Greenwashing

 

Seiteninhalt

 

·         "Greenwashing" von Produkten

·         "Allergiker- und sogar MCS- verträgliche Produkte?"

·         Bewusste Irreführung  von Verbrauchern mit Gütezeichen bezüglich "gesundheitsbezogener" Aussagen?

·         "Eigenwillige Interpretation von "Prüfberichten"

·         Greenwashing mit "Berufsbezeichnungen

·         Werbung mit "Gesundheit"

·         "Schadstoffgeprüfte Produkte"

·         Schadstofffreie Produkte

 

Download: Aussagekraft von über 100 "Gütezeichen" für eine gesundheitsbezogene Bewertung?

Siehe auch "Allgemeine Begriffsdefinitionen" für Schadstoffe u.a.

 

Zusammenfassung "Gerichtsurteile"

 

 

 

 

 

Allgemeine Aussagen

Immer mutiger werden Hersteller mit "Greenwashing"- Aussagen - auch bezüglich Wohngesundheit.

Besonders beliebt sind immer wieder Bezeichnung wie "Bio", "ÖKO", "Natur" - meist ohne die entsprechende Aussagekraft zu belegen!

Auch viele Gütezeichen werden häufig eingesetzt - die meisten ohne wirklich ausreichend eine gesundheitliche Unbedenklichkeit nachweisen zu können.

 

Soeben aktualisiert: „Gesundheitsbezogene Aussagekraft von über 100 Gütezeichen für Bauprodukte und Gebäude“

 

 

Inzwischen wird auch bereits EGGBI immer wieder von Herstellern zitiert, mit Aussagen, welche Produkte als "wohngesund" darstellen sollen, ohne entsprechende Nachweise vorlegen zu wollen oder zu können.

Beispiel: Aussage zu Kaiflex- Dämmstoffen

"Die Europäische Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene (EGGBI) hat zusätzlich zu den bisherigen Messwerten – den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd – weitere Kriterien definiert, anhand derer Baustoffe als schadstoffarm deklariert werden können. Die Kaiflex Dämmstoffe tragen diesen Kriterien Rechnung."  Homepage Firma Kaimann Januar 2019https://www.kaimann.com/de-de/blog-technical-insulation?sid=2309

Nach mehr als 6 Monaten wurde unserer Aufforderung, uns dazu Nachweise vorzulegen noch nicht entsprochen, erst nach weiterer Reklamation wurde die Aussage von der Homepage gelöscht.

Nicht nachvollziehbar aber auch 2019 noch kommunizierte Aussagen wie:

„Der Kaiflex Spezialkleber 505 ist frei von VOC und optimal auf die Kaiflex Dämmstoffe abgestimmt“.

Weder werden entsprechende Prüfberichte zu VOCs, Formaldehyd vorgelegt- noch zu Flammschutzmitteln, Weichmachern und zahlreichen weiteren EGGBI Kriterien. Offensichtlich wird unseren strengen Kriterien nicht Rechnung getragen!

Die Aussagen widersprechen aber auch den Richtlinien bezüglich "Werbung mit Gesundheit", wenn entsprechende Nachweise zu Aussagen nicht vorgelegt werden.

Aussagen zu ESB Plus

Totz mehrfacher Aufforderungen seit Beginn 2019 finden wir nach wie vor die nie autorisierte Aussage: Empfehlung EGGBI.

EGGBI vermeidet grundsätzlich allgemeine Empfehlungen, vor allem wenn nicht umfassende Schadstoffprüfberichte entsprechend unseren Kriterien (betrifft unter anderem Probenahme, Analyitik, Prüfumfang) vorgelegt werden können, da wir nur dann - individuelle - Produktempfehlungen entsprechend den uns jeweils individuell benannten Sensitivitäten der Bauherren aussprechen.

 

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Beim "Greenwashing" werden Techniken der Öffentlichkeitsarbeit, der Rhetorik und der Manipulation benutzt, um einer Firmengeschichte oder den aktuellen Unternehmensaktivitäten eine weiße Weste zu verpassen. 

In der Regel stellt das Unternehmen einzelne umweltfreundliche Leistungen, Aktivitäten oder Ergebnisse bzw. entsprechende Bewertungen Dritter mit erhöhtem PR-Aufwand öffentlich heraus, etwa in Presseaktionen oder Werbeanzeigen.

Häufig sind die dabei getroffenen Einzelaussagen – zum Beispiel über ein neues, umweltfreundliches Produkt oder Verfahren, spezielle Aktivitäten  des Unternehmens – für sich genommen korrekt, betreffen aber nur einen geringen Teil der Unternehmensaktivitäten, während das Kerngeschäft in manchen Fällen umweltverschmutzend, auch gesundheitsschädlich bleibt.

 

Greenwashing von Produkten mittels teils dubioser "Gütezeichen" und Marketingaussagen

"Schadstofffrei Bauen"

Absolut unseriös sind nach unserer Erfahrung  

die meisten Aussagen über schadstoffreie Bauprodukte

Beispiel 1 ("wer gesund bauen will, sollte mit einem erfahrenen Architekten Mindeststandards für schadstofffreie Materialien schriftlich vereinbaren") 

Beispiel 2 (siehe auch Zitat: "natürliche Dämmstoffe sind schadstofffrei und schaffen ein angenehmes Wohnklima!")   

ebenso wie über schadstofffreie Häuser Beispiel 1,   Beispiel 2,  Beispiel 3,  Beispiel 4  (siehe auch Allergikerhäuser); Beispiel 5 (siehe auch Emissionen aus Holz-und Holzwerkstoffen) Beispiel 5 (schadstoffreie Container- dazu Pressemeldung)

Beispiel "Abschirmprodukte und Harmonizer" gegen "Elektrosmog"

Manche Gütezeichen arbeiten offensichtlich auch mit für Schadstoffprüfungen nicht akkreditierten Instituten zusammen - so liegen uns beispielsweise "baubiologische" Gutachten aus dem Bereich "Naturfarben" mit identischen VOC Werten für losemittelhaltige und "lösemittelfreie" Produkten vor. Trotz der damit nachgewiesenen Unglaubwürdigkeit solcher Berichte  werben aber nach wie vor zahlreiche  - auch namhafte  Hersteller mit solchen Gutachten! 

