Lacke, Farben, Lasuren

 

Emissionsarme Lacke, Farben, Lasuren, Öle, Wachse?

 

Eine der häufigsten Fragen, die bei der wöchentlichen Beratungshotline gestellt wird, betrifft die Nachfrage nach emissionsarmen Lacken für Bodenbeläge, Möbel, vor allem aber auch Türen und Fenster.

Trotz einer sehr umfangreichem EGGBI-Emissions-Datenbank mit über 2000 Produkten findet sich hier leider bis heute kein einziger Lack,

dessen Hersteller bereit war, einen umfassenden, glaubwürdigen "Emissionsprüfbericht" zur Verfügung zu stellen.

In den meisten Fällen erhalten wir bestenfalls Prozent-Angaben über den Lösemittelgehalt.

Eine Bewertung der gesundheitlichen Risiken lässt sich natürlich aus einem solchen Summenwert nicht ableiten, wenn nicht die Einzelstoffe bekannt sind; zudem berücksichtigen die deklarationspflichtigen Lösemittelgruppen keine schwerflüchtigen Stoffe wie manche Glykole, die gerne ersatzweise eingesetzt werden. 

Oftamls wird sogar mit Attributen wie "schadstofffrei" geworben - dies in der Regel in einer rechtlich mindestens "Grauzone".

 

Die Hersteller begnügen sich in der Regel mit aussagearmen Sicherheitsdatenblättern, Merkblättern, nicht überprüfbaren „Volldeklarationen“  und sogenannten „Gütezeichen“.

Sicherheitsdatenblätter

Technische Merkblätter

"Volldeklaration" der Inhaltsstoffe durch die Hersteller

Gesundheitsbezogene Aussagekraft von über 100 Gütezeichen für Bauprodukte und Gebäude“

Häufig wird auch mit der "Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte" geworben, deren Aussagekraft spätestens seit dem Holzschutzmittelskandal sicher nicht ganz unbegründet von vielen in Frage gestellt werden..

 

Die Brisanz die hinter dieser Kommunikationspolitik steht, zeigt sich auch dadurch, dass bis heute kein einziges Lack- Produkt

von den beiden bisher nach  unseren informationen einzigen, glaubwürdig „umfassend prüfenden Gütezeichen“ (eco Institut -Label, natureplus siehe Kapitel 3.1 und 3.2 der oben verlinkten Gütezeichenaufstellung) zertifiziert werden konnte.

 

 

Aus diesem Grund ist es mir aus präventiven Gründen derzeit nicht möglich, unserer besonders sensitiven Klientel (MCS-Kranke, Allergiker, Familien mit Kleinkindern, Kitas) auch nur einen Lack zu "empfehlen" - das Risiko "versteckter" Schadstoffe (Glykole, Weichmacher, Flammschutzmittel, Benzophenon, Isothioazolinone, Butanonxim; PFAs, Triethylamin, Phthalsäureanhydrid und viele andere...) ist ohne ausreichenden Nachweisen nicht kalkulierbar.

Wesentlich wäre für diese Klientel nicht die "Rezeptur", auch nicht die ökologische Unbedenklichkeit - sondern einzig die Kenntnis der tatsächlich- im ausgehärteten Produkt noch emittierenden Stoffe.

Dabei handelt es sich keineswegs um "Firmengeheimnisse":

  • häufigstes Hersteller Argument - "die Rezeptur ist ein Firmengeheimnis" - es geht uns aber nicht um die Rezeptur, sondern um das Emissionsverhalten!) 
  • Gegenargument - entsprechende Emissionsprüfberichte kann jeder bei jedem akkreditierten Institut mit gekaufter Ware beauftragen.

Die Kosten für solche Untersuchungen sind allerdings nicht dem einzelnen Verbraucher zuzumuten - zumal die Hersteller in der Regel natürlich ohnedies über entsprechende Prüfberichte verfügen (sollten).

 

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PU Lacke - "Wasserlacke" - "lösemittelfreie Farben/ Lacke"

EGGBI beurteilt Produkte - im Hinblick auf die besondere Beratungsklientel - generell primär nach deren Emissionsverhalten und gesundheitlich relevantem Verhalten in der "Nutzungsphase"  und nicht nach "ökologischen" Anforderungen.

Toxische Stoffe in den Sicherheitsdatenblättern müssen keineswegs im ausgehärteten Zustand der Produkte noch raumluftwirksam sein - zahlreiche langfristig "kritische Stoffe" wiederum müssen in den Sicherheitsdatenblättern gar nicht deklariert werden.

Bewertungsgrundlage können daher nur umfassende "Emissionsprüfberichte" (Prüfkammeruntersuchungen) sein, die Auskunft über die tatsächlichen Emissionen - wichtig für den Nutzer - geben.

