Keine Verurteilung für Manager

  • Fünf Jahre Prozessdauer
  • Opfer erhalten freiwillige Entschädigung

3800 Euro für 21 stark belastete Arbeiter -

wenig Geld für jahrelange gesundheitliche Belastungen und nicht absehbare Folgeschäden.

Industriefreundliche Gutachten und fehlende ernsthafte Grenzwerte haben sich erneut durchgesetzt.

04.04.2017 Verfahren gegen ENVIO Bosse eingestellt

 

 

Empfehlungen bei Schadstoffbelastungen am Arbeitsplatz:

 

Hinweise für Betriebs- und Personalräte

Tagebuch- Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz 

 

 

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PCB in Lebensmitteln

2018 publizierte das Umweltbundesamt eine Zusammenfassung über die noch ständige

„Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln“ unter anderem mit PCB: 

zur Publikation des UBA

Zitat:

„PCB­ Emissionen resultieren aus Industrieprozessen und der Energiewirtschaft, aber auch aus ehemaligen offenen Anwendungen, wie zum Beispiel aus an Gebäuden verbauten PCB­haltigen Materialien.“ 

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PCB "Grenzwerte" - "Orientierungswerte"

 

 

 

1.1      Fehlende bundesweite Grenzwerte

 

Trotz der weiten Verbreitung und der hohen Toxizität gibt es bis heute keine "bundesweiten" Grenzwerte für PCB – es gelten die PCB Richtlinien der einzelnen Länder.

"In Bundesländern ohne eine baurechtliche Baubestimmung zu PCB gilt die Empfehlung der Adhoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte von 2007 zu PCB. stammend aus TDI Bewertungen des damaligen Bundesgesundheitsamtes 1983!

(Quelle; Seite 13)

  

1.2      Einstufungen, Grenzwerte und toxikologische Bewertung sind überholt

 

Die Sanierungsdringlichkeit von PCB-belasteten Gebäuden wurde unter toxikologischen Gesichtspunkten durch das frühere Bundesgesundheitsamt (BGA) und die Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Medizinalbeamten der Länder (AGLMB) bewertet. Auf der Grundlage des damals geltenden TDI (tolerierbare tägliche Aufnahme) von 1.000 ng PCB pro kg Körpergewicht und Tag (festgelegt vom ehem. Bundesgesundheitsamt 1983 (LUA 2002))

wurde für die Raumluft ein Gefahrenwert von 3.000 ng PCB/m3 abgeleitet.

 

Bei dieser Konzentration ist der alte TDI allein über die belastete Atemluft ausgeschöpft.

Die PCB-Richtlinie der ARGEBAU basiert auf inzwischen überholten Bewertung und Einstufung von PCB:

Landesumweltamt NRW 2002

 

Dass der TDI, auf dem die PCB-Richtlinie der ARGEBAU beruht, zu hoch ist und dass deshalb die Grenzwerte der PCB-Richtlinie der ARGEBAU bzw. der PCB-Richtlinien der Bundesländer gesenkt werden müssten, ist seit langem auch in Deutschland bekannt. Bereits im September 2001 hat eine am UBA angesiedelte Arbeitsgruppe des Bundes und der Länder Beratungen aufgenommen, um die Sanierungsempfehlungen für PCB belastete Gebäude zu prüfen (UBA 2001). Der TDI der WHO ist auch in Übereinstimmung mit der vom Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen im Jahr 2002 veröffentlichten Studie "Toxikologische Bewertung polychlorierter Biphenyle (PCB) bei inhalativer Aufnahme" (LUA 2002). Das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen stellte fest, dass der Gefahrenwert der PCB-Richtlinie von 3.000 ng PCB/m3 durch einen toxikologisch begründeten Wert von 70 ng PCB/m3 ersetzt werden sollte. Toxikologische Bewertung polychlorierter Biphenyle (PCB) bei inhalativer Aufnahme (Seite 10; Seite 36)

 

Publikation des UBA einer Studie, beauftragt vom Umweltbundesamt 2015

POPs Environmental Consulting, Schwäbisch Gmünd, Germany 

• Der TDI, auf dem die PCB-Richtlinie der ARGEBAU beruht, ist überholt. 2003 bewertete die WHO die neueren Studien zur Toxizität von PCB und sah einen TDI für PCB von 20 ng PCB/kg KG/Tag für sachgerecht an (WHO 2003). Auch das BfR verwendet in seiner Broschüre „Aufnahme von Umweltkontaminanten über Lebensmittel“ diesen TDI als toxikologischen Referenzwert (BfR 2010). Der von der WHO 2003 aktualisierte TDI von 20 ng PCB/kg KG/Tag ist um den Faktor 50 niedriger als der alte TDI von 1.000 ng PCB/kg KG/Tag.

Somit verlor aus unserer Sicht der Gefahrenwert der PCB-Richtlinie (3.000 ng PCB/m3) seine fachliche Basis.

Der aktualisierte Gefahrenwert müsste demzufolge um den Faktor 50 niedriger und damit bei 60 ng PCB/m3 liegen.

 

Seite 238 - Anhang 1, Punkt 4.2.3: Anhang-Seite 66 "PCB im Bausektor und daraus freigesetzte Emissionen" der  Publikation des Umweltbundesamtes 114/2015

 

Dennoch werden nach wie vor Warnungen – auch unsererseits-  als unqualifiziert kommuniziert, Sanierungen bei Belastungen mit über 1000 ng/m³ selbst in Schulen über Jahrzehnte verschleppt. 

 

1.3     Allgemein noch immer praktizierte Richtlinie

Als solche wird derzeit in der Regel nach wie vor herangezogen die

Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCB-Richtlinie)

Fassung September 1994 (!)

Diese Richtlinie wurde von der Projektgruppe "Schadstoffe" der Fachkommission Baunormung der Arbeitsgemeinschaft der für das Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen zuständigen Minister der Länder (ARGEBAU) als technische Regel entsprechend den Erkenntnissen in Wissenschaft und Technik und in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Baupraxis unter Beteiligung von zahlreichen Wissenschaftlern und Behörden erstellt:

1.3.1.      Bis 300 ng/m³:

Raumluftkonzentrationen unter 300ng PCB/m³ Luft sind als langfristig tolerabel anzusehen (Vorsorgewert). 

1.3.2      Zwischen 300 und 3000 ng/m³:

Bei Raumluftkonzentrationen zwischen 300 und 3.000ng PCB/m³ Luft wird empfohlen, die Quelle der Raumluftverunreinigung aufzuspüren und nach Möglichkeit unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit zu beseitigen oder zumindest eine Verminderung der PCB-Konzentration (z.B. durch regelmäßiges Lüften sowie gründliche Reinigung und Entstaubung der Räume) anzustreben. Der Zielwert liegt bei weniger als 300ng PCB/m³ Luft.

Über 3000 ng/m³

1.3.3      Oberhalb von 3000 ng/m3

Raumluftkonzentrationen oberhalb von 3.000ng PCB/m³ Luft sollten im Hinblick auf mögliche andere nicht kontrollierbare PCB Belastungen vermieden werden. Bei entsprechenden Befunden sollten unverzüglich Kontrollanalysen durchgeführt werden. Bei Bestätigung des Wertes sind in Abhängigkeit von der Belastung zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken in diesen Räumen unverzüglich Maßnahmen zur Verringerung der Raumluftkonzentration von PCB zu ergreifen.