Wir wurden aber auch bereits mit selbst erstellten eco - Pässen konfrontiert, verbunden mit Aussagen wie

„Natürlich ist unser "BIOBODEN" frei von flüchtigen organischen Substanzen. VOC-free (Volatile organic compounds):

Aktuell kennen wir grundsätzlich kein Holzprodukt - völlig frei von VOCs, (http://www.eggbi.eu/fileadmin/EGGBI/PDF/Emissionen_aus_Holz-_und_Holzwerkstoffen.pdf ) von denen die meisten in üblicher Konzentration natürlich keineswegs gesundheitsschädlich sind, in Einzelfällen (beispielsweise Essigsäure bei Eiche- Terpene bei vielen Nadelhölzern  in überhöhten(!) Konzentrationen durchaus sensibilisierend wirken können. Entsprechend gibt es anerkannte Prüfmethoden, um für individuelle Beratungen auch diese Emissionen identifizieren und im Individualfall bewerten zu können.

 

Verwendung aussagearmer, teils auch selbst erstellter Gütezeichen

Immer wieder finden ewir auf Werbematerail einen ganze Liste von Gütezeichen, die teilweise von den Herstellerverbänden selbst kreiiert sind, teils von den herstellern selbst konzipiert - aber auch bekannte Gütezeichen ohne wirklicher Aussagekraft bezüglich gesundheitlicher Unbedenklichkeit der Produkte:

Bauprodukte schmücken sich teils sogar mit "Lebensmittel-Zertifikaten".

In den meisten Fällen sind die Kriterien auch bei den Zertifizierungsstellen nicht abrufbar. Meist verlassen sich die "Zertifizierer" ohnedies auf Herstelleraussagen, ohne selbst zu prüfen. Dem Verbraucher wird hier oft vorgegaukelt, die Produkte wären umfassend geprüft.

Besonders fragwürdig in vielen Fällen, wenn solche Zertifikate auf der Homepage pauschal für ganze Herstellersortimente vermarktet werden, Prüfberichte dazu aber vehement verweigert werden.

Siehe dazu:

Bewertungen von über 100 Gütezeichen und "Kennzeichnungen" für Baustoffe, Gebäude und "Produkte für das Wohnumfeld" für Verbraucher mit erhöhten Anforderungen an die „Wohngesundheit“

 

Berufung auf Nachweise, Untersuchungen durch Universitätsinstitute

Beispiel:

"Dies beweist das Gutachten des Instituts für Umwelthygiene und Präventivmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg. ("Erlanger Ciliatentest" - bei Bedarf bitte anfordern)". Textquelle.

Ein solcher Untersuchungsbericht ist allerdings nicht erhältlich!

 

 

Formaldehydfreie Holzprodukte

richtig sollte es heissen "formaldehydfrei verleimt" - Holz enthält "natürliches Formaldehyd".

 

Schadstofffreie Gebäude

Auch bei größten Anstrengungen kann natürlich  nur ein möglichst "schadstoffarmes Gebäude" erreicht werden, denn auch natürliche Produkte enthalten bekanntlich immer wieder "Schadstoffe" (entscheidend ist bekanntlich stets die "Dosis"!). Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen nach Fertigstellung eines so bestellten Hauses hat der Verbraucher hier die allergrößten Chancen auf "Schadenersatz" wegen Nichteinhaltung versprochener Eigenschaften.

Zwar ist der Begriff "lösemittelfrei" durch einen "Trick" (fragwürdige Definition des Begriffs "lösemittelfrei, gebunden an den Siedepunkt der eingesetzten Stoffelegal für viele Produkte verwendbar (vorbehaltlich entsprechender Nachweise) - bei "schadstoffrei" werden aber fast immernicht einhaltbare Eigenschaften zugesichert.

„Überall dort, wo die Gesundheit in der Werbung ins Spiel gebracht werde, seien besonders strenge Anforderungen an die Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Werbeaussagen zu stellen.

Dies habe seinen Grund darin, dass die Gesundheit in der Wertschätzung des Verbrauchers einen hohen Stellenwert  habe und dass mit irreführenden gesundheitsbezogenen Werbeangaben erhebliche Gefahren für das hohe Schutzgut der  Gesundheit der Bevölkerung verbunden sein könnten.“ Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 13.06.2005 - 4 W 70/05

 

Siehe auch: Werbung mit "Allergikerfreundlich"

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Bewusste Irreführung von Verbrauchern bezüglich gesundheitsbezogener Aussagen?

Eine "neue Masche" des "Greenwashing" ist das Marketing mit Gütezeichen, welche tatsächlich für ein (!) Produkt mit "angenommen" niedrigen Emissionswerten erworben werden -

im Marketing aber dann geworben wird, dass das gesamte Sortiment dieses Gütezeichen besitzt.

Wir raten Verbrauchern daher stets, den eigentlichen Prüfbericht einzufordern. und darauf zu achten, ob die Produktbezeichnung im Prüfbericht mit dem Handelsnamen des angebotenen Produktes völlig übereinstimmt.

Aus dem Prüfbericht sollte auch hervorgehen, wie - durch wen - die Probenahme des Produktes erfolgte, wann geprüft wurde, ob von einem dazu "akkreditierten" Institut geprüft wurde und mit welchem Prüfumfang tatsächlich untersucht wurde. Nur aus dem Prüfbericht gehen aber auch die Einzelwerte der Emissionen hervor, die - für Chemikalien- Sensitive, Allergiker oft entscheidend sind. Viele Emissionen sind zwar nicht toxisch, sie können aber individuell für Sensitive auch bereits bei sehr niedrigen Konzentrationen sensibilisierend wirken.

Geworben wird aber auch mit Gütezeichen, aus denen nicht hervorgeht, wer das Zertifikat überhaupt jeweils vergeben hat -und welche  - ohne Schadstoffprüfungen mit definierten Kriterien, Grenzwerten Prüfumfang und Anforderungen an die prüfenden Institute (Akkreditierung) gesundheitliche Unbedenklichkeit kommunizieren durch Prospektaussagen wie:

"Zertifiziert werden Produkte, die keine Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit haben".

Beispiel: Unsere Bewertung  HACCP Zertifikation für Bauprodukte (Kapitel HACCP)

Auszug aus Firmen- Prospekt

10 Schlüssel Komponenten die im Zertifizierungsverlauf überprüft werden:
1 Materialien und Spezifikationen
2 Toxizität
3 Kontaminationsrisiken

4 Einfache Reinigung
5 Bedienungsanleitung
6 Fehlerfolgen
7 Chargen- und Prozesskontrollen
8 Ansprüche
9 Verpackung und Kennzeichnung
10 Beitrag zur Lebensmittelsicherheit

Antwort auf unsere Anfrage nach den entsprechenden Kriterien zu 1 bis 3:

 

"Die Bewertung identifiziert keine Risiken für die Gesundheit am Arbeitsplatz, die Umwelt, gesetzliche oder behördliche Anforderungen oder Qualitätsprobleme, es sei denn, solche Risiken könnten sich auf die Lebensmittelsicherheit auswirken.(?) Wie kann dies ohne Schadstoffprüfungen gewährleistet werden?