PU Produkte (Polyurethan, PUR)

Daher werden in manchen Fällen Produkte mit PU- Klebern und PU- Lacken trotz der verwendeten Isocyanate durchaus für diese Klientel sogar bevorzugt, wenn die Betroffenen beispielsweise nachweisbar auf "Naturharze", Öle und anderen "natürlichen Stoffe" mit entsprechenden Unverträglichkeits- Symptomen reagieren.

Voraussetzung bei diesen Produkten ist dann allerdings eine wirklich qualitative Verarbeitung  (richtige Mischung mit dem Härter, fachgerechte Trocknung) um beispielsweise spätere Isocyanatbelastungen auch wirklich auschließen zu können - natürlich aber auch zusätzlich entsprechende Emissinonsnachweise bezüglich Weichmacher, Flammschutzmittel, PFAs, Benzophenon...

"Wasserlösliche Lacke", "lösemittelfreie Produkte"

Der Verzicht aus Lösemittel garantiert keineswegs gesundheitliche Unbedenklichkeit - oft enthalten diese Produkte Stoffe, die wesentlich länger als manche Lösemittel die Raumluft belasten. (Butanonoxim, Glykole, Isothiazolinone...)

Unabhängig von der Bewertung vorgelegter Prüfberichte

empfehlen wir vor allem Chemikaliensensitiven im Rahmen der Produktsuche für jedes empfohlene Produkt dennoch zusätzlich noch einen persönlichen Verträglichkeitstest - in manchen Fällen sogar zusätzliche "In- vitro- Labortests"

Dies ist  auch die Begründung, warum  "Gütezeichen, Zertifikate, "Herstelleraussagen zu verwendeten oder nicht verwendeten Inhaltsstoffen", Emissions- Nur- Summenwerte, Sicherheitsdatenblätter...

keine Grundlage für entsprechende Bewertungen darstellen können. 

 

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Lasuren, Farben, Wachse, Öle

Im Gegensatz zu Lacken gibt für diese Produktgruppen einige wenige  "kommunikationsfreundlichere Hersteller" - auch hier ist aber bezüglich Herstelleraussagen wie

  1. lösemittelfrei
  2. Allergiker- freundlich,
  3. MCS- verträglich(?)

größte Vorsicht angesagt. Gerade in diesem Bereich finden wir immer wieder extreme Fälle von "Greenwashing" - mit offiziellen, aber oft auch "Herstellerverband- eigenen" Gütezeichen,

deren Glaubwürdigkeit bezüglich gesundheitsbezogener Aussagekraft nachweisbar oft völlig unzureichend ist.

Für sensitive Verbraucher können solche Produkte teilweise auch völlige "Unverträglichkeit" bedeuten.

"Gerne werden hier oft Begriffe wie "Öko", "Bio", "Natur" verwendet - "Naturprodukte sind aber keineswegs alle für jeden verträglich. Sogenannte "Volldeklarationen kann der Verbraucher natürlich selbst nicht kontrollieren; häufig werden in diesen aber auch unverträgliche Stoffe unter harmlosen Begriffen wie z.B.  "Additive", nicht deklarierte "Trockenstoffe"... versteckt".

 

Definition: 

Additive (abgeleitet vom lateinischen „additivum“ = hinzugegeben) sind Hilfs- oder Zusatzstoffe, die Produkten in geringen Mengen zugegeben werden, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder zu verbessern

 

Oft reicht aber auch schon ein Blick in das Sicherheitsdatenblatt (grundsätzlich für eine seriöse Bewertung nicht ausreichend) um - meist im Kapitel 16 gesundehitsrelevante Eigenschaften anzuzeigen, die sich bereits aus den wenigen deklarationspflichtigen Stoffen ergeben.

"Aussagekraft" von Sicherheitsdatenblättern

Häufig finden sich hier - auch bei "Naturprodukten" bereits Sicherheitshinweise wie

H 317 - "kann allergische Reaktionen auslösen".

Einige wenige (möglichst stets aktuell) Empfehlungen finden sich in der Zusammenfassung Holzschutz und Lasuren.

 

 

Gerne bewerte ich kurzfristig Emissionsprüfberichte von Lacken, Farben, Lasuren, Ölen, Wachsen, wenn mir solche zur Verfügung gestellt werden, in der Hoffnung, auch wirklich umfassend geprüfte Produkte in die ansonsten sehr umfangreiche Emissions- und Empfehlungsdatenbank aufnehmen zu können.

Siehe dazu: 

 

"Naturfarben" und Naturbaustoffe

 

Kostenlose Bewertung von Prüfberichten

Kommunikationspolitik von Herstellern allgemein

 

 

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