Die Sanierungsmaßnahmen müssen geeignet sein, die PCB Aufnahme wirksam zu vermindern. Der Zielwert liegt auch hier bei weniger als 300ng PCB/m³ Luft (Sanierungsleitwert).

Volltext Punkt 3

 

1.4     Sonderempfehlung für dioxinähnliche PCBs

 

„Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe hat 2007 in Ergänzung zu den bestehenden länderspezifischen 14 Regelungen für die Bewertung PCB-belasteter Innenraumluft 

einen Richtwert von 4-5 pg WHO-TEQ/ m³ (Umrechnungstabellezur Berücksichtigung dioxinähnlicher PCB in der Innenraumluft abgeleitet.  (Quelle UBA Seite 13/14)“

WHO-TEQ= Toxizitätsäquivalente:

"Man geht davon aus, dass die verschiedenen Dioxine die gleichen toxischen Wirkungsmechanismen haben und sich nur in der Stärke ihrer Wirkung unterscheiden. Diese unterschiedliche Wirkungsstärke wird mit einem Faktor, dem Toxizitätsäquivalenzfaktor (TEF) berücksichtigt. Dabei bewertet man die relative Giftwirkung der einzelnen Verbindungen im Vergleich zu dem hochgiftigen 2,3,7,8 TCDD. Dieses hat den Faktor 1. Die toxische Wirkung wird dann über die Gehalte der Einzelverbindungen und dem zugehörigen Faktor als sogenanntes Toxizitätsäquivalent (TEQ) errechnet und addiert. Der TEQ-Wert entspricht dann der toxischen Wirkung einer vergleichbaren Menge des 2,3,7,8 TCDD." (UBA)

Daraus leitet sich ein Eingreifwert für Sanierungen bei Vorliegen höheren Anteils dioxinähnlicher PCB von ca. 1000-1500 ng/m³ ab

(zum Vergleich: Eingreifwert bei Überwiegen von nicht dioxinähnlichen PCB 3000 ng/m³ – siehe oben).

Der Sanierungszielwert beträgt in beiden Fällen 300 ng/m³, d.h. durch die Sanierung soll erreicht werden, dass dieser Wert unterschritten wird.  (Quelle UBA Seite 13/14)

 

1.4.1      Dioxinähnliche PCBs

"Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind chlorierte Kohlenwasserstoffe mit einer ähnlichen chemischen Struktur wie Dioxine. Sie sind eine Stoffgruppe, die am Grundgerüst eines Biphenyle eine unterschiedliche Anzahl von Chloratomen binden können. Insgesamt gibt es 209 mögliche Verbindungen (Kongenere).

Von diesen 209 möglichen PCB-Kongeneren werden diejenigen zwölf Kongenere als dioxinähnliche-PCB bezeichnet, die eine dem PCDD/PCDF ähnliche räumliche und elektronische Struktur haben, (non ortho Kongenere PCB-Nr. 77, 81, 126, 169 und mono ortho Kongenere 105, 114, 118, 123, 156, 157, 167, 189). Die giftigste dioxinähnliche Wirkung zeigt das PCB 126 (CAS No. 57465-28-8: 3,3′,4,4′,5 pentachlorobiphenyl)"  

https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/dioxine 

  

Zu differenzieren ist daher zwischen verschiedenen "PCBs" mit unterschiedlicher toxikologischer Relevanz und daher auch differenzierten "Auffälligkeitswerten":

(z.B. Indikator PCBs Seite 3: CAS: 7012-37-5; 41464-40-8; 37680-73-2; 35694-06-5; 35065-27-1; 35065-29-3)

 

1.4.2     Erläuterungen

Gesamt-PCB

Das ehemalige Bundesgesundheitsamt leitete auf der Basis des ADI-Wertes die Beurteilungswerte für Raumluft ab, die in der PCB-Richtlinie genannt sind. Als Ziel wurde festgelegt, dass eine Raumluftbelastung eine zusätzliche PCB-Aufnahme in Höhe von 10 % des ADI-Wertes nicht überschreiten sollte.

Man ging weiterhin von folgenden Randbedingungen aus: Ein Mensch atmet 20 m³ Luft am Tag ein und die PCB werden aus der Atemluft zu 100 % aufgenommen (konservative Annahme). So errechnet sich ein Wert von 300 ng PCB/m³ Raumluft.

Dies bedeutet, dass bei den genannten Modellannahmen eine Raumluftbelastung von 300 ng PCB/m³ Luft bei ganztägigem Aufenthalt in einem solchen Raum zu einer zehnprozentigen Ausschöpfung des ADI-Wertes führt. Als Interventionswert, der bei 24-stündigem Aufenthalt theoretisch eine PCB-Aufnahme in Höhe des ADI-Wertes zur Folge hat, nennt die Richtlinie eine Raumluftkonzentration von 3.000 ng PCB/m³ Luft (angegeben als Jahresmittelwert).
Bei kürzeren Aufenthaltszeiten ist der Wert entsprechend anzupassen (z.B. 9.000 ng/m³ bei 8 Stunden).

Dioxinähnliche PCB

Für diese Gruppe leitete die AG KIRL/AOLG im Jahr 2007 einen Gefahrenwert von 5 pg TE/m³ ab. Untersuchungen zu den Gesamt-PCB-Gehalten in der Raumluft und zu den Anteilen dioxinähnlicher PCB zeigen, dass dieser Wert eingehalten wird, wenn Fugendichtungen mit niederchlorierten PCB als Belastungsquelle vorliegen und die Gesamt-PCB den Gefahrenwert der PCB-Richtlinie von 3000 ng/m³ unterschreiten.

Bei Anstrichen und Deckenplatten mit höheren Anteilen an dioxinähnlichen PCB werden 5 pg TE/m³ mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht, wenn die Konzentration an Gesamt-PCB unter 1000 ng/m³ bleibt. Außerdem wurde gezeigt, dass das PCB-Kongener 118 einen sinnvollen Marker für die Summe der dioxinähnlichen PCB darstellt und dass bei 10 ng PCB 118/m³ der Wert von 5 pg TE/m³ praktisch immer unterschritten wird. Auf der Basis dieser Daten entwickelte die AG KIRL/AOLG

(Quelle bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

  

Für den kritischen Verbraucher stellt sich aber vor allem die grundsätzliche Frage der Relevanz von "Grenzwerten" und in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem besonderen "Schutzanforderungen" für Schwangere, Kinder, kranke Menschen mit verminderten Immunsystem.

Siehe dazu:      Umweltmedizinische Bewertung von gesetzlichen Grenzwerten

 

 

1.4.5     Weitere "Empfehlungen"

1.4.5.1      AGÖF

Für Hausstaubmessungen stellt beispielsweise die AGÖF (Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute) einen "Summenwert" PCBs über 5 mg/kg Hausstaub als auffällig dar - eine Um"rechnung" auf die Raumluftbelastung in µg/m³ bzw. ng/m³ müsste eine Anzahl von Faktoren (u.a. Raumgröße, Luftwechselrate etc.) berücksichtigen.  

 

1.4.5.2      ARGUK

Der ARGUK-Orientierungswert III (OW III) für die PCB-Belastung von Hausstaub beträgt 1 µg/g Gesamt-PCB/g Hausstaub (Arguk, Seite 20)

Richtwerte für PCB Belastungen tägliche PCB Aufnahme; Belastung in Räumen (ARGUK, Link Seite 18, 19 Tabellen 18 und 19).