Zur Zertifizierung von Bodenbelägen bewerten wir auch die Produktformulierung, Informationen zur chemischen Beständigkeit, Wärmebeständigkeit und Wasseraufnahme, technische Bulletins, Installationsanweisungen und Marketingmaterial. Wir inspizieren (?) auch verlegte Böden während des Bewertungsprozesses… Wir listen keine Kriterien für Schadstoffe auf!!!"

Welchen Informationswert hat ein Gütezeichen, wenn zertifizierte Hersteller selbst verkünden:

 

 

Cemguard HB 500:

Eine HACCP-zertifizierte Hybridbeschichtung, die aus anorganischen und organischen Komponenten besteht und ein seidenmattes Finish bietet. Dieses umweltfreundliche Produkt haftet außergewöhnlich gut auf einer Vielzahl von Untergründen, einschließlich vorbereiteter alter / neuer Betonböden. Es ist VOC-konform und enthält nur sehr wenig gefährliche organische Lösungsmittel!!!???

Was versteht der Hersteller unter "sehr wenig" - um welche "gefährlichen Lösungsmittel" handelt es sich tatsächlich?

 

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Allergikergerechte, allergikerfreundliche, MCS-geeignete Produkte

Siehe auch "Bauen für Allergiker" und "Gesundheiltiche Folgen- z.B. Allergien - bei Belastungen während der Schwangerschaft".

Die zunehmende Zahl von Allergikern und Chemikaliensensitiven veranlassen viele Akteure, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Zielgruppe zu erreichen und ihre Produkte/ Geräte, Häuser/ Hotels - egal ob geeignet oder nicht - an Frau/Mann zu bringen.

 

So werben Hersteller und Händler von Baustoffen, Lüftungsgeräten, Luftreinigungsgeräten, Matratzen, Farben, Lasuren, Haushaltsreinigern, Lüftungsleitungen, Atemmasken u.v.m., aber auch Hotels, ja sogar ganze Tourismusregionen  mit  den Attributen  "allergikerfreundlich", "allergikergeeignet",auch "für MCS- Kranke" geeignet.

Auf Grund entsprechener Anfragen in der Beratungshotline habe ich versucht, diese Aussagen teilweise zu verifizieren, dabei stieß ich auf teilweise sehr fragwürdige Angebote. 

 

Aktuell (Februar 2021) wurde mir eine Homepage benannt - mit umfangreichen Produkt- Auflistungen mit der Bezeichnung "Allergiefrei" (z.B. "allergiefreie? Wandfarben"; Autos...)

Zahlreiche der hier angebotenen Produkte enthalten - sogar von den Herstellern selbst offen deklariert - bedenkliche Biozide, Holzschutzmittel, allergenisierende Isothiazolinone.

Die Verwendung solcher Produkte kann für Allergiker zu massiven Beschwerden führen.

Welche weiteren toxischen und sensibilisierenden (nicht deklarationspflichtigen) Emissionen aus diesen Produkten zu erwarten sind (z.B. Antimon, Flammschutzmittel, Weichmacher u.a. aus Matratzen, Farben, Lacken, PFAs, Antistatika, antibakterielle Ausrüstungen siehe dazu Übersicht) wäre nur aus umfassenden, glaubwürdigen Schadstoffprüfberichten fetststellbar.

Kriterien, nach denen diese Produkte ausgewählt werden (Provisions -bedingt?) sind auf den Homepages solcher Anbieter nicht zu finden. Aber selbst bei Vorlage von Prüfberichten zu Gütezeichen müssen wir immer wieder feststellen, dass nur auf wenige Schadstoffe geprüft worden ist, selbst bei Prüfberichten für Gützezeichen in diesen Prüfberichten gar nicht die Erfüllung aller Kriterien aufgelistet ist.

 

 

Auch Naturharze, Aldehyde aus Naturölen (Oxidationsprodukte), selbst "natürliche" Gerüche können vor allem für Chemikalinensensitive ein echtes Problem darstellen - daher sehen wir die Werbung mit den oben genannten Attributen einer generellen Eignung (ohne entsprechende Nachweise!) in den meisten Fällen als irreführend!  

Sehr oft wird auch mit katalytischen, abbauenden und/oder „antibakteriellen Funktionen geworben, ohne die Eigenschaften dieser Stoffe (z.B.Titandioxid, Nanosilber) und die Reaktions- oder Abbauprodukte aus solchen Prozessen und deren gesundheitliche Relevanz zu berücksichtigen.

 

Ein Händler, der besonders "Allergiker und MCS- Kranke anspricht:

Zitate aus dem Angebot:

"Bei pureNature finden Sie Holzschutz für Innen und Außen.

Bio- Holzschutz gelingt zum Beispiel mit Holzschutzfarbe, die Holz im Außenbereich bis zu 5 Jahre vor der Witterung schützt. Lacke, Holzlasur und entsprechende Grundierungen schützen Holz auch bei besonders hoher Beanspruchung. Der Holzschutz ist frei von Fungiziden oder Lösungsmitteln und sehr gut verträglich auch bei Allergien oder MCS."

Hier wird beispielsweise eine Holzlasur (lösemittelfrei) und ein Holzlack angeboten – die laut Herstelleraussagen (Technische Merkblätter Lack ,Lasur) allergenisierende Konservierungsmittel (Iisothiazolinone) enthalten, und unsererseits sicher  nicht für MCS- Kranke und Allergiker empfohlen werden!

Auch für die übrigen "Bau- Wohnprodukte"  - teilweise aus den USA-  dieses Anbieters konnten wir bis heute keine glaubwürdigen Emissionsprüfberichte erhalten! Beispielsweise warnt der Hersteller des Produktes AFM safecoat SemiGloss auf dem Sicherheitsdatenblatt vor "allergischen Haut Reaktionen, Irritation der Augen…")

Auf der Händler.- Homepage wird aber dafür geworben

"Der Holzschutzlack ist ein speziell für Allergiker und hypersensible Menschen entwickelter wasserlöslicher Streichlack für Innenräume."

(Hinweis: Diese EGGBI Bewertungen betreffen lediglich das "Bau-Sortiment" - andere Produktgruppen können mangels diesbezüglich eigener Kompetenz nicht bewertet werden.) 

Gerne ändern wir unsere Stellungnahmen bei Vorlage entsprechender Begründungen und Nachweise).

 

 

In der Regel ist es uns nicht möglich, umfassende und glaubwürdige Prüfberichte für derart beworbene Produkte zu erhalten, die eine gesundheitliche Unbedenklichkeit nachweisen - obwohl solche Nachweise bei Werbung mit Gesundheit vorgelegt werden müssen. 

 

 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich nicht an Marketingaussagen und Gütezeichen zu orientieren, sondern tatsächliche Nachweise der Unbedenklichkeit einzufordern, die wir gerne bei Zusendung (natürlich kostenlos!) "bewerten". Siehe dazu

 

 

Dies gilt auch für Aussagen zu "allergikerfreundlichen Hotels", allergikerfreundliches Bauen generell.

 

 

Besonders kritisch wird "Greenwashing"  in Fällen, in denen Allergikerhäuser, MCS- Häuser - aber auch "Hotels für Allergiker" angeboten werden - ohne ausreichender qualitativer Prüfung von Produkten, Planer und ausführenden Firmen. Wiederholt mussten wir feststellen, dass solche Häuser von Unternehmen beworben werden, die fälschlicherweise Ökologie grundsätzlich mit Allergiker - und/oder MCS- Eignung gleichsetzen, bzw. bereits beim Vertrags-Abschluss nicht einhaltbare Zusagen machen.

Siehe dazu auch: "Sicherer Hausbau ohne Schadstoffe"

 

Die spätere Insolvenz von Bauunternehmen, die mit solchen "Attributen" geworben hatten, nützt dem Bauherrn wenig - in manchen Fällen setzen solche Firmen unter anderem Firmennamen sogar ihre Tätigkeit weiter fort.

Wir empfehlen hier vor dem Vertragsabschluss  entsprechende Zusagen verbindlich im Vertrag zu platzieren und unterstützen diesbezüglich gerne mit entsprechenden "Textbausteinen"

Warum EGGBI von zahlreichen Herstellern seit Jahren glaubwürdige Emissionsprüfberichte verweigert werden, wird unter anderem begründbar aus Prüfergebnissen von Ökotest im April 2016 - so fanden sich bei solchen Herstellern unter anderem Stoffe wie Butanonoxim in sogenannten "Ökoprodukten". 

Kein Wunder, wenn sich dann auch in Neubauten immer wieder Stoffe wie Butanonoxim (steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein) finden. (Kindergarten in Hürth, Pressemeldung 9/2013

Auch "sensitive" Kosmetikprodukte enthalten häufig durchausebenfalls allergenisierende Stoffe (SWR Bericht, 2018)

 

Was bedeutet Allergikerfreundlich, verträglich...

Die Vielzahl an Allergien erfordert hier für jedes Produkt eine genaue Definition, für welche Allergien diese Produkte besonders geeignet sein sollen.

So müssen sich auch die Kriterien für entsprechende Werbeaussagen unterscheiden - handelt es sich um Kontaktallergien, Duftstoffallergien, Schimmelallergie, Hausstaub (Milben) Allergie; Lebensmittelallergien....

Nur sehr wenige Produkte/ Angebote (z.B. Hotels) werden allen diesen Allergien gleichzeitig gerecht werden - entsprechend eindeutig müssen auch die Werbeaussagen formuliert werben!

 

Kennzeichnung "allergikergeeignet" bei Farben, Lacken

Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.:

"Allergiker kann man leider nicht durch Grenzwerte schützen, wie jeder, der beispielsweise eine Erdnuss-Allergie oder Heuschnupfen hat, leidvoll erfahren muss. Da man nicht bei allen Farben auf Konservierungsmittel verzichten kann, müssen Allergiker wie bei Lebensmitteln (zum Beispiel “Kann Spuren von Nüssen enthalten”) entsprechend informiert werden. Die deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie hat sich bereits im Jahr 2000 zu einer Kennzeichnung sämtlicher Isothiazolinone in Wandfarben unabhängig von der Konzentration verpflichtet." Textquelle

Mehr Infos zu den allergenisierenden Isothiazolinonen

Bedauerlicherweise sind nicht alle Hersteller Mitglied dieses Verbandes, bzw. sehen sich in dieser Verantwortung gegenüber den Verbrauchern -  so kann es immer wieder passieren, dass Produkte zwar die Kriterien diverser Gütezeichen einhalten - das heisst nur geringe Konzentrationen an Isothiazolinonen in ihren Produkten festgestellt werden - die Produkte aber als völlig "konservierungsmittelfrei" und "für Allergiker geeignet" beworben und vermarktet werden!

Für Umweltsensitive und viele Allergiker gibt es aber keine "Grenzwerte".

 

Gütezeichen - ohne die entsprechenden Prüfberichte- sind daher für Allergiker und Chemikaliensensitive grundsätzlich nicht aussagefähig

 

Allergikergerechte Hotels:

Auch hier wird vielen Allergikern, Sensitiven sehr oft wesentlich mehr versprochen, als dann in der realtitä gehalten wird. Siehe dazu "Urlaub für Allergiker"

 

 

 

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"Eigenwillige Interpretation von Prüfberichten"

Sehr oft werden wir mit Prüfberichten konfrontiert, die "Schadstofffreiheit" oder erfolgreiche Sanierungen garantieren sollen - sich in Wirklichkeit aber nur auf die Untersuchung auf einige wenige "mögliche" Schadstoffkomponenten beziehen.

 

Vor allem bei Werbungen für die Sanierung älterer Fertighäuser (Geruchsprobleme) werden hier Studien zum Schadstoffabbau beispielsweise durch Schafwolle präsentiert - verschweigend, daß Schafwolle nachgewiesen zwar erfolgreich Formaldehyd abbauen kann, es aber keinerlei Studien zum Abbau der Geruchsverursacher Chloransiole gibt! (Mehr Informationen)

 

Ein Sanieranbieter für "geruchsbelastete ältere Fertighäuser" wirbt mit einem Prüfbericht eines renommierten Instituts im Zusammenhang mit erfolgreicher Sanierung –

verschweigt aber, dass sich der Prüfbericht offenbar lediglich auf Formaldehyd, PCP und Lindan beschränkt - keineswegs aber auf den zuvor beschriebenen Verursacher der Gerüche in diesen Häusern "Chloranisole":

Internetaussage - Fazit: 

"Die durchgeführte Sanierung kann als erfolgreich bewertet werden!"

Dazu - wie erwartet die Stellungnahme des Prüfinstituts:

 

"Die Angabe zu dem Sanierungserfolg bezieht sich nur auf die gemessenen chemischen Parameter."