 

1.4.5.3      Universität Tübingen 

Grenzwertliste für dioxinähnliche PCB (Universität Tübingen, 2005)

1.4.5.4      GEW Hessen

"Der aktuelle Gefahrenwert berechnet sich aus dem 1983 vom damaligen Bundesgesundheitsamt festgelegten Grenzwert von einem Millionstel Gramm PCB pro kg Körpergewicht und Tag. Aufgrund neuer toxikologischer Erkenntnisse hat die WHO jedoch 2003 einen fünfzigmal niedrigeren Richtwert festgelegt, ohne dass die deutsche PCB-Richtlinie entsprechend angepasst wurde." Quelle GEW Hessen

 

 

1.4.5.5      Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)

Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) hat im Jahr 2002(!) empfohlen, für schwangere Arbeitnehmerinnen den Vorsorgewert von 300 ng/m³ (bezogen auf 24 Stunden) einzuhalten.

http://www.pcbinfo.de/tabelle-grenzwerte.html  und  http://www.ust-schadstoff.de/polychlorierte-biphenyle-pcb.html

 

1.4.5.6     Ministerium für Umweltschutz der Vereinigten Staaten (EPA)

United States Environmental Protection Agency

"Die EPA berechnete die PCB-Konzentrationen der Schul-Innenraumluft, die zu einer geschätzten Gesamtexposition führen würden, die der RfD[1] entspricht, wenn alle anderen schulischen und außerschulischen PCB-Expositionspfade auf durchschnittliche Hintergrundwerte gesetzt wurden. 

 

Diese berechneten Raumluftkonzentrationen sind die Expositionswerte für die Bewertung von PCB in der Luft von Schulräumen, die in der nachstehenden Tabelle angegeben sind. Sie wurden abgeleitet, um als Gesundheitsschutzwerte für Bewertungszwecke zu dienen. Sie sollten nicht als Kriterien für "helle Linie" oder "nicht zu übertreffen" interpretiert oder angewendet werden, sondern können dazu dienen, eine durchdachte Bewertung der Raumluftqualität in Schulen zu leiten."

 

 

Am 20.08.2013 beschrieb der damalige Leiter des Umweltbundesamtes Jochen Flasbath den Status

"erledigte und unerledigte Hausaufgaben bezüglich PCB" 

"Das Vorsorgeprinzip – eine tragende Säule der Umweltpolitik – besagt, dass Handlungsbedarf bereits besteht, wenn eine wissenschaftliche Bewertung zeigt, dass ein Produkt oder Verfahren potenzielle Gefahren birgt, auch wenn sich das Risiko nicht mit hinreichender Sicherheit bestimmen lässt. Bei PCBs war dies gewiss bereits seit den 30er Jahren der Fall."(Quelle)

(Siehe dazu, vor allem zu den nach wie vor staatlicherseits tolerierten viel zu hohen PCB Grenzwerten auch: Kapitel "gekaufte Wissenschaft": http://www.nachhaltigkeit-bau.de/nachhaltigkeit-und-politik/ Kapitel: „gekaufte Wissenschaft“ sowie Zusammenfassung:  Beispiele jahrzehntelanger Ignoranz)

 

 

 

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Erfassung von PCB Belastungen

1.1      Messmethode

 

1.1.1     VDI-Richtlinien:

 

Als Grundlage für PCB Messungen wird aktuell in der Regel die

VDI:  4300 Blatt 2    ISO Norm:  16000-12 (PAK, PCDD, PCDF, PCB)

herangezogen -

 

daneben werden noch weitere Normen bzgl. Messung/ Analytik aufgeführt.

ISO Norm:        16000-13

16000-14

 

 

VDI 2464 Blatt 1 Messen von Immissionen - Messen von Innenraumluft - Messen von polychlorierten Biphenylen (PCB) –

GC/MS-Verfahren für PCB 28, 52, 101,138, 153, 180

Anforderungen zur Analyse der coplanaren PCB werden in VDI 2464 Blatt 2 beschrieben.

 

 

1.1.2     Glaubwürdigkeit der Messergebnisse

 

 

 

Entscheidend für die grundsätzliche Glaubwürdigkeit von Messergebnissen ist für uns

 

a)    die genaue Definition des Prüfauftrags

b)    die Akkreditierung des Prüfinstituts für entsprechende Prüfungen

c)    Beschreibung der Probenahme und Analytik (Angabe der angewandten Normen)

 

 

Vielfach irritierend für den Verbraucher erweist sich die Tatsache, dass PCB Raumbelastungen in der Praxis unterschiedlich, teils über Hausstaubuntersuchungen, teils über "Raumluftmessungen" dargestellt werden und dabei mit unterschiedlichen Maßeinheiten bewertet wird (ng/m³ bzw. µg/m³ Raumluft; mg/kg Hausstaub).

Zitat:  

"PCB-Messungen sind 

  • im Hausstaub,
  • in Materialproben
  • und in der Raumluft möglich." (weitere Hinweise dazu: Allum

1.1.2.1      Empfehlung zu einer ersten Worstcase Untersuchungen

 

Es gilt zahlreiche Faktoren zu beachten, die das Messergebnis beeinflussen können. So sind z.B. Messwerte in den Sommermonaten oft deutlich höher als in den Wintermonaten, da die Ausgasung temperaturabhängig ist.

Als Screening- und/oder Erstuntersuchung kann eine "worst-case"-Untersuchung vorgenommen werden (nicht gelüfteter Raum, höhere Raumtemperatur als üblich u.a.).

Weitere Untersuchungen, die auch zur Ermittlung des Jahresmittelwertes angezeigt sind, sollen möglichst unter realistischen Nutzungsbedingungen erfolgen. (Quelle)

 

1.2      Vergleich Raumluft - Hausstaub

1.2.1     ARGUK

Tabelle über den Zusammenhang zwischen Hausstaub - und Raumluftbelastung in Gebäuden mit starken PCB-Quellen (Gebäudetypus 60er - 70er Jahre),

 

Die hier gezeigte Abhängigkeit lässt sich nutzen, um im genannten Gebäudetypus von der Hausstaubbelastung, die schnell und preisgünstig festzustellen ist, auf eine zu erwartende Raumluftbelastung zu schließen.

Quelle: ARGUK-Labordaten; Link Seite 11

 

1.3      Weitere Aufnahmequellen für PCB

 

 

PCB wird nicht nur über die Raumluft aufgenommen – diese stellt "nur" ein zusätzliches, in manchen Fällen aber auch entscheidendes Element für PCB Belastungen des Körpers dar.

Zu berücksichtigen sind daher auch die Mengen an PCB bzw. Dioxinen, die gleichzeitig über die Nahrungskette aufgenommen werden.

"Hauptaufnahmequelle sind fettreiche tierische Nahrungsmittel, vor allem Fische wie z.B. Aal.

Muttermilch ist auch viele Jahre nach dem Herstellungsverbot von PCB immer noch belastet. Allerdings ist ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten: so enthielten Proben aus dem Jahr 1997 im Vergleich zu 1980 nur noch ca. 30 % der Gehalte an PCB, d. h. die Belastung ist in diesem Zeitraum auf etwa ein Drittel zurückgegangen. Von 1997 bis 2005 sanken die Konzentrationen von ungefähr 0,5 mg/kg Milchfett auf ca. 0,3 mg/kg (siehe auch "Muttermilchuntersuchungen im Öffentlichen Gesundheitsdienst")."Quelle bayerisches Staatsministerium für Umwelt-und Verbraucherschutz

 

Überblick unterschiedlicher Richtwerte zur tolerierbaren täglichen Aufnahme von PCB (IFAU) 

Unter diesem ganzheitlichen Aspekt sollte man auch die derzeitigen offiziellen "Grenzwerte" für die Innenraumluft (die meisten publizierten Werte betreffen den "Arbeitsplatz", ausgehend von gesunden Erwachsenen mit einer beschränkten Aufenthaltsdauer pro Tag, nicht aber Wohnungen für die genannten besonderen "Risikogruppen") sehr kritisch betrachten.