 

 

Verlinkt zu diesem  angeblichen "Untersuchungsbericht"  (es handelt sich in Wirklichkeit nicht um den Untersuchungsbericht, sondern nur um einige "herausgezogene Daten") wird aber von der Anbieter-Seite: "muffig-schimmelige Raumluft" 

mit der Aussage:

 

Heute weiß man, dass die für den Geruch verantwortlichen Chloranisole durch ein Zusammenspiel von Holzschutzmittel und längerer Feuchtigkeit entstehen.

und dem Link zum angeblichen

 

 

UNTERSUCHUNGSBERICHT DES BREMER UMWELTINSTITUTS

 

Eine seriöse Untersuchnung eines renommierten Institutes wird hier in völlig falschem Zusammenhang sehr mißverständlich interpretiert!

Verbraucher sollten sich daher auch die eigentlichen "Prüfberichte" immer sehr gründlich ansehen, ob die Aussagen des Instituts korrekt übernommen und anders als hier - mit den Werbeaussagen des Anbieters übereinstimmen.

 

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Greenwashing durch "Berufsbezeichnungen"

"Greenwashing"  betrifft nicht nur Produkte, sondern auch manche Bezeichnungen wie "Umweltberater", "Gesundheitsberater", "Wohngesundheitsanalysten" aber auch "Baubiologen" - gerade bei letzteren gibt es leider mangels eines Begriffsschutzes neben hochqualifizierten Fachleuten auch eine Reihe nichtqualifizierter, keineswegs wissenschaftlich arbeitender selbsternannter "Spezialisten", die dem Verbraucher in der Regel außer oft überhöhten Kosten keinerlei adäquate Leistungen erbringen - in sehr vielen Fällen nur am "Verkauf" eigener  oder Vermarktung auch fremder Produkte interessiert sind.

Wir empfehlen hier, sich an entsprechend qualifizierten Prüfinstituten (z.B. AGÖF) und anerkannten Berufsverbänden  von Baubiologen (VDB) zu halten, und sich nicht ausschließlich an "Internetaussagen" zu orientieren. 

Schwarze Schafe mit "umfangreicher, erfolgreicher" Internetpräsenz gibt es aber offensichtlich auch im Bereich der "Baugutachter" (siehe dazu Infos 1 und Infos 2)

Wichtig ist eine transparente Information über Umfang der Ausbildung, Weiterbildung und Dienstleistung.  

Ähnliches ist bereits seit Jahren auch im Bereich der

Energieberatung

bekannt - neben hochqualifizierten Energieberatern werden häufig Baustoffverkäufer von Dämmstoff-Herstellern in "Schnellkursen" zu sogenannten "Energieberatern" ausgebildet - einzig mit dem Ziel, dem Verbraucher möglichst viel Dämmstoff dieses Herstellers zu verkaufen. Gerade deren fehlendes Fachwissen ist in der Folge sehr häufig Ursache von nicht fachgerechten energetischen Sanierungen- sehr oft mit dem Ergebnis von Schimmelbildung.

Weitere Infos dazu

 

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Werbung mit Gesundheit

 

Bei Werbung mit „Gesundheit“ sind Hersteller ausdrücklich verpflichtet,

entsprechende Nachweise

beizubringen: 

"Es ist jedoch in Bezug auf eine gesundheitsfördernde oder gesundheitssteigernde oder allgemein/verallgemeinernde gesundheitsbezogene - auch präventive - Wirkung ein strenger Nachweis/ Maßstab 
im Interesse der besonderen Schutzwürdigkeit der Gesundheit anzulegen".

1.2. Nachweis der Richtigkeit:  Wer mit gesundheitsbezogenen Aussagen arbeitet, wird zudem bei umstrittenen Aussagen mit einer Umkehr der Darlegungs- und Beweislast beschwert. Er haftet für nachteilige Folgen, je nach Ausgestaltung der Werbung, z.B. bei nur einseitiger Darstellung fachlich umstrittener Wirkungen.

u.a. BGH, Urt. v. 7.3.1991, Az.: I ZR 127/89, GRUR 1991

Seite 2 Zusammenfassung Urteile

 

 

 

Dennoch verweigern zahlreiche Hersteller, die beispielsweise mit dem Blauen Engel "Umwelt/Gesundheit" "emissionsarm" werben, die vielfach erbetenen "glaubwürdigen" Nachweise (Beispiel: OSB)

 

Allgemeines Urteil zu Werbeaussagen "Gesundheit"

 „Überall dort, wo die Gesundheit in der Werbung ins Spiel gebracht werde, seien besonders strenge Anforderungen an die Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Werbeaussagen zu stellen.

Dies habe seinen Grund darin, dass die Gesundheit in der Wertschätzung des Verbrauchers einen hohen Stellenwert  habe und dass mit irreführenden gesundheitsbezogenen Werbeangaben erhebliche Gefahren für das hohe Schutzgut der  Gesundheit der Bevölkerung verbunden sein könnten.“ Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 13.06.2005 - 4 W 70/05

 

Untersagt ist vor allem auch "Gesundheitswerbung" durch "Ausnutzung von Angst" (IHK Konstanz)

 

 

"Werbung mit Gesundheit" - Umfangreiche Informationen zur "Rechtssicherheit" bei Gesundheitswerbung und zur Prospekthaftung, zur Irrmeinung "Bio wäre auch immer gesund" - für Bauprodukte und Gebäude

Zitate:

"..mit der gesundheitsbezogenen Werbung am Bau oder für Bauprodukte darf nicht allzu leichtfertig umgegangen werden. Insbesondere die strengen Maßstäbe der Rechtssprechung im Wettbewerbsrecht zeigen hier deutlich Grenzen auf."

Textquelle: "Mit Sicherheit gesund bauen"

 

OLG Köln, Urteil vom 07.02.1992

 

 

Auszug aus dem Urteil  "Gesund wohnen mit Kalksandstein"

Bei der Aussage

"gesund wohnen"  (Erläuterung: mit Kalksandstein)

 

"handelt es sich um eine Werbemaßnahme, die an die Gesundheit anknüpft, und damit besonders werbewirksam ist.

 

Die besondere Bedeutung, die der menschlichen Gesundheit zukommt, führt zu einer gesteigerten Wertschätzung solcher Waren, die mit einer an die Gesundheit anknüpfenden Wertung angeboten werden (vgl. BGH GRUR 1991, 848, 850- "Rheumalind II").

 

Sowohl die besondere Bedeutung der Gesundheit für den einzelnen und die Gesellschaft als auch die große Zugkraft einer Gesundheitswerbung rechtfertigen es, deren Zulässigkeit nachstrengen Maßstäben zu beurteilen (BGH GRUR 1967, 592, 593 -"gesunder Genuss").