 

1.4      Bezug von PCB Raumluft – Grenzwert zum Körpergewicht

 

Eine solche Umrechnung muss natürlich Körpergewicht, Atemrate (je nach Tätigkeit - besonders erhöht beispielsweise in Sporthallen) und tägliche/wöchentliche Aufenthaltsdauer im Raum berücksichtigen.

 

Einen "PCB Rechner" finden Sie beispielsweise auf der Homepage der Universität Tübingen: (PCB Info/Rechner

---------------------------------------------------------------------------------------

Rechenbeispiel:

Raumluftwert: 200 ng/m³        200 Nanogramm (ng) = 0,2 Mikrogramm (µg)

Mann, 68 kg

Atemvolumen bei leichter Arbeit: 1,7 m³ pro Stunde

persönlicher PCB Grenzwert (z.B. orientiert an Empfehlungen Landesumweltamt NRW: 15 ng/d/kg)

Anteil der PCB Aufnahme durch die Luft (angenommener Durchschnittswert 10 %)

Ergebnis:

Sie dürfen den Raum maximal 1 Stunde 47 Minuten in der Woche benutzen. (Mit Vorbehalt!)

__________________________________________________________________

Problematisch ist allerdings bei "Umrechnungen" grundsätzlich, dass bei solchen Berechnungen ebenso wie bei "Richtwerten", "Orientierungswerten" auch "Einzelstoffbewertungen"

  • Dioxine mit Angabe von pg/Angaben (WHO Empfehlung: 1-4 pg/TEQ/d/kg)
  • sowie "unterschiedliche" PCBS zu berücksichtigen sind,

sich die toxikologische Bewertung dieser Stoffe aber bei den verschiedenen staatlichen und privaten Institutionen sehr unterschiedlich darstellt. 

 

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Gesundheitsgefährdung durch PCB

Eine Reihe von möglichen Symptomen werden in der Literatur aufgezählt.

·         Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen.

·         Gefahr kumulativer Wirkungen

·         Kann das Zentralnervensystem schädigen

·         Reichert sich im Körper an

·         Schädigung des Blutes

  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern

Rheumatische Beschwerden

     

·         Stoffe, die als beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen angesehen werden sollten

·         Stoffe, die als fruchtschädigend für den Menschen angesehen werden sollten.

·         Chlorakne,

·         Lidödeme

·         Überpigmentierung einzelner Hautpartien,

·         Verfärbung von Finger- und Zehennägeln,

·         chronische Bronchitis,

·         Lungenfunktionsstörungen,  

·         neurologische Defizite,

·         Stoffwechselstörungen,

·         Schädigungen am Immunsystem,

·         Haarausfall,

·         Sehschwäche,

·         erhöhte Krebsrate,

·         Wirkungen auf die Leberfunktion,

·         Müdigkeit, allgemeine Schwäche

·         Gelenk- und Kopfschmerzen.

 

Quellen:   Gisbau Toxcenter, Enius, Schadstoffberatung Tübingen

 

Weitere Infos: 

Schadstoffberatung Tübingen: Verwendung von PCB

 

 

 

Wir empfehlen, bei Schadstoffproblemen an Schulen und am Arbeitsplatz möglichst frühzeitig mit exakten persönlichen Aufzeichnungen über die festgestellten Beschwerden zu beginnen, und ebenso frühzeitig einen qualifizierten Umweltmediziner aufzusuchen.

Empfehlung Umweltmediziner

Tagebuch- Gesundheitsprobleme bei Schadstoffen an Schulen

Tagebuch- Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz 

 

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Bagatellisierung des Gesundheitsrisikos PCB

Trotz zahlreicher Publikationen über die Verbreitung von Schadstoffbelastungen mit PCB vor allem auch an Schulen und Kitas wird das Problem von Behörden und Politik nach wie vor gerne bagatellisiert.

Ein beunruhigendes Bild ergaben 2016 Recherchen von Plus Minus:

 

1.1      "PCB-haltiges Material in jeder dritten Schule"

 

Große Mengen PCB befinden sich in Gebäuden, die vor 40 bis 50 Jahren errichtet wurden. Circa 50 bis 80 Prozent der PCB-haltigen Fugenmassen und Farbanstriche wurden bis heute nicht entfernt. Das geht aus einer Analyse für das Umweltbundesamt hervor. Demnach befindet sich in jeder dritten Schule in Deutschland PCB-haltiges Material."

1.2      Umweltbundesamt "unzureichendes Chemikalienmanagement"

 

Jochen Flasbarth 20.08.2013:

"PCBs sind ein Negativbeispiel für unzureichendes, zu spätes Chemikalienmanagement: Mehr als 60 Jahre sind von den ersten Hinweisen bis zur Unterzeichnung der Stockholm-Konvention vergangen. So lange darf es bei heute bekannten besonders Besorgnis erregenden Stoffen mit ähnlichem Gefahrenprofil nicht dauern!"  Rede zum PCB Management

 

1.3      Laut WHO Faktor 50 zu viel PCB an Schulen

 

Richtlinie erlaubt hohe PCB-Konzentration

 

"Ob ein Gebäude saniert werden muss, entscheiden Experten gemäß PCB-Richtlinie. Sie orientiert sich an Einschätzungen aus dem Jahr 1994 und verharmlost die Gefahren von PCB, heißt es in einer Analyse für das Bundesumweltamt. Die aktuell gültige PCB-Richtlinie mutet Raumnutzern eine PCB-Konzentration in der Atemluft zu, die um den Faktor 50 über dem Wert liegt, den die Weltgesundheitsorganisation WHO seit 2003 für tolerabel hält.

Eine Anfrage von Plusminus zur veralteten PCB-Richtlinie wurde im März auf der Bundesbauministerkonferenz behandelt. Doch keine der gestellten Fragen konnte die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz beantworten. Das Gremium, das die PCB-Richtlinie damals ausarbeitete, sei zwischenzeitlich aufgelöst worden. Eine fachlich fundierte Stellungnahme sei daher nicht möglich. Die inhaltliche Aktualität der Richtlinie wolle man überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen veranlassen."

 

Nach aktueller Gesetzeslage sind Arbeiter mit Schadstoffkontakt besser vor der Aufnahme hoher PCB-Konzentrationen geschützt als Nutzer öffentlicher Gebäude. Schülern, Studenten, Lehrern und Professoren wird zugemutet, in Räumen zu arbeiten, die nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation um den Faktor 50 zu viel PCB enthalten." Quelle NDR

 

1.4      Gerichtsentscheidungen nur regional gültig?

 

Im Jahr 1992 hatte das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Az III/ 1 G 398/91 und Az III /1 G 1011/91) entschieden, dass „eine Raumluftkonzentration oberhalb von 1000 Nanogramm (= 1 Milligramm) eine konkrete Gefahr im Sinn der §§83 Absatz 1 HBO (red. Anmerkung das ist: Hessische Bauordnung) und 3 Absatz 1 BImSCHG (red. Anmerkung:  das ist: Bundesimmissionschutzgesetz) darstellt. Oberhalb dieses Wertes sei ein „sofortiges Eingreifen der Bauaufsicht” erforderlich. Quelle

 

1.5      Entwarnung aus Bayern

 

Entwarnung gibt dagegen (ein "Fachmann") Bayerns Verbraucherminister 2009 für Tausende Gebäude

 

Sinner verglich das Gesundheitsrisiko durch die PCB-Altlasten mit dem Rauchen einer Zigarette pro Jahr.  Pressemeldung

1.6      PCB Grenzwerte nach Machbarkeit?

 

Kapitulation vor der Hintergrundbelastung – der Grenzwert wurde bei PCB nicht medizinisch, sondern nach Machbarkeit festgelegt! (SWR Odysso Dezember 2014) – dazu passend eine Aussage von Greenpeace PCB Lobby

 

1.7       PCB wird völlig ignoriert

 

Immer wieder sind wir aber auch mit Fällen befasst, in denen das dioxinähnliche PCB 118 überhaupt nicht erfasst wird- bezw. die ermittelten Werte verheimlicht oder ognoriert werden. Siehe dazu:

PCB Grenz-Richt-Orientierungswerte Kapitel 1.4.

 

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"Argumente" mancher(!) Gesundheitsämter

"Alte" und "geheime" Forschungsberichte als Entscheidungsgrundlage? 

Noch nie erlebt haben wir wie im Fall "Esslingen" den Versuch, mit Zitaten aus längst überholten Forschungsberichten aus 1998 und 2004 die weitere Gefährdung von Schülern und Lehrern zu rechtfertigen und unter anderem auch Aussagen des Umweltbundesamtes völlig in Frage zu stellen. Zitiert werden gegenüber Eltern Berichte aus

1998 

"Polychlorierte Biphenyle (PCB) im Plasma von Blutspendern und raumluftexponierten Personen" (veröffentlicht im ecomed Verlag Landsberg – selbst dort nicht mehr im Archiv abrufbar)

(aus dem Titel ergibt sich aber: befasst sich nur mit PCB im Blutplasma, geht nicht ein auf die bekannte "Langzeitspeicherung" von PCB 

und 2004 

Evidence for increased internal exposure to lower chlorinated polychlorinated biphenyls (PCB) in pupils attending a contaminated school.

Auch hier wurden lediglich Kurzzeitwirkungen von 377 Schülern einer belasteten Schule gegenüber 218 Schülern einer nichtbelasteten Schule verglichen. Es wurden aber keinerlei Langzeituntersuchungen im Hinblick auf Speicherung im Fettgewebe vor allem dioxinähnlicher PCBs und beispielsweise deren Wirkungen auf die DNA durchgeführt.

 

Dies entspricht auch den Aussagen zahlreicher "Umweltabteilungen an Universitäten" bezüglich "keine akute Gesundheitsgefährdung". (Konträr zur stets wesentlich kritischeren Haltung der "klinischen Umweltmedizin" bzw. erfahrener praktischer Umweltärzte des DBU - siehe ZDF Interview-  bzw. zu Aussagen bezüglich der "Gültigkeit" der "Grenzwerte" allgemein:   Umweltmedizinische Bewertung von gesetzlichen Grenzwerten)

Während aber zwischenzeitlich an manchen PCB belasteten Schulen "schwangere Lehrerinnen" abgezogen werden, schwangere Studentinnen belastete Universitätsgebäude nicht mehr betreten dürfen, scheinen diese Bewertungen einen präventiven Schutz von Kindern vor Langzeitfolgen völlig zu ignorieren.

·         Schadstoffbelastung an der PH: Schwangere und Stillende dürfen das KG 3 und 4 nicht betreten

·         "Das stinkende Klassenzimmer" 

Es kann und darf nicht nur darum gehen, ob die Kinder (und natürlich auch die Lehrer) signifikante Gesundheitsbeschwerden bereits haben – es geht um den grundsätzlichen Langzeit-Gesundheitsschutz. 

Kein Wunder, dass das Gesundheitsamt einem besorgten Vater zwar diese Studien an Begründung vorlegt, ihm aber ausdrücklich untersagt, diese weiterzugeben (Copyrightschutz!?! für "als Grundlage von Bewertungen" verwendete "wissenschaftliche Forschungsergebnisse"???)

Häufig zitiert wird auch aus der

PCB Richtlinie 1994

Gerne zitieren Gesundheitsämter zur "Ruhigstellung besorgter Eltern" aus der PCB Richtlinie 1994 einen Satz bezüglich 24 Stunden Nutzung und damit höherer "Grenzwerte":

"In Räumen mit im Jahresmittel zu erwartenden Raumluft-konzentrationen über 3000ng PCB/m³ Luft kann bei einer täglichen Aufenthaltsdauer von 24 Stunden der genannte TDI-Wert allein durch die inhalative Aufnahme überschritten werden. In diesen Fällen sind daher Maßnahmen zur Abwehr einer möglichen Gefahr für Leben oder Gesundheit angezeigt. Bei kürzerer mittlerer Aufenthaltsdauer pro Tag sind bei Überschreitung entsprechend höherer Raumluftkonzentrationen Gefahrenabwehrmaßnahmen angezeigt."

 

Dieses von Gesundheitsämtern gerne verwendete Zitat stammt aus der PCB Richtlinie 1994, erstellt von der ARGE Bau(!)

und bezieht sich nämlich auf eine „theoretisch angenommene“ ausschließlich inhalative PCB Aufnahme aus der Raumluft(!) – Zitat: „allein aus inhalativer Aufnahme

 

Ignoriert werden dabei vor allem die Hintergrundbelastung und zusätzlichen Aufnahmewege!

Siehe dazu TV Bericht:  Wie wurden die Grenzwerte ermittelt? (Kapitulation vor der Hintergrundbelastung

Vernachlässigt wird aber zudem auch noch in sträflicher Weise die erforderlich gesonderte Bewertung von dioxin-ähnlichen PCBs. (Berücksichtigungdioxinähnlicher PCBs mit Grenzwert von 10 ng/m³)

(Zusätzliche) Hintergrundbelastung PCB in Lebensmitteln

Umweltbundesamt, Bundesinstitut für Risikoforschung verweisen aber an vielen Stellen auf die nicht verhinderbare zusätzliche Aufnahme von PCB über zahlreiche andere Quellen (Lebensmittel, beginnend bei der Muttermilch).

 
"Dioxine und PCB sind persistente organische Schadstoffe ("persistent organic pollutants“ bzw. POPs). Als solche werden organische Chemikalien bezeichnet, die sich in den Körpern von Menschen, Tieren und Pflanzen anreichern und das Potential zum weiträumigen Transport aufweisen." 

Wie gelangen Dioxine in den Menschen?

"Vom Menschen werden 90 bis 95 Prozent der Dioxine über die Nahrung aufgenommen. Nahezu zwei Drittel dieser Aufnahme erfolgt über den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Fische sind zwar - je nach Fettgehalt - höher mit Dioxinen belastet, werden jedoch nur in kleinen Mengen in Deutschland konsumiert. Die Aufnahme über die Atemluft ist im Vergleich zur Nahrung für nicht beruflich exponierte Personen vernachlässigbar gering.

Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Die Halbwertszeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) beträgt im Körperfett des Menschen etwa sieben Jahre, das sich am langsamsten abbauende 2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran ist erst nach fast 20 Jahren zur Hälfte eliminiert." Umweltbundesamt

1.1.3     PCB in Gebäuden

 

Damit gibt es eben keine "allein" inhalative Aufnahme –

sondern diese kommt additiv zu den ubiquitär vorhandenen PCB Belastungen dazu!

 

Die damit oftmals kommunizierte Möglichkeit der Umrechnung der Richtwerte bei nicht 24 stündigem Aufenthalt ist und Bagatellisierung von Richtwertüberschreitungen ist somit ad absurdum geführt, da die Berechnung natürlich unter Berücksichtigung der Gesamtbelastung zu sehen ist.

"Neben verschiedenen Umweltkompartimenten, die dioxinähnliche und nicht dioxinähnliche PCB enthalten, finden sich PCB-haltige Produkte auch in Gebäuden. PCB wurden dort unter anderem in Fugendichtungsmassen, Brandschutz- und Akustikplatten (Wilhelmi-Platte), Brandschutzanstrichen, In Kabelschächten und in Kondensatoren von Leuchtstoffleuchten eingesetzt. Im Gebäude überwiegen niederchlorierte, also nicht dioxinähnliche PCB (ndl-PCB), wenn die PCB-Eintragsquelle vor allem Dichtungsmassen waren (Thiokol).

Überwiegen hingegen Akustik- und Brandschutzplatten sowie Brandschutzanstriche, können auch dioxin-ähnliche PCB (dl-PCB) verstärkt vorkommen. " (Umweltbundesamt 2014)

Bei Unterschreiten des Richtwerts I (RWI = 300 ng/m³) besteht kein Gesundheitsrisiko beim Aufenthalt im Gebäude. Überschreitungen des Richtwertes II (RW II = 3000 ng/m³ Luft für ndl-PCB), der als Eingreifwert für eine Sanierung verstanden wird, kommen nur noch in Einzelfällen vor.

Die Empfehlungen des Ausschusses für Innenraumrichtwerte (AIR) wurden 2007 für den Fall, dass dioxinähnliche PCB vorgefunden werden, nochmals verschärft."

Berücksichtigung dioxinähnlicher PCBs

Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte ist 2007 in Ergänzung zu den bestehenden länderspezifischen Regelungen zur Berücksichtigung dioxinähnlicher PCB bei der Bewertung von PCB-belasteter Innenraumluft von einem tolerierbaren Wert von 4–5pg WHO-TEQ 2005/m³ für dl-PCB in der Innenraumluft ausgegangen.

Unter der Voraussetzung belastbarer Messergebnisse sind bei Raumluftkonzentrationen oberhalb von 0,01 µg PCB 118 pro Kubikmeter umgehend expositionsmindernde Maßnahmen zu prüfen, da eine Gesundheitsgefahr durch dioxinähnliche PCB nicht ausgeschlossen werden kann.

(0,01 µg/m³ = 10 ng/m³).     (Seite 11, Punkt 2 Umweltbundesamt)

 

Neuere Erkenntnisse sind dagegen bereits in manchen Bundesländern in den PCB Richtlinien berücksichtigt:

PCB Richtlinie Hessen, Bremen     

1.1.1     PCB Richtlinie Ergänzungen – technische Baubestimmungen 

 

Durch die Technischen Baubestimmungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) wurde die PCB-Richtlinie im Jahr 2010 ergänzt / geändert (siehe Anhang, S. 37). Diese Musterliste der Technischen Baubestimmungen (MLTB) wurde zwischenzeitlich von allen Bundesländern umgesetzt. In Baden-Württemberg gilt die Änderung seit 2012.

Veröffentlicht wird sie unter anderem auch von der Architektenkammer Baden-Württemberg (Link dazu).

In der Anlage 6.1.1 werden hier abrufbar bereits die Ergänzungen publiziert:

 

Punkt 2

 

Zur Abwehr möglicher Gefahr für Leben und Gesundheit sind in dauerhaft genutzten Räumen Sanierungsmaßnahmen dann angezeigt, wenn die zu erwartende Raumluftkonzentration – unabhängig von der täglichen Aufenthaltsdauer – im Jahresmittel mehr als 3000 ng/m³ Luft beträgt.

 

Punkt 3

Die Richtlinie gilt ansonsten in der Fassung September 1993 unverändert, solange es sich bei den PCB-haltigen Primärquellen ausschließlich um nicht dioxin-ähnliche PCB-Quellen wie Fugendichtstoffe handelt. Sind jedoch bei den PCB-Primärquellen nur oder auch dioxin-ähnliche PCB-Quellen wie Deckenplatten, Anstriche sowie nicht sicher einzuordnende PCB-Quellen zu berücksichtigen, so ist zusätzlich die Bestimmung der Raumluftkonzentration von PCB 118 erforderlich, wenn die Gesamtkonzentration an PCB über 1000 ng PCB / m³ Luft liegt. Beträgt die Raumluftkonzentration dabei mehr als 10 ng PCB 118 / m³ Luft, sind umgehend expositionsmindernde Maßnahmen gemäß Abschnitt 3 und 4 der Richtlinie zur Verringerung der Raumluftkonzentration von PCB durchzuführen. Bei Raumluftkonzentrationen gleich oder unter 10 ng PCB 118 / m³ Luft wird empfohlen, in Abhängigkeit von der Belastung zumindest das Lüftungsverhalten zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

Bedauerlicherweise sind offenbar noch nicht in allen Bundesländern die wissenschaftlichen Erkenntnisse vor allem zu den dioxinähnlichen BCPs bekannt obwohl sie natürlich bundesweit Gültigkeit haben!

 Auch der betriebsärztliche Dienst der UNI Bielefeld (Seite 4) bezeichnet 3000 µg/m³ als Interventionswert (unabhängig von der Aufenthaltsdauer)

 

 

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Umweltbelastungen und medizinische Gutachten

Besonders kritisch empfinden wir Bagatellisierungen, wenn es um Kinder in Schulen, Kitas geht –

 

Hier sollte auch von Medizinern ein wesentlich strengerer Maßstab bezüglich mögliche Langzeitfolgen angesetzt werden – keineswegs geht es hier nur um "akute gesundheitliche Beschwerden".

In zahlreichen Fällen wird empfohlen, mehr zu lüften – öfter zu reinigen – an Stelle eines nachhaltigen "Krisenmanagements".

1.1      Untersuchungen bei Kindern und Lehrern

In vielen Fällen wird ärztlicherseits ein sogenanntes "Biomonitoring" empfohlen.

Das PCB-Humanbiomonitoring soll die Frage klären, ob die PCB-Belastungen der Raumluft und die der täglichen Nahrungsaufnahme sich in erhöhten Biomonitoringwerten niederschlagen. 

Für die Analytik des PCB-Humanbiomonitoring werden 9 ml Vollblut benötigt, die über eine Blutentnahme mittels Butterfly-Kanüle am Arm in einer EDTA-Monovette gewonnen werden  Beispiel 

Interessant sind in diesem Zusammenhang die "beschwichtigenden" Ausführungen von Ärzten (an einem Institut für Umweltmedizin in München!), die "keine akute Gefahr" sehen:

1.1.1     Umweltmediziner sieht keine "akute Gefahr"

 "Es gilt als gesichert, dass

mit akuten Gesundheitsschäden bei Aufenthalt in PCB-belasteten Gebäuden nicht zu rechnen ist. 