 

Eine Irreführung liegt bereits vor, wenn nicht unbeachtliche Teile des Verkehrs keine auch nur einigermaßen klaren Vorstellungen über den Inhalt des Begriffs "gesund wohnen" in Verbindung mit Kalksandstein und damit auch

keine klaren Vorstellungen von den Eigenschaften des Kalksandsteins haben.

 

Wenn es um gesundheitsbezogene Werbung geht, ist eine rechtlich beachtliche Irreführung schon bei einem Prozentsatz der Getäuschten von 5-6 % anzunehmen (vgl. Urteile des Senats in WRP 1973, 656, 659 und WRP 1989, 272, 275).

 

Der Senat ist in Übereinstimmung mit dem Landgericht der Auffassung, dass bei einem im vorgenannten Sinne nicht unbeachtlichen Teil der von der Werbung der Beklagten angesprochenen Verbraucher Unklarheit darüber herrscht, welche Faktoren ein gesundes oder jedenfalls nicht gesundheitsschädliches Wohnen ausmachen.

 

Die Werbung wendet sich jedenfalls auch an Bauherren, die sich - ohne Vorinformationen - für Kalksandstein als

Baustoff zur Errichtung eines Hauses interessieren.

 

Diese Verbraucher beziehen die Aussage "gesund wohnen" konkret auf den Baustoff Kalksandstein und verstehen sie dahin, dass von Mauern aus diesem Material keine Gesundheitsgefahren ausgehen.

 

Nicht unbeachtliche Teile der angesprochenen Verkehrskreise haben darüberhinausgehend die Vorstellung, dass sich die Aussage auch auf die notwendige oder übliche Bearbeitung des Mauerwerks mit Anstrich, Imprägnierung, algen- oder bakterientötenden Mitteln sowie Fleckentfernern erstreckt.

 

Die Aussage "gesund wohnen" wird von ihnen nicht nur in Bezug auf das Leben innerhalb des Hauses

verstanden, sondern weitergehend dahin, daß auch von den Außenwänden - gleichviel, ob sie bzw. gegebenenfalls mit welchen Materialien diese bearbeitet sind - keine Gesundheitsgefahren ausgehen."

 

 

 

 

Bedenklich wird es häufig, wenn Ärzte für Produkte in Zusammenhang mit eigenen Therapien, Behandlungsempfehlungen werben -

Sonderfall Medizinrecht

Auch Ärzte haben sich bei ihrer (ohnehin stark beschränkten) Werbung an das Werberecht zu halten – ein Arzt mag ja ein Akademiker sein, sein Wort zur eigenen Therapie gilt jedoch im Werberecht nicht als wissenschaftlicher Nachweis. Quelle

 

 

Anforderungen an den wissenschaftlichen Nachweis:

Auszug - Zitat:

"Wissenschaftliche Nachweise, insbesondere in Form von Studien, sind vor Gericht das wertvollste Beweismittel zur Untermauerung der Werbebehauptung. Diese Nachweise müssen jedoch bestimmten Standards entsprechen, um überhaupt gerichtlich verwertet werden zu können; ausführliche Informationen hierzu finden sich in unserem Hauptbeitrag zu diesem Thema. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der jüngeren Rechtsprechung in aller Kürze:

 

  • Der Nachweis muss anhand unabhängiger Forschung nach wissenschaftlich anerkannten Standards erbracht werden; Studien, an denen der Hersteller (bzw. Vertreiber) selbst beteiligt war, sind kein zulässiges Beweismittel (OLG Karlsruhe, Urt. v. 23.11.2011, Az. 6 U 93/11).

  • „Alternative“ Forschungsansätze werden, sofern sie klassischen wissenschaftlichen Erkenntnissen (insbes. Solchen der „Schulmedizin“) widersprechen, vor Gericht in der Regel nicht als Beweismittel anerkannt (OLG Karlsruhe, Urt. v. 13.07.2006, Az. 4 U 12/04).

  • Der Nachweis muss bereits vor Beginn der Werbemaßnahmen erbracht sein; Wirkungen „auf gut Glück“ zu behaupten und später entsprechende Studien nachzuschieben ist nicht zulässig (OLG Düsseldorf, Urt. v. 22.03.2011, Az. I-20 U 85/10).

  • Behauptete Kundenzufriedenheit, Kundenrezensionen oder auch das bloße Ausbleiben von Reklamationen können keinen wissenschaftlichen Nachweis ersetzen (OLG Hamm, Urt. v. 18.11.2010, Az. I-4 U 148/10; LG Stuttgart, Urt. v. 17.02.2012, Az. 31 O 47/11 KfH)."

Zitat - Quelle und weitere Informationen: Mag. iur Christoph Engel  (freier jur. Mitarbeiter der IT-Recht Kanzlei) aus  Wellness und Gesundheit in der Werbung

 

Werbung mit Aussagen wie schadstofffrei

Auch hier haben gerichte bereits sehr eindeutig geurteilt -

die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte ist nicht ausreichend -

auch nicht, wenn nicht umfassend geprüft wurde, und bei der vorgenommenen Prüfe keine Schadstoffe festgestellt worden sind! Siehe dazu Greenwashing - schadstofffrei

 

 

 

 

Weitere Gerichtsurteile zu Schadstoffen in Gebäuden

 

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"Schadstoffgeprüfte Produkte"

Bei vielen Produkten finden wir das Prädikat "schadstoffgeprüft".

 

Diese Aussage soll dem Verbraucher das Gefühl geben, das Produkt sei "gesundheitlich verträglich" -

in Wirklichkeit gibt der Begriff "schadstoffgeprüft" aber keinerlei Informationen:


auf welche Schadstoffe (Umfang der Prüfung) geprüft worden ist?

nach welchen Methoden (welche Analytik)?

von wem (wirklich unabhängiges, akkreditiertes Institut?)

und vor allem mit welchen Einzel- Ergebnissen(?)!

 

Die Tatsache allein, dass auf Schadstoffe geprüft wurde, gibt nich keinerlei Information für den Verbraucher.

Auch vom Hersteller selbst  "zusammengefasste" Ergebnisse sind nicht aussagekräftig -

wirklichen Informationswert hat ausschleißlich der eigentliche "Prüfbericht", der alle vier Fragen beantwortet!

 

Siehe auch "Inkonsequenz des Bio- Marktes"

 

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"Schadstoff- freie" Produkte

 

Werbung mit "schadstofffrei"

Schadstofffreie Matratzen? 

"Es ging ums Schlafzimmer - konkret va. um Matratzen. Diese wurden beworben ua. mit: „Kein Schadstoff in der Matratze“ und „Sicher schadstofffrei“.

Tatsächlich waren aber in der Matratze va. Antimon, aber auch Formaldehyd, Arsen und Quecksilber (worauf es hier aber gar nicht mehr ankam) enthalten. Die Werbung wurde deshalb als schadstofffrei gestaltet, weil nach externer Untersuchung der Ware festgestellt wurde, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe bzw. Stoffe in gesundheitsgefährdender Konzentration nachweisbar waren. So sei der Antimongehalt, um den es hier hauptsächlich ging, in der beworbenen Matratze nach den vorgelegten Tests verschwindend gering sein. Er liege weit unterhalb sämtlicher Grenzwerte, die es für Antimon gebe – so die Werber.

Das Gericht hat im Ergebnis geurteilt, dass eine solche Werbung irreführend ist. Denn der Verbraucher versteht die Werbung mit dem Begriff "schadstofffrei" dahingehend, dass die beworbene Ware überhaupt keinen Schadstoff enthalte, also keinen einzigen Stoff, der abstrakt geeignet sei, ihn zu schädigen. Die Werbeaussage ist auch dann irreführend, wenn dem Verbraucher die Vorstellung vermittelt wird, es wurde eine umfasssende Schadstoffprüfung vorgenommen, obwohl tatsächlich das Vorhandensein bestimmter Schadstoffe nicht überprüft wurde. Auch wenn die Ware Schadstoffe nur in einer Konzentration enthält, die gesetzliche Grenzwerte oder Vorgaben privater Institutionen, wie etwa nach dem "OEKO-TEX Standard 100", nicht überschreitet oder von Fachkreisen als vernachlässigenswert angesehen wird, ist dies irreführend, so die Richter." Textquelle

OLG Stuttgart (Urteil vom 25.10.2018, AZ.: 2 U 34/18).

Wenn ein Baustoffhersteller oder eine Baufirma  mit "schadstofffrei" wirbt, ist für den Verbraucher bereits hohe Vorsicht geboten -

kann er eine solche Aussage auch wirklich "beweisen?"

OLG Stuttgart: Irreführende Werbung mit dem Begriff "schadstofffrei" wenn Produkt lediglich die gesetzlichen Grenzwerte einhält

OLG Stuttgart
Urteil vom 25.10.2018
2 U 34/18


Das OLG Stuttgart hat entschieden, dass eine irreführende Werbung mit dem Begriff "schadstofffrei" vorliegt, wenn das Produkt lediglich die gesetzlichen Grenzwerte einhält aber nicht vollständig schadstofffrei ist.

 

"Zurecht hat das Landgericht diese angegriffenen Werbeanzeigen sämtlich als unlautere, weil irreführende Werbung beurteilt und den Unterlassungsanspruch bejaht (§§ 8 Abs. 3 Nr. 1, 2 Abs. 1 Nr. 1 und 3, 3, 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG)."  Mehr Infos dazu

 

Wie ist der Begriff „Schadstofffreiheit“ zu verstehen?

" Der Begriff „schadstofffrei“ lässt laut einer Entscheidung des OLG Stuttgart (Az.: 2 U 74/16) keinen Spielraum für Interpretationen und ist absolut zu verstehen. Nur wer eine 100 %ige Schadstofffreiheit gewährleisten kann, darf mit diesem Begriff für seine Produkte werben."       Mehr Infos

 

Siehe auch:

"Finger weg von Schadstofffrei"

 

 

Schadstoffarm- statt schadstofffrei

 

Unser Ziel ist es, eine Schadstoffminimierung zu erreichen. Auch der "Blaue Engel" wirbt bei Bauprodukten nur mit "schadstoffarm", "schadstoffgeprüft" und "emissionsarm" und auf keinen Fall mit "schadstofffrei"!

 

Infos zur Glaubwürdigkeit von Gütezeichen

 

 

 

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Disclaimer und Datenschutz-Hinweis

 

 

 

 

 

Aktuelle Mitteilungen zum Thema "Wohngesundheit"

mit Diskussionsmöglichkeit

präsentieren wir auf unserer Facebook Seite

"Europäische Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene"

 

Übersicht weitere News 2021

 

 

 

09.07.2021

Mobile Luftreiniger sind keine Universallösung im Unterricht gegen Virenbelastungen

Studie der Universität Stuttgart bestätigt die Richtigkeit der Vorbehalte bezüglich "Luftreinigern" in allen Schulen und Kitas als Maßnahme gegen Corona- Infektionen.

Mehr Infos dazu

 

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17.06.2021

Lobby- Skandal im Deutschen Bundestag

Schweizer 5G- Mobilfunk- Lobby erstellt Risikostudie für Bundestag!

Offensichtlich wurde die Schweizer Mobilfunk-Lobby "Forschungsstiftung Strom und Mobilfunkkommunikation (FSM)" vom Büro für Technikfolgeabschätzung des Deutschen Bundestags (TAB)

mit einer Studie zu Gesundheitsgefahren von Mobilfunkstrahlungen beauftragt.

"Das Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages gab diesen Umstand auch in einem Schreiben zu."

Mehr Infos zu "Risikoforschung in Deutschland"

 

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25.05.2021

Weichmacher Bisphenol F verursacht niedrigen IQ

 

"Die Chemikalie Bisphenol F (in Kunststoffen enthalten) kann Veränderungen in einem Gen hervorrufen, das für die neurologische Entwicklung wichtig ist. Diese Entdeckung wurde von Forschern der Universitäten von Uppsala und Karlstad, Schweden, gemacht. Der Mechanismus könnte erklären, warum die Exposition gegenüber dieser Chemikalie während des fötalen Stadiums mit einem niedrigeren IQ im Alter von sieben Jahren zusammenhängt"

 

Mehr Infos: "Die Tricks mit Bisphenol A, S und F"

 

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24.04.2021

Trauriger Höhepunkt erfolgreicher Lobbyarbeit der Telkommunikations- Industrie auch bei den öffentlichen Sendern?

ARD - Quarks: Video 5G - Revolution oder Gefahr?

Noch nie hat dieser Sender, bisher bezüglich vieler gut recherchierter Beiträge geschätzt, so unverfroren und eindeutig Industrie- Stellung bezogen unter dem Mantel "wissenschaftlicher" Berichterstattung". Die Verantwortlichen fügen sich damit erfolgreich in die Reihe der bezüglich  5G lobbygesteuerten Politik und des ebenso  gesteuerten Bundesamts für Strahlenschutz(?) ein!
Selten wurde bisher Prävention so klein geschrieben wie bei 5G - eine massive, bewusste Verletzung des europäischen Vorsorgeprinzips angesichts weltweiter Warn- Appelle angesehener Ärzte, eine Verhöhnung von Menschen mit international anerkannter Krankheit EHS.