Nur bei sehr hohen unfallartigen Expositionen können Vergiftungssymptome auftreten." (Juni 2016 - Schreiben an einen Elternvertreter liegt uns vor).

Der Satz ist nach unserem Informationsstand ein Zitat aus der Publikation des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz:

dort allerdings mit dem ergänzenden Zitat: "Bewertung von Raumluftuntersuchungen"

1.       Es gilt zwar als gesichert, dass bei Nutzern PCB-belasteter Gebäude nicht mit akuten Gesundheitsschäden zu rechnen ist, der Kenntnisstand über mögliche gesundheitliche Folgen einer langfristigen Aufnahme ist aber noch lückenhaft.

2.       Eine Verminderung der Exposition in PCB-belasteten Gebäuden ist daher grundsätzlich angezeigt und erfolgt im Sinn des vorbeugenden Gesundheitsschutzes“.  Quelle

Für uns ergeben sich daraus 2 Fragen:

 

Ø Aus welchen Studien ergibt sich die Aussage: „es gilt als gesichert“ - trotz angeblich „mangelhafter Kenntnisse bei langfristiger Aufnahme“

 

Ø Warum wird dieser entscheidende 2. Satz nicht ebenfalls in der Aussage des "umweltmedizinischen Instituts" zitiert?

1.1.2     Bochumer Staatsanwaltschaft erwägt Ermittlungen wegen PCB Verdachts: 

"Lieblingsgutachter von Genehmigungsbehörden"

1.1.3     Entwarnung aus Hessen

"Experten" schließen Gesundheitsgefährdung durch PCB an Schule aus Pressemeldung

Bedauerlich, dass es sich bei den Experten bundesweit stets um die gleichen – inzwischen allgemein bekannten" handelt.

 

1.1.4     Keine Gefahr durch PCB     

Auch ein weiteres Institut (Gießen)- bzw. dessen Leiter-   für "Umweltmedizin" bagatellisiert laut Pressemeldungen die gesundheitlichen Risiken von PCB:

Feststellung: "von PCB geht keine Gefährdung für die nächste Generation aus".

 

1.1.5  Gesundheitsgefährdung nicht wahrscheinlich?   Dezember 2017

"In Aachen wurden die Proben vom Team um Prof. Dr. Thomas Kraus, Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin an der Uniklinik Aachen, untersucht.

Die Familien der Schüler wurden per Brief bereits vor der Infoveranstaltung über die individuellen Ergebnisse unterrichtet. 251 Untersuchungen wurden in Aachen vorgenommen.

Insgesamt wurden bei 201 Getesteten, also etwa 80 Prozent, Belastungen durch PCB 28 nachgewiesen.

PCB, die lange im Körper blieben, wurden laut Kraus glücklicherweise nicht nachgewiesen. 

Trotz der nachgewiesenen Belastungen seien gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht wahrscheinlich, sagte er.

Wer übernimmt aber die Verantwortung für offensichtlich doch nicht auszuschließende Spätfolgen?

 

 

 

 

 

 

1.2      Empfehlungen/ Forderungen:

"Trotz Verbot wird PCB immer noch freigesetzt und ist nachweisbar im menschlichen Fettgewebe und in der Muttermilch. Größere Mengen führen zu akuten Vergiftungen, Leberschäden, Milz- und Nierenschäden. 

Bereits chronisch niedrige Dosen 

führen zu Beeinträchtigungen des Immunsystems, der Konzentration und der Fortpflanzungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel" (Quelle: Medizininfo)

 Die Schulträger müss(t)en nicht nur auf den gesundheitlichen Schutz der Kinder, sondern auch der Lehrer achten: Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

 

 

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Positives Beispiel - sofortige Reaktion an einer Schule

 

Leider finden wir nur selten ein aktives und verantwortungsbewusstes Krisenmanagement wie zum Beispiel:

07.04.2017

Kalletal-Hohenhausen       


Unmittelbare Reaktion der Stadt!

 

"Die Gemeinde habe am Mittwochmittag von den erhöhten Werten erfahren und sofort die Schule und weitere Beteiligte informiert. An die Schüler seien gestern Briefe für die Eltern verteilt worden, in denen über das Thema informiert wird, so Hecker. Nach den Ferien gibt es eine Infoveranstaltung. 

Von den erhöhten PCB-Konzentrationen sind die Klassenräume in allen Gebäudeteilen betroffen – laut Schulleiter Dr. Eike Stiller zwölf an der Zahl –, nicht aber die Aula. PCB gilt als krebserregend. Der Stoff kommt vom weißen Flammschutz-Anstrich der Deckenplatten. Diese wurden beim Bau der ehemaligen Hauptschule vor Jahrzehnten angebracht, sagte Bauamtsleiterin Ewa Hermann.

Laut PCB-Richtlinie besteht bei Konzentrationen zwischen 300 und 3000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft „mittelfristiger Handlungsbedarf". „In diesem Bereich liegen wir", sagte Hermann. Laut Richtlinie dürften die Schüler zwar weiter in den Räumen unterrichtet werden, wenn gut gelüftet und sachgemäß geputzt werde.

„Wir wollen die Kinder und Lehrer der möglichen Gesundheitsgefährdung aber nicht weiter aussetzen und handeln sofort."

 

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PCB Quellen in Gebäuden

Die PCB gehören chemisch zur Gruppe der chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffe. Die Ausgangsverbindung ist das Biphenyl, das aus zwei miteinander verbundenen Phenylringen besteht, an denen 1 bis insgesamt 10 Chloratome gebunden sein können.

Seit den fünfziger Jahren wurde PCB außer in Kondensatoren von Leuchtstoffleuchten und anderen geschlossenen, d.h. sich ohne Kontakt zur umgebenden Luft vollziehenden, Anwendungen in großem Umfang auch als Weichmacher in einer Reihe offener Anwendungen eingesetzt. Offen angewendete PCB können insbesondere enthalten sein in

 

·         dauerelastischen Fugendichtungsmassen als Gebäudetrennfugen, Bewegungsfugen zwischen Betonfertigteilelementen, Anschlussfugen (Fenster, Türzargen),

·         Glasanschlussfugen an Fenstern oder Fugen im Sanitärbereich (selten),

·         Anstrichstoffen, nach TGL 24452

·         Klebstoffen, nach TGL 24452

·         Deckenplatten (als Weichmacher bzw. Flammschutzmittel), nach TGL 24452

·         Kunststoffen und nach TGL 24452

·         Kabelummantelungen. nach TGL 24452

 Eine der häufigsten Anwendungen in diesem Bereich war die Verwendung als Weichmacher in Fugendichtungsmassen auf Basis eines Polysulfid-Kunstharzes*. Als Weichmacher für Fugendichtungsmassen wurden Produkte verwendet, die 30 bis 60 Gewichtsprozente Chlor enthielten. Diese Weichmacher wurden z. B. unter den Handelsnamen Clophen, Arodor, Kanechlor, Fenchlor u. a. in den Verkehr gebracht". http://www.mtm.de/cont/pcb_nrw_02.htm und  BG Bau)

 

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Sekundärbelastungen durch PCB

 

Ein wesentlicher Grund "erfolgloser" Sanierversuche ist, dass oft nicht beachtet wird, wie stark (an welchen Stellen  und bis in welche Materialtiefe!) nicht PCB haltige Materialien im Raum im Lauf der Jahrzehnte bereits sekundärkontaminiert worden sind.

 

Dazu Aussagen des Umweltbundesamtes (Dokumentation 114/2015  ab Seite 11):

Emissionen aus Materialien und Sekundärbelastungen im Innenraum

"PCB sind semivolatile Substanzen, die bei Raumtemperatur in die Luft desorbieren und aus der Luft adsorbieren können (Wania & Mackay 1996). Die im Innenraum aus Primärquellen emittierten PCB werden durch Lüftung und Lüften in die Umwelt emittiert, adsorbieren aber teilweise auch an anderen Materialien im Innenraum einschließlich Bauteilen (z. B. Wände, Decken, Böden) oder Gegenstände (z. B. Mobiliar, Teppichböden oder Gardinen) (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2013; Hunt 2013; Zöltzer 1999). Bei direktem Kontakt diffundieren PCB in angrenzende Materialien und werden absorbiert. D. h., sie werden vom Material aufgenommen und eingelagert. So dringen PCB aus Fugenmassen in die angrenzenden Betonteile ein (Sundahl et al. 1999). Farbe, die z. B. neu über alter PCB-haltiger Farbe oder über PCB-haltigen Fugenmassen verstrichen wird, ist nach einiger Zeit selbst PCB-belastet und gibt PCB in die Luft ab (Hunt 2013; Guo et al. 2012).

 

Solche sekundär belasteten Materialien können hohe PCB-Konzentrationen von mehreren hundert bis zu ca. 4000 mg PCB/kg erreichen (Gesundheitsamt Bremen 2003, Zöltzer 1999; Sundahl et al. 1999). Sekundär belastete Materialien gelten daher bei Überschreiten der Grenzkonzentration von 50 mg PCB/kg als PCB im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung (2000) und müssen ebenso behandelt werden wie die primären PCB-Quellen.

 

Dämmmaterial, das bei energetischen Sanierungen über PCB-haltigen Fugenmassen angebracht wird, muss vermutlich später ebenfalls als Sonderabfall (>50 mg PCB/kg) entsorgt werden. Wenn es sich um Mineralwolle handelt, wird es zumindest über den Grenzkonzentrationen für mineralische Recyclingstoffe (1 mg PCB/kg) liegen. 

Auch Staub kann aufgrund seiner großen Oberfläche viel PCB aus der Luft adsorbieren und hohe PCB-Konzentrationen von mehreren hundert mg PCB/kg erreichen (Volland & Neuwirth 2005).

 

Großflächige Sekundärkontaminationen können – selbst nach vollständigem Entfernen der Primärquellen – erhöhte PCB-Raumluftkonzentrationen aufrechterhalten (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2013; MBl NRW 1996; Hunt 2013). Nicht ausreichend tief entfernte Primärquellen oder nicht ausreichend entfernte Sekundärquellen können noch Jahre nach der Sanierung zu erhöhten Raumluftbelastungen führen. Eine Gefährdung geht damit nicht nur von den PCB-haltigen Bauprodukten selbst aus und von ihrer Emission, sondern auch von sekundär belasteten Materialien, die über direkten Kontakt oder über die Luft PCB angereichert haben (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2013, Hunt 2013, Zöltzer 1999).

Beispiel erfolgloser Sanierversuche Eduard-Spranger Schule München 2019

(Hier wurden schwangere lehrerinnen versetzt, Kinder und Lehrer werden  aber seit vielen Jahren - nach wie vor den angeblich nicht "akut(?) gefährlichen" Belastungen ausgesetzt.

 

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Internationale Studien zu PCB

 

Ampleman, M. D., Martinez, A., DeWall, J., Rawn, D. F., Hornbuckle, K. C., & Thorne, P. S. (2015). Inhalation and dietary exposure to PCBs in urban and rural cohorts via congener-specific measurements. Environmental science & technology, 49(2), 1156-1164.
https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/es5048039

Ampleman, M. D. (2014). Inhalation and dietary exposure to PCBS in urban and rural cohorts via congener-specific airborne PCB measurements. (Doktorarbeit)

https://ir.uiowa.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=5584&context=etd
(in Tabelle 4-1 ist auch für einige Schulen in Deutschland die hohe PCB-Aufnahme über die Atmung berechnet worden. Anmerkung: In den USA ist die PCB-Aufnahme über die Nahrung geringer als in Deutschland)

Lehmann, G. M., Christensen, K., Maddaloni, M., & Phillips, L. J. (2014). Evaluating health risks from inhaled polychlorinated biphenyls: research needs for addressing uncertainty. Environmental health perspectives, 123(2), 109-113.
https://ehp.niehs.nih.gov/doi/full/10.1289/ehp.1408564

Marek, R. F., Thorne, P. S., Herkert, N. J., Awad, A. M., & Hornbuckle, K. C. (2017). Airborne PCBs and OH-PCBs inside and outside urban and rural US schools. Environmental Science & Technology, 51(14), 7853-7860.

https://europepmc.org/backend/ptpmcrender.fcgi?accid=PMC5777175&blobtype=pdf
(Im vorletzten Absatz steht:
"This study shows that inhalation is a significant route of PCB exposure for children in schools with PCB contamination, in some cases exceeding dietary exposure. Further, significantly higher indoor air concentrations have been reported in schools elsewhere suggesting that inhalation exposure is also higher than dietary exposure for those children. For example, assuming similar volume of air breathed and similar diet, a New York City school child inhaling 2920 ng/m3 as reported by Thomas et al., would have an inhalation exposure of 2.5 mg/yr PCBs, or about 40 times the dietary exposure. Our conclusion that PCB inhalation exposure is as significant as dietary exposure for children is supported by a non-cohort specific analysis from Lehmann et al. that found that airborne PCBs and dietary PCBs could each account for half of a child’s total PCB exposure.")

Norström, K., Czub, G., McLachlan, M. S., Hu, D., Thorne, P. S., & Hornbuckle, K. C. (2010). External exposure and bioaccumulation of PCBs in humans living in a contaminated urban environment. Environment international, 36(8), 855-861.
https://europepmc.org/articles/pmc2891214

(In dieser Veröffentlichung wird erkärt, warum bei PCB-Luftbelastungen die äußere Exposition (Aufnahme über die Atmung) und die innere Exposition (PCB-Menge im Körper) sehr unterschiedlich sind.
In Deutschland wird bisher gern behauptet, die Blutwerte würden zeigen, dass die PCB-Aufnahme über die Raumluft im Vergleich zur Aufnahme über die Nahrung gering sei):
"For instance, if PCB 4 was not metabolized in humans, the model predicts that its concentration would be a factor of
1700 higher."
"For the 56 year old man simulated, the lifetime external exposure is up to five orders of magnitude greater than the internal exposure (i.e. body burden) for the low chlorinated PCBs. For PCB 180, on the other hand, the ratio is only 1. The major factor determining the ratio between external and internal exposure is the metabolic rate of the PCB congener."
"The high rate of metabolism of many of the lower chlorinated congeners implies that the body will be exposed to metabolites of these compounds. This exposure is not reflected in the analysis of native PCBs in tissue. Some of these metabolites may be carcinogenic or genotoxic since they can bind to proteins. For example PCB 3 is metabolized to an 3,4-quinone which probably is an ultimate carcinogen (Ludewig et al., 2008). Hence, exposure to lower chlorinated
PCBs via contaminated urban air may be of toxicological relevance."

 

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