5G- Jahre der "Wahrheit" für die Politik

Antwort des WDR auf unsere Beschwerde

Trauriger noch die Antwort der Quarksredaktion:

Die Einschätzungen zu den Gefahren des Mobilfunks kommen seit bald zwei Jahrzehnten im Sinne des wissenschaftlichen Konsens zum Ergebnis, dass im Rahmen derzeit geltender Grenzwerte, die von internationalen Gremien festgelegt werden, keine schädigende Wirkung von Mobilfunk nachgewiesen werden kann. Link zum Antwortschreiben

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09.03.2021

Ein Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Umweltbelastungen und Covid-19 Erkrankungen gelang dem Helmholtz- Institut München zusammen mit der TU München am Beispiel

"Erhöhtes COVID 19 Risiko durch Pollenbelastungen"

 

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04.03.2021

 

Publikation des

AGÖF Leitfaden "Hausstaubuntersuchungen auf chemische Parameter"

Damit wird nicht nur Privatpersonen, sondern vor allem auch den Trägern öffentlicher Gebäude ein wertvolles Instrument für die Bewertung von Raumschadstoffbelastungen in die Hand gegeben - vor allem viele mittel- und schwerflüchtige Substanzen werden oft durch Raumluftmessungen nicht oder nur mangelhaft erfasst.

Mehr Infos zu Hausstaubuntersuchungen

 

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15.02.2021

Homeoffice im Keller - Gesundheitsrisiko Radon?

das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor Homeoffice im Keller, und verweist auf das Risiko einer Radonbelastung.  (Pressebericht Februar 2021).

Radon stellt die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar - und wird nach wie vor bei der wohngesundheitlichen Betrachtung von Gebäuden zu wenig beachtet. Mehr Infos zu Radon

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25.01.2021

Duftstoffallergien?

Zwischenergebnis Studie des Deutschen Allergie- und Asthmabundes daab (eine Teilnahme an der Befragung ist noch immer möglich!)

Siehe dazu auch die EGGBI Zusammenfassung: 
"Duftstoffallergiker und Beduftungen"


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21.01.2021

Diagnose Funk fordert  Aufklärung zum Strahlenschutz beim Homeschooling durch "Bundesamt für Strahlenschutz"

 

Während die Hersteller selbst in Gebrauchsanweisungen davor warnen, die mobilen Geräte körpernah zu benutzen, die Telekom sogar rät, WLAN-Router nicht in Aufenthaltsräumen, Schlaf- und Kinderzimmern aufzustellen, wird bei den laufenden Anstrengungen bezüglich Homeschooling unterlassen, auf einem verantwortungs- und  gesundheitsbewussten Umgang mit Tablets, Laptops und Handys in Coronazeiten hinzuweisen.

Aufforderung an die Präsidentin des BfS

Siehe dazu auch Kapitel 10 "Schulen" Elektrofelder und Wohngesundheit

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04.01.2021

Urlaub für Allergiker und Sensitive

Die Hoffnung auf einen Urlaub nach "Corona" veranlasst derzeit zahlreiche Anrufer der Hotline zu einer Frage nach allergikerfreundlichen, oft auch nach mcs- geeigneten Hotels.

Eine Recherche vor 3 Jahren bei über 100 derart beworbenen Hotels brachte nur wenige Antworten, erneute Recherchen bezüglich der Aussagekraft diverser "Gütezeichen, Zertifikate, Informationsportale" (Kapitel 14) für allergikerfreundliche Hotels bestätigten die vielfach gemeldeten "Probleme" Betroffener, dass zwar viele Hotels mit unterschiedlicher Qualität  Rücksicht auf Allergiker beim "Speiseangebot" nehmen - auf die sehr wesentliche Raumluftqualität bestenfalls noch im Hinblick auf "Pollen, Rauchen, Tierhaare, Bodenbelag (nur bezüglich Vermeidung langfloriger Teppiche) und Matratzen hingewiesen wird -

Fragen von Emissionen aus Einrichtung, Wandbelag, Bauprodukten allgemein in fast allen Fällen ignoriert werden, glaubwürdige und umfassende Schadstoffprüfberichte bezüglich VOCS, Formaldehyd, Weichmacher, Flammschutzmittel... kaum erhältlich sind. Siehe dazu "Fragebogen".

Wir laden erneut Hotels und andere Beherbungsbetriebe ein, uns für eine entsprechende Empfehlungsdatei entsprechende Informationen zur Verfügung zu stellen, um eine seriöse, individuelle Beratung möglich zu machen. Mehr Infos dazu "emissionsarme Urlaubsquartiere".

 

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Überblick

Übersicht News  2020 und 2021

 

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Weitere News finden Sie auf unserer Seite "Aktuelles"

Archiv

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Dezember 2020

 

Schadstoffprobleme an Erkheimer Schule

 

Nachdem uns der Bürgermeister seit Monaten die Zusendung des letzten Schadstoffprüfberichts verweigert,

erschien nunmehr ein neuer Pressebericht mit einer "Stellungnahme des Landesgesundheitsamtes" zu den gefundenen Werten.

Aus diesem Pressebericht ergaben sich für uns statt einer "Klärung" aber zahlreiche weitere Fragen!

Siehe dazu Kapitel "Dezember 2020" in unserer Zusammenfassung "Erkheim".

 

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November 2020

IBN "baubiologie magazin"

"Schadstoffprobleme an Schulen"

Empfehlungen für Eltern und Lehrer - mehr Informationen

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Oktober 2020

 

Diskussionen um erhöhten Schadstoffwert an Mittelschule Erkheim

Seit Monaten sind erhöhte Formaldehydwerte und laut Aussage der Schulleitung gesundheitliche Probleme von Schülern bekannt; ein neuer Prüfbericht existiert bereits – er wird den Eltern aber mit dem Hinweis verweigert, er müsse erst durch das LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) "bearbeitet" werden.

 

Auf Wunsch einer Familie begeleiten wir seit Jahresanfang die Probleme mit den Behörden und deren Versuche, die Angelegenheit zu bagatellisieren, unter anderem mit Bewertungen, die den Aussagen des Umweltbundesamtes völlig widersprechen.

Siehe dazu "Chronik- Schadstoffprobleme in Erkheimer Schule"  

 

Erstmals wurde nun die Öffentlichkeit durch einen Pressebericht informiert.

Allgäuer Zeitung, 05.10.2020

 

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Februar 2020

Bankrotterklärung der deutschen Umweltmedizin

"Eine flächendeckende umweltmedizinische Versorgung konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor nicht realisiert werden"

Mehr Infos und Zitate aus dem Gesundheitsblatt 202, 63:242-250

 

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